> > > > Bitcoin: Hype oder Revolution?

Bitcoin: Hype oder Revolution?

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 1: Bitcoin: Hype oder Revolution?

teaserMeldungen zur alternativen Währung Bitcoin geistern seit einiger Zeit immer häufiger durch alle Medien – meistens dann, wenn der Wechselkurs einen neuen Rekord aufstellt oder ein Handelsplatz ausgeraubt wird. Bitcoin scheint ein System der Extreme zu sein: Extreme Gewinne als auch Verluste, komplette Dezentralisierung, losgelöst von allen Autoritäten und staatlicher Kontrolle. Doch was ist Bitcoin überhaupt? Gibt es Gründe, Bitcoin im Alltag einzusetzen? Oder ist es doch nur ein Werkzeug für illegale Aktivitäten? In diesem Artikel möchten wir nach Antworten auf diese Fragen suchen.

Bevor wir auf historische und aktuelle Entwicklungen eingehen, möchten wir auf der ersten Seite die grundlegende Funktionsweise der Währung erklären – schließlich ist diese die einzige Konstante, seitdem Bitcoin das Licht der Welt erblickt hat. Die Idee hinter Bitcoin ist indes schon deutlich älter als die Währung selbst: Um das E-Mail-Spam-Problem zu bekämpfen, wurde im Jahr 1997 von Adam Back ein Verfahren mit dem Namen Hashcash vorgeschlagen. Dabei sollte der PC des Absenders einer E-Mail eine komplexe Rechenaufgabe lösen, deren Berechnung solange dauert, dass es nicht mehr möglich ist, mehrere hundert oder tausend Mails pro Sekunde zu verschicken. Der Empfänger der Mail kann dann mit einer einfachen Berechnung überprüfen, ob der Absender die Rechenaufgabe (die den Inhalt und den Header der Mail mit einbezieht und sich so ständig ändert) korrekt gelöst hat. War dies nicht der Fall, sollte die Mail als Spam verworfen werden. Dieses System hat sich allerdings nicht durchgesetzt.

Der Bitcoin-Client: Die Geldbörse der Zukunft?

Dennoch ist diese Idee der Ausgangspunkt für die Funktionsweise von Bitcoin: Es gibt eine sehr komplexe Rechenaufgabe, deren Lösung viel Zeit beansprucht, und eine Methode, das Ergebnis der Rechenaufgabe mit sehr wenig Aufwand zu überprüfen. Bitcoin arbeitet mit asymmetrischer Verschlüsselung, d.h. ein Konto besteht aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel. Um Bitcoins an ein Konto zu senden, benötigt man den öffentlichen Schlüssel, um Bitcoins auszugeben den privaten. Wer im Besitz des privaten Schlüssels ist, ist im Besitz des Kontos. Da Bitcoin vollständig dezentral mit einem P2P-Netzwerk arbeitet, gibt es keine Instanz, an die man sich wenden kann, sollte man einmal seinen privaten Schlüssel verlieren (sei es durch einen Festplatten-Crash oder durch Diebstahl). Entsprechend ist auch keine Registrierung zur Nutzung notwendig, ein Download des Clients reicht – schon kann man Bitcoins senden und empfangen. Hier tritt allerdings auch schon ein häufiges Missverständnis auf: Bitcoin ist prinzipiell nur pseudonym, nicht anonym. Postet man seine Bitcoin-Adresse auf seinem privaten Blog, ist eine Verbindung zwischen einem Bitcoin-Konto und einer realen Person schnell hergestellt. Auch lassen sich Zahlungsströme verfolgen und so zumindest Wahrscheinlichkeiten dafür ableiten, dass eine Adresse einer bestimmten Person gehört. Eine vollständige anonyme Nutzung von Bitcoin erfordert einige Arbeit und ist keineswegs trivial.

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

es liegen noch keine Tags vor.

Kommentare (106)

#97
customavatars/avatar8689_1.gif
Registriert seit: 02.01.2004
Südhessen
Redakteur
Moderator
Beiträge: 10072
Und was hindert dich daran, deine Miner einfach in ein isländisches Rechenzentrum zu stellen? Ist ja nicht so, dass das nur einheimischen vorbehalten bleibt.
#98
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10409
Strom ist das eine. Alles andere ist auf Island wieder teurer. Also alles was man dort nicht produzieren kann. Und beim miner machen die fixkosten Einen nicht unerheblichen Anteil.
#99
customavatars/avatar8689_1.gif
Registriert seit: 02.01.2004
Südhessen
Redakteur
Moderator
Beiträge: 10072
Und das wäre was? Der Miner selbst? Der kommt aus China oder Israel und wird von da nach Island geschickt, wo ist das Problem?
#100
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10409
Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.
#101
customavatars/avatar3377_1.gif
Registriert seit: 15.11.2002
www.twitter.com/aschilling
[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29105
Und dennoch scheint es sich dort zu lohnen, sonst wären die größten Miner nicht eben dort ansässig, oder?
#102
customavatars/avatar8689_1.gif
Registriert seit: 02.01.2004
Südhessen
Redakteur
Moderator
Beiträge: 10072
Zitat Hardwarekäufer;22444679
Personal? Wartung? Administration? Standortmiete?

Alles Dinge die auf Island viel teurer sind im Gegensatz zum Festland.

