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Die Geschichte der CeBIT

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Seite 3: Probleme und Lösungsversuche

Trotz der Professionalisierung und der Pleite der CeBIT HOME wuchs und wuchs die Messe immer weiter und feierte in den Boomjahren 2000 und 2001 weitere Besucher- und Ausstellungsrekorde. Dank der Expo erstrahlte das Messegelände im neuen Gewand, bot mehr Platz denn je und konnte so dem Ansturm von teilweise mehr als 800.000 Besuchern standhalten. Trotz alledem konnte es so nicht auf Dauer weitergehen. Zum großen Glück oder Unglück kam dann Ende 2001 der Fall der „New Economy“ mit all seinen Gewinnern und Verlieren. Aber nicht nur an der Börse erlebten alle ihr blaues Wunder, sondern auch die Messe AG, denn schon im Folgejahr 2002 war die Anzahl der Aussteller seit Jahren erstmals rückläufig.

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Zwar konnte man einen Teil der frei gewordenen Ausstellungsfläche mit Firmen aus den Wartelisten decken, doch reichte dies nicht, um die verlorengegangenen Kapazitäten zu kompensieren. Im vergangenen Jahr sank die Besucherzahl auf fast die Hälfte des Niveaus von 2001 und die Standflächen gingen um rund ein Drittel zurück. Dabei hatte es in den vergangenen drei Jahren so ausgesehen, als ob die Talsohle erreicht worden wäre. Die Zahl der Aussteller hielt sich stabil bei 6000, die vermietete Fläche bei 300.000 Quadratmetern.

Doch dann häuften sich im Vorfeld der letztjährigen CeBIT die Hiobsbotschaften: Nokia, Motorola, LG und andere Branchengrößen erteilten der Messe AG einen Korb. Die Gründe für das Fernbleiben sind dabei vielfältig, nicht nur sorgt die jetzt alljährlich stattfindende Internationale Funkausstellung in Berlin für Bauchschmerzen, sondern auch die Tatsache, dass die CeBIT nicht mehr als „Profimesse“ wahrgenommen wird und schon seit längerem um ein klares Profil ringt.

Alles auf Anfang

Die Verantwortlichen scheinen aber die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und starten in diesem Jahr mit einem komplett neuen Konzept für die noch weltgrößte IT-Schau. Die für erfahrene CeBIT-Besucher auffälligste Neuerung wird höchstwahrscheinlich die um einen Tag verkürzte Dauer der Technologieschau sein, und dass die Messe an einem Dienstag und nicht wie sonst immer an einem Donnerstag startet. Auch das ausgedehnte Tagungsprogramm und die auf eine an Lösungen ausgerichtete Struktur der CeBIT sollen der „betagten“ Veranstaltung neues Leben einhauchen.

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Ob die „neue CeBIT“ den Nerv der Aussteller und Besucher trifft, lässt sich frühestens am 9. März sagen, dann nämlich lädt die Deutsche Messe AG zur obligatorischen Abschlusspressekonferenz. Auch wenn in diesem Jahr wieder einige Branchengrößen wie O2 oder Freenet der ITK-Schau den Rücken kehren, und insgesamt weniger Aussteller aufs Messegelände kommen werden, zeigen sich die CeBIT-Macher mit 5500 Ausstellern aus 75 Ländern dennoch mehr als zufrieden und sehen sich in ihrem neuen Kurs mehr als bestätigt.

„Was des einen Freud, ist des anderen Leid“, zeigen sich aber nicht unbedingt alle über diesen Trend traurig, denn die CeBIT hat mit dem Rückgang der Aussteller und vor allem der Besucher wieder mehr an Flair gewonnen. Man nimmt sich wieder Zeit für Gespräche und das Ganze ist auch nicht mehr so voll und abgehetzt wie in den Jahren zuvor.