> > > > Bosch Indego Mähroboter im Test

Bosch Indego Mähroboter im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Installation und Lernprogramm

Die Installation der Basisstation

Der Indego lädt auf der Basisstation auf und fährt von dort aus den Rasen ab. Auch die Begrenzungsdrähte erhalten von dort aus ihre Spannung. Insofern ist die Aufstellung an einem Ort zu wählen, wo man einen Stromanschluss realisieren kann. Das Netzteil, das Bosch mitliefert, ist aber mit einem sehr langen Anschlusskabel ausgestattet, sodass hier keine Probleme entstehen sollten.

Problematischer sind ein paar Regeln, die man beim Aufstellen beachten muss:

  • Ist der Indego in der Ladestation, so kann er nur rückwärts herausfahren und dann nach links abbiegen (wenn man in Blickrichtung des Indego steht). Insofern muss die Basisstation mit der rechten Seite entweder am Rasenrand stehen oder auf einer gepflasterten Ebene.
  • Vor und hinter der Basisstation müssen jeweils 2m Platz sein, da der Indego diesen Abstand zu manövrieren benötigt.

Da auch die Basisstation fast einen Meter lang ist, braucht man also eine gerade Fläche von rund 5m am Rand. In unserem "Mustergarten" war dies leider nur an drei Stellen zu finden: In der Mitte der Terrasse, wo man den Indego eigentlich nicht positioniert haben möchte, am rechten Rasenrand und an der Stirnseite des Rasens. Bei den letzten beiden Positionen sitzt die Basisstation dann aber auf dem Rasen, wobei dieser mit der Zeit aufgrund von Luftmangel vergammeln wird.

Eine Platzierung "in einer Ecke" des Grundstücks, wobei sich der Indego den Weg zum Rasen selbstständig oder durch Begrenzungsdraht sucht, ist leider nicht möglich.

Die Installation des Begrenzungsdrahtes

Nachdem man eine Position für die Basisstation gefunden hat, muss der Begrenzungsdraht verlegt werden. Bosch liefert hierfür zwei Schablonen mit: Eine ist 35 cm lang und beschreibt den Abstand des Begrenzungsdrahtes zum Rand. Die zweite ist 50 cm lang und soll für den Abstand der Fixierstifte verwendet werden. Bestenfalls legt man also alle 50 cm einen Fixierstab auf den Rasen, spannt dann den Begrenzungsdraht zwischen zwei Ecken und schlägt die Fixierstäbe in den Boden, sodass der Begrenzungsdraht gerade sitzt.

Montage Begrenzungsdraht
Der Begrenzungsdraht muss mit 35 cm Abstand vom Rand gesetzt werden, alle 50 cm ist ein Befestigungskrampen einzuschlagen.

Mit etwas Übung ist dies schnell erledigt. Kleinere Hindernisse - beispielsweise ein Baum - können ebenso markiert werden, in dem man das Kabel "doppelt" bis zum Baum verlegt und dann um den Baum herumführt. Auch ein Teich oder eine gepflasterte Fläche könnte man so markieren, dann fährt der Indego nicht in den markierten Bereich ein.

Da die Schnittbreite des Indego nur 26 cm beträgt und mittig sitzt, ist aber jetzt schon klar, dass der Indego einen Rand stehen lassen wird. Bosch gibt den Randbereich mit 22 cm an. In der Tat steht nach dem Mähen genau dieser Bereich ungemäht da - es muss also ein Rasenmäher für diesen Bereich umlaufend um das Grundstück manuell eingesetzt werden. Etwas tricksen lässt sich aber: In unserem Mustergarten ließen sich die Randsteine vom Indego befahren, sodass wir die nicht gemähte Breite auf ca. 10 cm verringern konnten. Lässt man ihn über die Terrasse fahren, muss dort gar nicht der Rand gemäht werden. Bei unserem Mustergarten müssen wir also nur in "U"-Form mit einem Kantenschneider von Zeit zu Zeit den Rasen manuell mähen.

Der Begrenzungsdraht ist nach der Installation auch zunächst einmal klar sichtbar - er liegt letztendlich auch teilweise über dem platt gedrückten Rasen. Nach 14 Tagen ist er allerdings kaum noch zu sehen, dann ist er vom Rasen überwuchert. Wer es besonders gründlich machen will, kann den Begrenzungsdraht auch unter den Rasen verlegen. Bis zu einer Tiefe von 5 cm ist dies möglich. In unserem Testbetrieb war dies allerdings nicht praktikabel.

