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Das war 2014 - Teil 1

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Seite 2: E bis I

E wie Einseitig

Wer 9:1 für ein Eishockey-Ergebnis hält, der irrt. Denn hinter den Zahlen versteckt sich eine Einseitigkeit, die es in dieser Form seit Jahren nicht mehr im Bereich der Consumer-IT gegeben hat. Von zehn im vergangenen Jahr in den Handel gekommenen Notebooks verfügten neun über eine Intel-CPU. Wer hingegen einen AMD-Prozessor nutzen möchte, hat nicht nur eine deutlich geringere Auswahl, sondern muss auf gut ausgestattete Modelle regelrecht verzichten. Schon die Kriterien SSD und Full HD führen dazu, dass man die Kandidaten an einer Hand abzählen kann - bei Intel bräuchte man allein für die Zahl der Hersteller schon vier Hände. Die Gründe dafür sind altbekannt, inzwischen aber unübersehbar. Lange Zeit konnte AMD keine neuen Chips liefern, dann zunächst nur langsame Modelle. Und selbst die irgendwann verfügbaren Topausführungen waren Intels Prozessoren in vielen Punkten unterlegen. Für den Verbraucher hat das klare Nachteile. Denn zum einen kann Intel die Preise aufgrund der Dominanz nahezu frei bestimmen, zum anderen hat man keinen Druck hinsichtlich neuer Entwicklungen. Warum mehr Geld in „Broadwell“ und Co. investieren, wenn der Vorsprung gegenüber AMD schon jetzt gewaltig ist.

F wie Fappening

2014 war das Jahr zahlreicher Hacker-Angriffe, wie unter anderem das Beispiel Sony zeigt. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei jener Vorfall, der schnell als „The Fappening“ bekannt wurde. Ende August tauchten in chinesischen Foren zahlreiche Fotos verschiedener Prominenter auf, darunter die Sängerin Rihanna und die Schauspielerinnen Jennifer Lawrence und Kirsten Dunst. Zu sehen waren die Stars nicht nur wenig bekleidet, sondern teilweise auch in eindeutigen Posen. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, mehrere Betroffene schalteten Anwälte ein, die Veröffentlichung weiterer Fotos in mehreren Wellen konnte dies jedoch nicht stoppen. Aber nicht nur für die Stars bedeutet „The Fappening“ ungewollte Schlagzeilen, auch Apple rückte schnell in den Mittelpunkt. Denn viele der Fotos sollten aus der iCloud stammen, von einem Sicherheitsproblem an sich wollte das Unternehmen aber nicht sprechen; ein solches konnte bis heute auch nicht nachgewiesen werden. Statt dessen gilt als sicher, dass die Täter per Brute Force an die benötigten Passwörter gelangten und somit auch auf die Aufnahmen zugreifen konnten.

G wie GeForce "Maxwell"

Mit seiner neuen GeForce GTX 980 und GeForce GTX 970 hat NVIDIA in diesem Jahr den Grafikkarten-Markt gehörig aufgewirbelt. Zwar gab es mit der neuen "Maxwell"-Architektur lediglich nur ein kleines Leistungsplus im Vergleich zur Vorgänger-Generation, dafür aber konnten die Kalifornier die Energieeffizienz ihrer neuen High-End-Grafikkarten deutlich verbessern und damit nicht nur Leistungsaufnahme und Abwärme drücken, sondern vor allem auch leise Grafikkarten ermöglichen. Teilweise werden die Lüfter im Leerlauf bis zum Erreichen eines bestimmten Temperatur-Levels komplett abgestellt, womit die Chips passiv und somit lautlos auf Temperatur gehalten werden. Aber auch das Feature-Set von "Maxwell" kann überzeugen: Speicherkomprimierung, DSR, VR Direct, MFAA und GameWorks. Große Fortschritte gab es vor allem auch im Notebook-Markt, wo NVIDIA die Leistung deutlich verbessern konnte und trotzdem keine wertvolle Akku-Leistung verschenkt. Im nächsten Jahr dürfte NVIDIA mit noch schnelleren Chips, aber auch zahlreichen kleineren Ablegern noch einmal nachlegen. Eine GeForce GTX Titan II und GeForce GTX 960 sind im Gespräch.

NVIDIA GeForce GTX 980 mit Maxwell-GPU
NVIDIA GeForce GTX 980 mit "Maxwell"-GPU.

H wie Hype

Für die größte Smartphone-Überraschung des Jahres sorgte das bis dahin weitestgehend unbekannte Unternehmen OnePlus. Das One getaufte Gerät erklärte man selbstbewusst zum "Flagship-Killer", angesichts der Spezifikationen und des geringen Preises zunächst auch zurecht. Doch die positive Stimmung kippte schnell. Denn anstatt das Gerät zeitnah für die breite Masse verfügbar zu machen, wurde es anfangs nur in homöopathischen Dosen über ein Losverfahren zum Kauf angeboten, später folgten dann Einladungen, die von Käufern weitergegeben werden konnten. Es folgten kurze Zeiträume, in denen das Smartphone regulär über den eigenen Online-Shop angeboten wurde, die große Nachfrage führte jedoch zu erheblichen Problemen. Acht Monate nach der Vorstellung ist das One aber nach wie vor nur per Einladung erhältlich, was die Frage aufwirft, wie gut ein Gerät sein kann, dass nicht frei verfügbar ist. Ob OnePlus aus den Fehlern gelernt, könnte schon die nahe Zukunft zeigen. Denn angeblich arbeitet man bereits am nächsten Smartphone.

I wie Innovationsarm

„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“ - diese einfache Aussage sollte sich so mancher Hersteller seit diesem Jahr zu Herzen nehmen. Denn derart viele innovationsarme Nachfolger wie 2014 wurden selten auf den Markt geworfen. Das prominenteste Beispiel dürfte Apples iPad mini 3 sein. Vom Vorgänger unterscheidet sich das neue Modell lediglich in zwei winzigen Details, die so gut wie keinen Mehrwert bieten. Entsprechend schnitt das Tablet in Tests ab, der Griff zum 2013er Modell ist die bessere Wahl. Ähnlich sieht es bei Sonys Xperia Z3 Compact aus, das in einigen Bereichen sogar schlechter als das vorherige Modell ausfällt. Abgesehen von diesen Beispielen blieben die großen Sprünge aber aus. Zwar setzten unter anderem LG und Samsung auf QHD-Displays in Smartphones und auch der Wechsel hin zu 64 Bit wurde im Android-Lager eingeleitet, in wichtigen Punkten wie unter anderem der Akkulaufzeit tat sich jedoch kaum etwas. Im Gegenteil, so manche Innovation bedeutete sogar einen Rückschritt, wie das Lenovo Yoga 3 zeigt. Trotz genügsameren Prozessors blieb es in puncto Laufzeit hinter seinem Vorgänger zurück. Denn die geringere Bauhöhe ging zulasten des Akkus.