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Bitcoin: Hype oder Revolution?

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Seite 6: Der Weg in die Zukunft oder eine Sackgasse?

Jeder möchte auf die Frage "Wie geht es mit Bitcoin weiter?" eine Antwort. Das Problem ist, dass man dazu viele Antworten bekommt. Die Gruppe der Befürworter, die aus teilweise sehr bekannten und respektablen Leuten besteht, sieht Bitcoin in wenigen Jahren bei einem Kurs von 10.000 oder 100.000 Dollar pro Bitcoin. Die Gegner der digitalen Währung, durch ebenso bekannte Leute vertreten, sieht in Bitcoin lediglich ein Schneeballsystem, das zum Scheitern verurteilt ist.

Bargeld, Kreditkarte – und jetzt Bitcoin? [Quelle]

Extreme Meinungen sind interessanter als gemäßigte, auch wenn letztere meistens näher an der Wahrheit liegen dürften. Dass Bitcoin komplett verschwindet, ist zwar nicht unmöglich, klingt jedoch unwahrscheinlich, spätestens seitdem mit der Herstellung von "Bitcoin-Hardware" eine gewisse Grenze überschritten wurde, die die Ernsthaftigkeit der beteiligen Parteien zeigt. Auch würde man nicht erwarten, dass eine so revolutionäre Idee wie Bitcoin sich einfach in Luft auflöst – es wird bereits fleißig über ein Bitcoin 2.0 diskutiert, das Fehler der ursprünglichen Idee korrigieren soll. Allerdings gibt es so viele Bewerber auf diesen Posten, dass hier bis auf Weiteres keine Ablösung zu erwarten ist. In Richtung von "ergänzenden" Währungen wie Litecoin ist vorerst deutlich mehr zu erwarten. Ebenso unwahrscheinlich klingt es, dass Bitcoin irgendwann die einzige weltweite Währung ist. Die (zentrale) Kontrolle über das Geld aufzugeben, klingt zu abstrus, als dass es irgendwann Realität werden könnte.

Bitcoin besitzt jedoch viele Stärken, die eine Nutzung sinnvoll erscheinen lassen. Der unverzügliche Transfer von Geld von und zu einem beliebigen Punkt der Erde gab es so bisher noch nicht. Wenn doch, dann nur mit erheblichem Aufwand oder horrenden Gebühren. Eine Bitcoin-Überweisung ist hingegen nicht aufwendiger als eine Online-Überweisung und kostet wenige Cent. Auch erreicht man mit Bitcoin einen beliebig hohen Grad an Privatsphäre, wofür bisher Dienste wie die PaySafeCard notwendig waren. Dieses und weitere Unternehmen wie PayPal und Western Union sind die Hauptkonkurrenz von Bitcoin, weniger das Bankensystem an sich – auch wenn dies oft herbeigesehnt wird.

Es ist leicht, Bitcoin als "unnötig" oder "sinnlos" zu bezeichnen, wird der Sache allerdings nicht gerecht, denn die gebotenen Möglichkeiten lassen sich kaum wegdiskutieren. Auch sollte man sich nicht nur darauf berufen, dass Bitcoin ein Werkzeug für Verbrecher ist. Viele Werkzeuge lassen sich im Guten oder im Schlechten benutzen. Hier ist ein klarer rechtlicher Rahmen notwendig, der derzeit zumindest teilweise geschaffen wird.

Was die zukünftige Entwicklung von Bitcoin angeht, scheint eine Aussage des Informatiker Alan Kay äußerst passend: „Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, die Zukunft zu erfinden".

 

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Kommentare (106)

#97
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Und was hindert dich daran, deine Miner einfach in ein isländisches Rechenzentrum zu stellen? Ist ja nicht so, dass das nur einheimischen vorbehalten bleibt.
#98
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Strom ist das eine. Alles andere ist auf Island wieder teurer. Also alles was man dort nicht produzieren kann. Und beim miner machen die fixkosten Einen nicht unerheblichen Anteil.
#99
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Und das wäre was? Der Miner selbst? Der kommt aus China oder Israel und wird von da nach Island geschickt, wo ist das Problem?
#100
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Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.
#101
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Und dennoch scheint es sich dort zu lohnen, sonst wären die größten Miner nicht eben dort ansässig, oder?
#102
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Zitat Hardwarekäufer;22444679
Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.

