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Der Hardwareluxx-Silentguide 2013 - Softwareeingriffe

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Seite 2: Softwareeingriffe

Der erste Schritt auf dem Weg zum leisen PC ist gleichzeitig auch der kostengünstigste. In vielen Fällen lässt sich die Lautstärke eines Rechner schon durch Softwareeingriffe deutlich absenken. Gerade hochwertige Mainboards sind gut dafür geeignet, die Lüfter des CPU-Kühlers und die Gehäuselüfter zu steuern. Teilweise lässt sich diese Lüftersteuerung nur grob über einige Settings im BIOS beeinflussen, teilweise kann sie aber sogar über Programme genauer kontrolliert werden. Im besten Fall macht das Mainboard die Anschaffung einer Lüftersteuerung überflüssig. Auch bei der Grafikkarte kann sich ein Softwareeingriff lohnen. Viele Grafikkartenhersteller bieten Überwachungs- und Steuerungstools für ihre Grafikkarten an. Manche lassen sich auch mit den Grafikkarten von anderen Herstellern nutzen. Das gilt beispielsweise für MSIs Afterburner.

Automatische Lüftersteuerung im BIOS

Die meisten Mainboards bieten nicht nur einen Anschluss für den CPU-Lüfter, sondern noch weitere Anschlüsse für Gehäuselüfter. Selbst bei günstigen Mainboards gibt es oft die Möglichkeit, diese Lüfter über das BIOS zu steuern. Meist sind die Eingriffsmöglichkeiten allerdings auf die Auswahl von verschiedenen Lüfterprofilen beschränkt, eine direkte Steuerung der Lüfter nicht möglich. Premiummainboards ermöglichen häufig noch etwas mehr Einflussnahme.

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Das BIOS des ASUS Crosshair V bietet so zumindest neben der Auswahl von Lüfterprofilen noch die Möglichkeit, für einige Lüfter untere Grenzwerte festzulegen. Für eine schnelle Reduzierung der Lüftergeschwindigkeit und -lautstärke ist das BIOS also die erste Anlaufstelle. 

CPU- und Gehäuselüfter gesteuert - ASUS AI Suite II

Viele ASUS-Mainboards ermöglichen eine Lüfterkontrolle und - steuerung über die Software AI Suite. Wir werfen exemplarisch einen Blick auf diese Software, andere Hersteller bieten aber teilweise vergleichbare Lösungen an. Die neusten Mainboards werden schon mit der AI Suite III ausgeliefert, für das Crosshair V wird die AI Suite II angeboten. Unter dem Dach dieser Suite versammelt ASUS eine ganze Reihe von Tools. Für die Lüftersteuerung ist Fan Xpert zuständig. Mit diesem Tool lassen sich der CPU-Lüfter und die Gehäuselüfter separat steuern.

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Dafür stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Am einfachsten ist das Auswählen eines vordefinierten Profils. Das "Leise"-Profil senkt die Lüftergeschwindigkeit sofort hörbar ab und regelt die Lüfter nur bei Bedarf temperaturgesteuert wieder hoch. Alternativ lässt sich die Regelkurve auch manuell anpassen. Dafür wird der Software mitgeteilt, ab welcher Grenztemperatur die Lüfter mit wie viel Prozent ihrer maximalen Drehzahl operieren sollen. 

Fan Xpert bietet im Vergleich zu einer einfachen Lüftersteuerung über das BIOS deutlich mehr Einflußmöglichkeiten. Die Software hat aber ihre Grenzen. So kann die Lüfterdrehzahl maximal auf 20 Prozent abgesenkt werden und die Gehäuselüfter lassen sich nicht einzeln, sondern nur gemeinsam steuern. Für eine noch präzisere Lüftersteuerung bietet sich also eine Hardwarelösung an, also eine richtige Lüftersteuerung.

Grafikkartenlüfter gesteuert - MSI Afterburner

ASUS bietet mit Smart Doctor zwar auch eine Software für die Steuerung von Grafikkartenlüftern an, mit MSIs Afterburner ist aber ein Tool erhältlich, das herstellerübergreifend funktioniert und mehr Einflussnahme auf die Lüfter ermöglicht.