Worüber diskutieren wir gerade? Dein Ausgangspunkt war, dass es unfair ist, dass man in Island viel profitabler minen kann. Dem wurde entgegnet, dass jeder seine Miner dort aufstellen kann, wo er will, also auch in Island. Jetzt konterst du mit Personalkosten - aber das betrifft doch auch wieder alle, die dort ihre Miner stehen haben. Es gibt also gleiche Bedingungen für alle, was ist daran unfair? Wenn es irgendwo anders profitabler ist, geht man mit seinen Minern eben woanders hin. Aber diese Möglichkeit steht ja nun wirklich jedem offen.

Und bei Don einzuhaken: Die Stromkosten sind beim Mining absolut ausschlaggebend. Die Wartungskosten sind verschwindend im Vergleich zum Energiebedarf (mit einer Handvoll Vollzeitstellen kann man schon sehr große Farmen betreiben) . Neben Island sind auch manche Teile der USA und China geeignet, um große Mining-Farmen zu betreiben. So gesehen gibt es auch keine Probleme mit der Dezentralität.
#103
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10409
Dem widerspreche ich garnicht.
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt. Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.
#104
customavatars/avatar8689_1.gif
Registriert seit: 02.01.2004
Südhessen
Redakteur
Moderator
Beiträge: 10072
Zitat Hardwarekäufer;22444886
Aber USA und China als "Schlüsselfiguren" für eine weltweit gültige Währung zu präsentieren ist shcon wieder ein ganz neues Fass.
Wobei es nichts mit "Dezentralität" zu tun hat, wenn man Island, USA und China als mögliche Standorte aufzählt.

Ich rede von USA/China/Island etc. als Standorte, nicht als Regierung(en). In irgendeinem Land müssen die Miner ja außerdem stehen, sie können schlecht an einem Ort stehen, der keinem Land zugehörig ist.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Dezentralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktionkapazität dort eingesetzt werden kann wo sie benötigt wird.

Kannst du die Aussage mal konkret auf Bitcoin anwenden? Wo die Miner stehen, ist absolut egal. Sie können auf einen Poolserver zugreifen, der am anderen Ende der Welt steht. Sie können für ein Wallet minen, dessen Besitzer sonstwo ist. Bitcoin-Miner sind ja nun keine Asphaltiermaschinen, die ich tatsächlich "vor Ort" einsetzen muss. Mein Bitcoin-Miner kann wie gesagt "irgendwo" stehen und trotzdem für mich, hier in Deutschland, arbeiten.

Dezentralität heißt einfach nur: Es gibt keine zentrale Instanz, die das Netzwerk kontrolliert. Und das ist nach wie vor bedingungslos gegeben, auch wenn sich die großen Mining-Farmen in wenigen Ländern konzentrieren. Schließlich entscheiden nicht nur die Miner, was gemined wird, sondern auch jeder Teilnehmer des P2P-Netzwerks, welche Blöcke er annimmt.

Zitat Hardwarekäufer;22444886
Ich störe mich nach wie vor an dem Gedanken, BTC als "Revolution" oder "Chance" anzusehen.

Deswegen greifst du nach jedem Strohhalm, um Bitcoin schlechtzureden? ;) Es kommt zumindest ein bisschen so rüber, du fängst ständig neue Themen an, die teilweise noch relativ wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Dabei gibt es genügend Probleme, über die man bei Bitcoin diskutieren kann und bei denen ich auch sagen würde "Jawohl, das ist ein echtes, handfestes Problem". Das wäre z.B. die stetig wachsende Blockchain, die mehrere 10 GB Speicherplatz benötigt. Das ist notwendig, um tatsächlich niemandem vertrauen zu müssen, denn nur mit allen Daten kann man alle Transaktionen auf ihre Gültigkeit überprüfen. Wenn man jetzt in Richtung "Thin Clients" oder Webwallets geht, ist die Frage, in wiefern man ein Grundprinzip (Zero Trust) von Bitcoin zumindest stückweise aufgibt. Erstmal 20 GB Blockchain runterladen ist kein gutes Argument, um Leute von Bitcoin zu überzeugen.

Wenn du dich mit der Materie beschäftigst werden dir noch mehr "echte" Probleme (wie dieses) auffallen. In welchem Land die Miner stehen oder wie hoch die Personalkosten in Island sind ist alles, aber kein Problem von Bitcoin.
#105
customavatars/avatar65304_1.gif
Registriert seit: 03.06.2007
Greifswald
Oberbootsmann
Beiträge: 1021
Also, ich nutzte auch aktiv Bitcoin. Habe gestern gerade bei Caseking bestellt und mit Bitcoins gezahlt. Für mich ist BitCoin eine Alternative zu PayPal/Überweisung. Aktuell komme ich persönlich leider nichts um Umrechen in FIAT vorbei... weil leider sehr oft nur EUR/ETC angeben wird und erst zum Schluss vom Anbieter in Coins angegeben/umgerechnet wird.
#106
customavatars/avatar8689_1.gif
Registriert seit: 02.01.2004
Südhessen
Redakteur
Moderator
Beiträge: 10072
https://stripe.com/blog/bitcoin-the-stripe-perspective

Das ist auch noch ein interessanter Artikel, der genau diesen Aspekt (Bitcoin als Zahlungsmittel) näher beleuchtet. Der Aufhänger ist dabei knackig und vollkommen richtig:
Zitat
It’s surprisingly difficult to move money today, and the experience of paying for something online is just about the only part of the internet that hasn’t changed dramatically in the past twenty years.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!