Worüber diskutieren wir gerade? Dein Ausgangspunkt war, dass es unfair ist, dass man in Island viel profitabler minen kann. Dem wurde entgegnet, dass jeder seine Miner dort aufstellen kann, wo er will, also auch in Island. Jetzt konterst du mit Personalkosten - aber das betrifft doch auch wieder alle, die dort ihre Miner stehen haben. Es gibt also gleiche Bedingungen für alle, was ist daran unfair? Wenn es irgendwo anders profitabler ist, geht man mit seinen Minern eben woanders hin. Aber diese Möglichkeit steht ja nun wirklich jedem offen.

Und bei Don einzuhaken: Die Stromkosten sind beim Mining absolut ausschlaggebend. Die Wartungskosten sind verschwindend im Vergleich zum Energiebedarf (mit einer Handvoll Vollzeitstellen kann man schon sehr große Farmen betreiben) . Neben Island sind auch manche Teile der USA und China geeignet, um große Mining-Farmen zu betreiben. So gesehen gibt es auch keine Probleme mit der Dezentralität.
#103
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Dem widerspreche ich garnicht.
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt. Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.
#104
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Zitat Hardwarekäufer;22444886
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt.

Ich rede von USA/China/Island etc. als Standorte, nicht als Regierung(en). In irgendeinem Land müssen die Miner ja außerdem stehen, sie können schlecht an einem Ort stehen, der keinem Land zugehörig ist.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Kannst du die Aussage mal konkret auf Bitcoin anwenden? Wo die Miner stehen, ist absolut egal. Sie können auf einen Poolserver zugreifen, der am anderen Ende der Welt steht. Sie können für ein Wallet minen, dessen Besitzer sonstwo ist. Bitcoin-Miner sind ja nun keine Asphaltiermaschinen, die ich tatsächlich "vor Ort" einsetzen muss. Mein Bitcoin-Miner kann wie gesagt "irgendwo" stehen und trotzdem für mich, hier in Deutschland, arbeiten.

Dezentralität heißt einfach nur: Es gibt keine zentrale Instanz, die das Netzwerk kontrolliert. Und das ist nach wie vor bedingungslos gegeben, auch wenn sich die großen Mining-Farmen in wenigen Ländern konzentrieren. Schließlich entscheiden nicht nur die Miner, was gemined wird, sondern auch jeder Teilnehmer des P2P-Netzwerks, welche Blöcke er annimmt.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.

Deswegen greifst du nach jedem Strohhalm, um Bitcoin schlechtzureden? ;) Es kommt zumindest ein bisschen so rüber, du fängst ständig neue Themen an, die teilweise noch relativ wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Dabei gibt es genügend Probleme, über die man bei Bitcoin diskutieren kann und bei denen ich auch sagen würde "Jawohl, das ist ein echtes, handfestes Problem". Das wäre z.B. die stetig wachsende Blockchain, die mehrere 10 GB Speicherplatz benötigt. Das ist notwendig, um tatsächlich niemandem vertrauen zu müssen, denn nur mit allen Daten kann man alle Transaktionen auf ihre Gültigkeit überprüfen. Wenn man jetzt in Richtung "Thin Clients" oder Webwallets geht, ist die Frage, in wiefern man ein Grundprinzip (Zero Trust) von Bitcoin zumindest stückweise aufgibt. Erstmal 20 GB Blockchain runterladen ist kein gutes Argument, um Leute von Bitcoin zu überzeugen.

Wenn du dich mit der Materie beschäftigst werden dir noch mehr "echte" Probleme (wie dieses) auffallen. In welchem Land die Miner stehen oder wie hoch die Personalkosten in Island sind ist alles, aber kein Problem von Bitcoin.
#105
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Also, ich nutzte auch aktiv Bitcoin. Habe gestern gerade bei Caseking bestellt und mit Bitcoins gezahlt. Für mich ist BitCoin eine Alternative zu PayPal/Überweisung. Aktuell komme ich persönlich leider nichts um Umrechen in FIAT vorbei... weil leider sehr oft nur EUR/ETC angeben wird und erst zum Schluss vom Anbieter in Coins angegeben/umgerechnet wird.
#106
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https://stripe.com/blog/bitcoin-the-stripe-perspective

Das ist auch noch ein interessanter Artikel, der genau diesen Aspekt (Bitcoin als Zahlungsmittel) näher beleuchtet. Der Aufhänger ist dabei knackig und vollkommen richtig:
Zitat
It’s surprisingly difficult to move money today, and the experience of paying for something online is just about the only part of the internet that hasn’t changed dramatically in the past twenty years.
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