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Bitcoin: Hype oder Revolution?

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Seite 5: Nach Gold kommt Silber – und Hunde

Erfolgreiche Konzepte werden kopiert. Von diesem Grundsatz bleibt auch Bitcoin nicht verschont und es entstehen quasi täglich neue Währungen. Viele dieser Alternativen verschwinden allerdings auch genauso schnell wieder. Der Reiz ist groß: Jeder möchte eine Währung für Cent-Beträge kaufen und später einen hundert- bis tausendfachen Gewinn realisieren. An den Erfolg von Bitcoin ist jedoch noch keine Währung wirklich herangekommen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass andere Währungen gegenüber Bitcoin wenig Innovation zeigen.

Der wesentliche Unterschied der zweiterfolgreichsten Währung – Litecoin – liegt im verwendeten Hashing-Algorithmus. Statt das relativ simple SHA zu verwenden, kommt der wesentlich komplexere scrypt-Algorithmus zum Einsatz. Insbesondere der Speicherverbrauch ist deutlich höher, sodass man gehofft hat, wieder auf CPUs minen zu können. Doch auch hier hat die erste Portierung des Algorithmus auf Grafikkarten nicht lange auf sich warten lassen, womit CPUs abermals obsolet wurden. In der Zwischenzeit gibt es auch anwendungsspezifische scrypt ASICs zu kaufen, FPGAs wurden übersprungen. Hier war die Anbindung von externem DDR-RAM offenbar zu aufwendig, als das sich eine Portierung gelohnt hätte. Litecoin wird damit beworben, das "Silber" zum "Gold" von Bitcoin zu sein – man sieht sich also nicht als Konkurrenz, sondern Ergänzung.

Ob dieser Hund von seinem Glück weiß? Eine eigene Währung ... [Bildquelle]

Alle anderen weiteren Währungen – meistens kurz unter dem Begriff Altcoin (alternative coin) zusammengefasst – basieren entweder auf dem Code von Bitcoin oder Litecoin. Weitergehende Änderungen belaufen sich dann meistens nur darauf, wie häufig Blöcke generiert werden, wie viele Währungseinheiten es pro gelöstem Block gibt und welche maximale Anzahl an Währungseinheiten zur Verfügung gestellt wird.

Nur noch eine weitere Währung sei an dieser Stelle erwähnt: Dogecoin. Wer bei Doge an ein Internet-Meme denkt, liegt genau richtig. Die Währung Dogecoin – kurz DOGE – basiert auf Litecoin und zieht ihre Popularität aus einem knuffigen Hund, der auch zum Logo der Währung auserkoren wurde. Aufgrund massiver Berichterstattung hat auch DOGE einen respektablen Wechselkurs erreicht – und inzwischen sogar ein eigenes Auto.

... und ein Auto mit seinem Konterfei [Bildquelle]

In der Welt der digitalen bzw. Kryptowährungen lassen sich viele weite Kuriositäten finden. Angefangen bei für Bitcoin/Litecoin/Dogecoin verkaufen Autos, Häusern, Villen über Bekenntnisse zu Internetwährungen mittels Tätowierung bis hin zu Diebstählen, die Ocean's Eleven alt aussehen lassen.

 

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Kommentare (106)

#97
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Und was hindert dich daran, deine Miner einfach in ein isländisches Rechenzentrum zu stellen? Ist ja nicht so, dass das nur einheimischen vorbehalten bleibt.
#98
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Strom ist das eine. Alles andere ist auf Island wieder teurer. Also alles was man dort nicht produzieren kann. Und beim miner machen die fixkosten Einen nicht unerheblichen Anteil.
#99
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Und das wäre was? Der Miner selbst? Der kommt aus China oder Israel und wird von da nach Island geschickt, wo ist das Problem?
#100
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Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.
#101
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Und dennoch scheint es sich dort zu lohnen, sonst wären die größten Miner nicht eben dort ansässig, oder?
#102
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Zitat Hardwarekäufer;22444679
Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.

Worüber diskutieren wir gerade? Dein Ausgangspunkt war, dass es unfair ist, dass man in Island viel profitabler minen kann. Dem wurde entgegnet, dass jeder seine Miner dort aufstellen kann, wo er will, also auch in Island. Jetzt konterst du mit Personalkosten - aber das betrifft doch auch wieder alle, die dort ihre Miner stehen haben. Es gibt also gleiche Bedingungen für alle, was ist daran unfair? Wenn es irgendwo anders profitabler ist, geht man mit seinen Minern eben woanders hin. Aber diese Möglichkeit steht ja nun wirklich jedem offen.