Das Lernprogramm des Indego

Im Vergleich zu anderen Rasenmähern, die meistens nach dem Zufallsprinzip mähen, besitzt der Indego die sogenannte Logicut-Technik. Er vermisst den Rasen anhand einer Runde auf dem Begrenzungsdraht und speichert diese Gartenkarte ab. Sie ist quasi die "maximale Ausdehnung" des Gartens, anhand dann ein optimaler Weg über den Rasen gewählt wird. Er fährt diesen Weg dann so gut es geht ab - hin und her, immer mit etwas Überlappen bei der Schnittbreite. Stößt er an den Begrenzungsdraht, dreht er nicht wie andere Rasenmäher in eine beliebige Richtung ab, sondern dreht sich um 180°, versetzt sich um ein paar Zentimeter und fährt zurück.

Mit dieser Technik erreicht der Bosch Indego natürlich ein sehr schnelles und gutes Mähresultat. Besonders gefallen kann dabei die Struktur, die auf dem Rasen entsteht - ähnlich der Mähtechnik in einem Stadion. Mit der Zeit lernt der Indego dabei und ändert bei jedem Mähvorgang auch die Route und den Anfahrwinkel, sodass er auch Rasenstücke erreicht, die vielleicht beim ersten Mähvorgang stehen geblieben sind.

Logicut-Vermessung
Nach einer Rundfahrt auf dem Begrenzungsdraht hat der Indego den Garten vermessen und fängt an zu mähen.

Nach Rücksprache mit Bosch erfuhren wir, dass nach ca. 14 Tagen ein optimales Ergebnis zu erwarten ist. In der Tat wurde das Mähergebnis nach jedem Tag besser, auch wenn der Indego immer wieder Ecken im unserem recht verwinkelten Garten stehen ließ. Mal mähte er rechts oben nicht, mal links unten in der Ecke. Eine komplette Abdeckung schaffte er somit nie. Auch den Randbereich - der sich im Menu mit "Rand mähen" auf "immer", "alle 2 Mal", "alle 4 Mal" und "nie" stellen lässt - mähte er nur unregelmäßig, ohne dass ein System zu erkennen wäre.

Zeitbetrieb einstellen und Sicherheitshinweise

Trotzdem lässt sich ein Mähergebnis erreichen, das gut ist, denn der Indego besitzt eine Zeitschaltautomatik. Zwar ist es etwas mühsam, mit den sechs Tasten des Indego für jeden Tag einzeln die Zeiten einzustellen, die gemäht werden sollen - eine Kopierfunktion oder eine Funktion, die dem Indego sagt, dass er jeden Tag um 10:00 Uhr fahren soll, gibt es nämlich nicht. Stellt man aber manuell einmal alles ein, fährt der Indego einsam seine Runden, ohne dass man sich darum kümmern muss. Nur sollte man keine Spielzeuge, die Tennisbälle für den Hund oder sonstiger Kleinkram auf dem Rasen liegen lassen. Über diese fährt der Indego nämlich und ist bei kleineren Geräten auch nicht zimperlich mit seinen Klingen. Während er bei Hochheben und "Umfallgefahr" zwar abschaltet und bei einem Hindernis umdreht, sind flache Gegenstände - oder auch Hände, Hundeschwänze oder ähnliches - für ihn nicht zu erkennen. Kinder oder Tiere sollten also möglichst nicht in der Nähe des Rasenmähers spielen. Der Hinweis, dass man niemanden auf dem Rasenmäher "reiten" lassen darf, ist wohl selbstverständlich.

Abstand falsch
Eine typische Fehlermeldung: Ist der Abstand der Basisstation zu einem Hindernis zu nahe, kann der Indego die Kartierung nicht abschließen.
 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 5

Tags

Kommentare (38)

#29
customavatars/avatar87122_1.gif
Registriert seit: 13.03.2008

Kapitänleutnant
Beiträge: 1679
Als ob man vom Rasenmähen muskeln bekommt ;) Zumindest nicht mit den heutigen Dingern und bei großen Gärten hat jeder mittlerweile nen Traktor. Es gibt mMn exakt zwei Geräte, die den Körper etwas ins Schwitzen bringen: eine Sense oder so ein uraltes, unglaublich schweres Mähgerät (rechts) - letztere sind aber heutzutage auch schon fast Leichtgewichte im Vgl zu den Ochsen vor 10-20 Jahren.

[ATTACH=CONFIG]247308[/ATTACH]


Übrigens cooler Test. Hardware ist eben nicht nur Computer-Hardware: https://en.wikipedia.org/wiki/Hardware :d
Solange das was mit Elektronik und Platinen zu tun hat, sehe ich einen solchen Exkurs eher unproblematisch. Beim Betonmischer oder neuen Schlagbohrer wäre ich skeptischer, aber schließlich wird auch hier viel gewerkelt - warum nicht auch mal ein Lötkolbenset oder irgendwelche Messgeräte testen, damit der Modder/Tester weiß was er kaufen kann?