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Wie in der AI Suite II für die CPU- und Gehäuselüfter können im Afterburner genaue Kurven festgelegt und die Grafikkartenlüfter in Abhängigkeit von der Temperatur geregelt werden. Die Grafikkartenhersteller setzen dem Regelbereich aber teilweise Grenzen. So war es uns nicht möglich, die Lüfter der ASUS Radeon HD 6950 DirectCU II unter 20 Prozent zu regeln. Damit fällt die Grafikkarte in einem lauten System zwar nicht auf, wird in einem flüsterleisen Silentsystem aber zur lautesten Komponente.

Insgesamt sind Softwarelösungen zur Lüftersteuerung eine schnelle und günstige Möglichkeit, die Lüftergeschwindigkeit und damit die Lautstärke des PCs zu reduzieren. Automatische Lüftersteuerungen arbeiten im Hintergrund und sind komfortabel. Teilweise werden die Lüfter aber nicht weit genug heruntergeregelt, um wirklich leise zu sein - sei es wegen eines eingeschränkten Regelbereichs der Software oder auch wegen Begrenzungen des Regelbereichs durch Grafikkartenhersteller. Im Falle unseres Testsystems können die Softwarelösungen außerdem nicht über einige Schwächen der Hardware hinwegtäuschen. So ist beispielsweise durchaus möglich, den Lüfter des Boxed-Kühlers im Leerlauf weit herunterzuregeln. Unter Last muss der Lüfter aber extrem hochdrehen und wird entsprechend laut. Auf manche Lärmquelle wie den Netzteillüfter oder Festplatten haben die vorgestellten Programme ohnehin keinen Einfluss. 

Im ersten Teil unseres zweiten Vorschauvideos zeigen wir die vorgestellten Softwaretools im Einsatz. Anschließend werden die genutzten Silentkomponenten vorgestellt.

 

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Kommentare (39)

#30
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Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 3675
Zitat Hilikus;21089032
Naja wer ein System mit 6 Lüftern als unhörbar bezeichnet, hat sowieso immer das Fenster offen oder noch nie ein unhörbares System (nicht) gehört.


Wir haben uns bewusst für die Formulierung "so gut wie unhörbar" entschieden. Ich habe durchaus schon unhörbare Systeme ohne jeden Lüfter im Einsatz gehabt, der Unterschied zu dem System mit sechs massiv heruntergeregelten Silentlüftern ist imho so gering, dass diese Beschreibung so gerechtfertigt ist. Mit weniger Lüftern wäre dieses System nicht mehr anständig zu kühlen gewesen.
#31
Registriert seit: 07.05.2009

Fregattenkapitän
Beiträge: 2687
Da kann ich Hilikus nur zustimmen...also bei dem Case kann man getrost die beiden Top Lüfter weg lassen und den CPU Kühler um 90° drehen, das sollte den Luftstrom verbessern und Lautstärketechnisch noch ein bischen was bringen...
#32
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 7784
Mir ist klar, dass es ohne einen Messraum kaum möglich ist, aber die Schalldruckmessung ist so alles andere als korrekt. Die Werte sind allenfalls als relative und grobe Richtwerte zu betrachten, wenn aus 20cm bei offenem Aufbau gemessen wird.

Und ein bisschen viel be quiet! Werbung ist es auch ... ;)
#33
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Registriert seit: 13.10.2009

Bootsmann
Beiträge: 754
Zitat Redphil;21089100
Mit weniger Lüftern wäre dieses System nicht mehr anständig zu kühlen gewesen.