Und bei Don einzuhaken: Die Stromkosten sind beim Mining absolut ausschlaggebend. Die Wartungskosten sind verschwindend im Vergleich zum Energiebedarf (mit einer Handvoll Vollzeitstellen kann man schon sehr große Farmen betreiben) . Neben Island sind auch manche Teile der USA und China geeignet, um große Mining-Farmen zu betreiben. So gesehen gibt es auch keine Probleme mit der Dezentralität.
#103
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Dem widerspreche ich garnicht.
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt. Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.
#104
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Zitat Hardwarekäufer;22444886
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt.

Ich rede von USA/China/Island etc. als Standorte, nicht als Regierung(en). In irgendeinem Land müssen die Miner ja außerdem stehen, sie können schlecht an einem Ort stehen, der keinem Land zugehörig ist.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Kannst du die Aussage mal konkret auf Bitcoin anwenden? Wo die Miner stehen, ist absolut egal. Sie können auf einen Poolserver zugreifen, der am anderen Ende der Welt steht. Sie können für ein Wallet minen, dessen Besitzer sonstwo ist. Bitcoin-Miner sind ja nun keine Asphaltiermaschinen, die ich tatsächlich "vor Ort" einsetzen muss. Mein Bitcoin-Miner kann wie gesagt "irgendwo" stehen und trotzdem für mich, hier in Deutschland, arbeiten.

Dezentralität heißt einfach nur: Es gibt keine zentrale Instanz, die das Netzwerk kontrolliert. Und das ist nach wie vor bedingungslos gegeben, auch wenn sich die großen Mining-Farmen in wenigen Ländern konzentrieren. Schließlich entscheiden nicht nur die Miner, was gemined wird, sondern auch jeder Teilnehmer des P2P-Netzwerks, welche Blöcke er annimmt.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.

Deswegen greifst du nach jedem Strohhalm, um Bitcoin schlechtzureden? ;) Es kommt zumindest ein bisschen so rüber, du fängst ständig neue Themen an, die teilweise noch relativ wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Dabei gibt es genügend Probleme, über die man bei Bitcoin diskutieren kann und bei denen ich auch sagen würde "Jawohl, das ist ein echtes, handfestes Problem". Das wäre z.B. die stetig wachsende Blockchain, die mehrere 10 GB Speicherplatz benötigt. Das ist notwendig, um tatsächlich niemandem vertrauen zu müssen, denn nur mit allen Daten kann man alle Transaktionen auf ihre Gültigkeit überprüfen. Wenn man jetzt in Richtung "Thin Clients" oder Webwallets geht, ist die Frage, in wiefern man ein Grundprinzip (Zero Trust) von Bitcoin zumindest stückweise aufgibt. Erstmal 20 GB Blockchain runterladen ist kein gutes Argument, um Leute von Bitcoin zu überzeugen.

Wenn du dich mit der Materie beschäftigst werden dir noch mehr "echte" Probleme (wie dieses) auffallen. In welchem Land die Miner stehen oder wie hoch die Personalkosten in Island sind ist alles, aber kein Problem von Bitcoin.
#105
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Also, ich nutzte auch aktiv Bitcoin. Habe gestern gerade bei Caseking bestellt und mit Bitcoins gezahlt. Für mich ist BitCoin eine Alternative zu PayPal/Überweisung. Aktuell komme ich persönlich leider nichts um Umrechen in FIAT vorbei... weil leider sehr oft nur EUR/ETC angeben wird und erst zum Schluss vom Anbieter in Coins angegeben/umgerechnet wird.
#106
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https://stripe.com/blog/bitcoin-the-stripe-perspective

Das ist auch noch ein interessanter Artikel, der genau diesen Aspekt (Bitcoin als Zahlungsmittel) näher beleuchtet. Der Aufhänger ist dabei knackig und vollkommen richtig:
Zitat
It’s surprisingly difficult to move money today, and the experience of paying for something online is just about the only part of the internet that hasn’t changed dramatically in the past twenty years.
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