Insgesamt wäre es cool ab und zu mal Geräte zu testen, die hackbar sind und hier vllt auch mal auf die Hackbarkeit eingehen. Gibt zwar auch sehr interessante Seiten im Netz (zB Hack a Day), allerdings geht das selten in die Tiefe, da der Schwerpunkt eben auf den Hacks liegt, nicht jedoch auf den Geräten und ihren Funktionen. Wenn es hier zB ein How-To gäbe, wie man aus einem alten PC, entsprechender Software und Hardware einen eigenen Marsrover bauen könnte, wäre das ziemlich genial (mal so als utopisches Bsp). Solche Artikel müssen ja nicht wöchentlich erscheinen. 2-3 mal im Jahr zur Auflockerung und Horizonterweiterung fände ich persönlich nicht verkehrt.
#30
customavatars/avatar122916_1.gif
Registriert seit: 08.11.2009
Daheim
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 478
Guter Test, aber bei dem Preis ist der stehende Rasenstreifen schon eine Marke.
Jetzt müsste nur noch einer auf die Idee kommen das ding mit nem Arduino/Rasberry Pi zu modden das er das Ding per Joystick/Smartphone über den Rasen jagen kann, dann kann man wenigstens Hindernisse umfahren. ^^
#31
customavatars/avatar116335_1.gif
Registriert seit: 12.07.2009
Bonn
Moderator
A very special one
Kölsche Würmche
Tupper-Tussie
Beiträge: 7147
Mir würde es ja reichen so nen "Roboter" zu haben, dem ich einmal einprogrammieren kann wie er zu fahren hat - dann gibts auch keine Probleme mit der Rasenkante...
Weil mit diesem Begrenzungsdraht wird das bei uns im Garten nicht hinhauen :(
#32
Registriert seit: 13.01.2005

Hauptgefreiter
Beiträge: 223
Begrenzungsdraht, Rasenkante und die 5 Meter für die Basisstation, allem voran aber "Kinderhände", halte ich für Spaßkiller. Mein Interesse an einem Mähroboter ist dahin, bis diese Dinge irgendwann einmal verbessert wurden.
#33
Registriert seit: 15.09.2010

Gefreiter
Beiträge: 32
Wir haben uns letztes Jahr (im Spätsommer noch...) einen Automower 220 AC von Husqvarna geholt und der ist Spitzenklasse.
Dieses Jahr zu Pfingsten (war ja sehr früh) haben wir einmal den Rasen von Hand gemäht und bis jetzt noch nicht wieder.
Insgesamt haben wir ca. 2500 m² Rasen hinterm Haus und davon mäht der Automower rund 2000 m².
Allerdings läuft er auch Tag und Nacht, bei Wind und Regen - man kann aber bei uns zu jeder Zeit aus dem Fenster schauen ... der Rasen ist immer frisch gemäht!
Zusätzlich entfällt auch das wöchentliche Fahren von einem PKW-Anhänger voll Rasenschnitt zur Deponie (kostet auch Geld).

In der ersten Zeit bleibt der Roboter hier und da mal stecken und hängen, aber mit der Zeit ist der Rasen so "optimiert" das alles reibungslos funktioniert.
Man sollte vielleicht noch einmal pro Monat die Klingen wechseln (Als Noname kosten die beim großen Fluss nicht viel).
Wenn sich jemand ernsthaft für einen Rasenmähroboter interessiert, dann sollte er sich die Modelle von Husqvarna anschauen.
Und das beim Bosch ein noch von Hand zu mähender Rand übrig bleibt - ist lächerlich.
#34
Registriert seit: 21.02.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 903
Ich habe auch einen ac220 und bin damit sehr zufrieden. Der Bosch muß sich erst noch bewähren, was der Schwede schon laaange getan hat. Dafür kostet der Schwede aber auch das doppelte.
#35
customavatars/avatar87122_1.gif
Registriert seit: 13.03.2008

Kapitänleutnant
Beiträge: 1679
Warum mäht ihr eigentlich nicht selber? Ich find das immer ganz entspannend :d
#36
customavatars/avatar75855_1.gif
Registriert seit: 29.10.2007
München
Flottillenadmiral
Beiträge: 6082
Ich finde die Idee hin und wieder mal ein technisches Gadget zu testen das nicht direkt dem PC-Bereich zuzuordnen ist gut.
Schließlich hat auch ein Nerd ein Leben abseits vom PC :D
#37
customavatars/avatar1_1.gif
Registriert seit: 04.05.2001
Hannover
Chefredakteur
Beiträge: 30930
Ich habe hier mal aufgeräumt.
#38
Registriert seit: 02.09.2010
Bergisch Gladbach
Vizeadmiral
Beiträge: 6373
Ich habe meinen Post ebenso gelöscht. War für mich komplett neu das HardwareLuxx auch Gartenartikel testet :)
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!