Ich würde für ein besonders leises System schon gar nicht erst zu einem stromhunrigen FX-8350 greifen. Und es muss auch nicht so ein OC-Board mit dutzenden Phasen her. Daher halte ich den Artikel für recht praxisfern. Imo hätte es in erster Linie Sinn gemacht, bei ausgewogener Hardware anzufangen. Wobei 2x 120mm Gehäuselüfter selbst bei diesem System ausreichen sollten. Im Zweifel ein Gehäuse wie das Fractal Design Define R4 PCGH und einen 140mm Lüfter ins Heck. Das R4 schluckt Dank der Fronttür auch zusätzlich Geräusche der Laufwerke. Würde mir beim nächsten PC-Kauf Zwecks Silentambitionen auch kein Gehäuse mehr mit Vorkehrungen für Toplüfter kaufen.
#34
Registriert seit: 06.12.2010

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 462
Zitat Luckysh0t;21087904
Mit was für einer Kamera wird da aufgenommen das man das Flackern/Refresh eines LCD-Monitors sieht ?



zb.
Zitat
Aufgenommen mit einer Canon EOS 600D, in 1920x1080 mit 24p und 1/50 Sek. Belichtungszeit.
(Alternativ auch mit 1/30Sek., 1/100 Sek, 200/Sek, 1/400Sek. 1/1000Sek.)


https://www.youtube.com/watch?v=aGqSMp6BfzA&list=PLF308F7577B651B38
LED backlight flackern durch PWM - LG IPS235V vs. Macbook Pro
#35
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Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 3675
Zitat G00fY;21089394
Ich würde für ein besonders leises System schon gar nicht erst zu einem stromhunrigen FX-8350 greifen. Und es muss auch nicht so ein OC-Board mit dutzenden Phasen her. Daher halte ich den Artikel für recht praxisfern.


Wird doch im Artikel ausführlich erklärt - der Guide soll zeigen, was bei einem vorhandenen, etwas hitzigeren Mittelklassesystem an Silentmaßnahmen sinnvoll und möglich ist. Er ist also gerade an einem sehr praxisnahen Szenario orientiert. Schließlich dürften gerade Nutzer mit solchen Systemen mit einer zu hohen Lautstärke zu kämpfen haben.
Auf der vorletzten Seite gehe ich darauf ein, dass bei einer Neuzusammenstellung natürlich an sparsame Hardware gedacht werden sollte. Das Define R4 wird dort auch als Gehäuse empfohlen. Auf Seite 6 wird übrigens auch das Szenario mit zwei Gehäuselüftern durchgespielt - in Kombination mit Dämmmatten wurden die Komponenten dabei deutlich zu heiß. Man hätte die Gehäuselüfter und die Lüfter auf CPU/GPU massiv hochregeln müssen. Im Endeffekt wäre das deutlich lauter geworden als mit vier heruntergeregelten Gehäuselüftern.
#36
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Registriert seit: 03.03.2006

Leutnant zur See
Beiträge: 1054
350-370€ allein für Silent-Maßnahmen finde ich etwas übertrieben. Das gleiche Resultat hätte man auch locker mit weniger als 200€ erreichen können.
#37
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Registriert seit: 01.05.2011
Berlin
Leutnant zur See
Beiträge: 1103
Zitat herrhannes;21086103
Bei der AISuite III fallen da übrigens einige der Einschränkungen weg ;)


Bei der AISuiteII auch. Wenn man einen neuen Lüfter einbaut und konfigurieren will wird vorher eine Test abgefahren. Dabei wird die minimale Spannung (3Pin) bzw. Drehzahl Einstellung (4Pin) ermittelt die man dem Lüfter mitgeben kann das er sich noch dreht.

Bei den Silentwings sind das wahrscheinlich 20%.
Bei meinen Enermax sind das 14%. Deswegen lassen sich die auch einstellen.
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#38
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Registriert seit: 25.03.2011
Oberbayern-Landkreis München
Bootsmann
Beiträge: 514
Wer sich infos zum silentrechner holen will, schaut sich vorab sicher mal die adresse http://www.silentmaxx.de/?id=274
an.
Marketing von BeQuiet! ist nicht so meins. Auch weil die propeller von Noiseblocker mich eher überzeugt haben.
#39
Registriert seit: 30.12.2012
i.d.N.v. MD
Stabsgefreiter
Beiträge: 346
Noiseblocker ist auch nicht viel besser... Aber warum immer eine Marke hochleben lassen? Es gibt auch von Enermax 2-3 sehr gute Lüfter.

Das ist alles relativ.
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