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AMD Athlon 64 Overclocking Guide - Athlon64Overclocking-dieMainboardempfehlungen

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Seite 5: Athlon 64 Overclocking - die Mainboardempfehlungen

Oft wird in unserem Forum gefragt, welches das beste Athlon 64 Board ist. Diese Frage kann man so gut wie nicht beantworten, da es eine breite Palette gibt. Die einen Boards sind auf Overclocking ausgerichtet, während die anderen auf Komfort und Zubehör gebaut sind. Die einen sagen, Abit sei besser als Epox und umgekehrt, weitere schwören auf ganz andere Marken - aber das ist jedem selbst überlassen mit welchem Board am besten zurechtkommt. Wichtiger ist es, Grundanforderungen an ein Mainboard für das Overclocking zu stellen.

Was muß ein Mainboard nun aber besitzen, um ein gutes "Overclocking-Mainboard" zu sein :

    Stufenlose Veränderung des Referenztaktes :

Hier sind Werte von 200 Mhz bis 350 Mhz sinnvoll – je höher der Referenztakt geht, desto schneller wird auch der Athlon 64. Im Bios wird der Referenztakt auch oft als "CPU FSB" oder "CPU Overclock in Mhz" angegeben.

    Veränderung der VCore in sinnvollen Bereichen

Unter sinnvollen Bereichen verstehen wir hier Spannungen von 1.45V bis 1.7V - aufgrund der empfindlichen 0,13micron-Strukturen sollte man dem Athlon 64 Kernen nicht mehr Spannung zumuten. Wenn die Strukturen bald auf 0,09micron umgestellt werden, so wird der Prozessor noch empfindlicher auf Spannungserhöhungen reagieren.

Veränderung des Multiplikators

Hier sind Werte von 4 bis 20 am besten. Da aber nur nach unten hin der Multiplikator verändert werden kann, sind die höheren Multiplikatoren für neuere Prozessoren gedacht, die mit 2,6 Ghz und mehr takten. Den Multiplikator kann man also nur senken, um durch einen noch höheren Referenztakt noch mehr Performance über eine größere Bandbreite zu erreichen.

    Veränderung der VDimm in sinnvollen Bereichen

Auch eine Veränderung der Dimm-Spannung (VDimm) kann sinnvoll sein - denn eventuell funktioniert ein Modul noch hervorragend auf höheren Frequenzen, wenn man ihm ein paar Millivolt mehr Spannung schenkt. Normalerweise besitzen Speichermodule eine Spannung von 2.5V, bis 2.8V sollte man den Modulen ohne Probleme geben können. Darüber hinaus empfehlen wir nur derartige Speicherriegel einzusetzen, von denen die Hersteller auch eine höhere Spannung garantieren. Bis zu 3.0V sollten allerdings reichen, um alles aus einem Modul herauszukitzeln, Hardcore-Overclocker wünschen sich hier aber oft bis 3.2V und mehr, was wir jedoch für zu viel für ein Modul erarchten.

    Feste oder verstellbare AGP/PCI-Teiler sowie Teiler für den HT-Link

Um den PCI/AGP-Takt nicht mit zu belasten, sollte ein Mainboard den PCI/AGP-Teiler feststellen können auf die Spezifikation, um die AGP/PCI-Karten nicht entsprechend mit zu übertakten. Dadurch kann das System schnell instabil werden, mit einem festen AGP/PCI-Teiler kann jedoch nichts passieren, da die Karten immer bei 66/33 Mhz betrieben werden.

Dasselbe gilt für den HT-Link. Bleibt dieser bei den voreingestellten 4x oder 5x-Einstellungen, so wird man selten einen hohen Referenztakt erreichen können. Es ist also wichtig, dass der Mainboardhersteller auch diese Optionen zur Verfügung stellt.

    Verstellbare Speichertimings und Teiler

Natürlich auch unbedingt notwendig ist die Möglichkeit, bei einem hohen FSB den Speichertakt nach unten zu setzen, wenn zwar die CPU noch nicht ausgereizt ist, aber der Speicher keinen höheren Takt verträgt. In diesem Fall kann ein Betrieb bei einer geringeren Frequenz noch ein paar Mhz mehr CPU-Frequenz herausholen, die oft mehr Performance bringt, als ein hoher Speichertakt. Auch unbedingt notwendig : Einstellungsmöglichkeiten für die Timings der Speichermodule. Denn auch hier läßt sich - wie wir später in unserer Speicherübersicht zeigen werden - noch das eine oder andere Mhz herausholen, wenn man die Timings variieren kann.

    Möglicherweise : Veränderbare AGP-, HT, Referenz- und Chipsatz-Spannungen
    Möglicherweise : Veränderbare CPU-/Chispatz-Timings

Das ist die Kür - doch hier kann man auch sehr viel "kaputt konfigurieren. Fast alle Boards bieten eine veränderbare AGP/Chipsatzspannung. Notwendig ist dies sicherlich nur für Hardcore-Overclocker und gerade bei der Grafikkarten-Spannung sollte man wieder vorsichtig sein, denn eine 400 Euro-teure Grafikkarte verträgt auch nicht übermäßig Spannung.

Vor allem die HT- und Referenz Spannung muß oft erhöht werden, um noch ein paar Mhz mehr aus seinem System zu holen, aber dies sollte nur in moderaten Erhöhungen von maximal +0,1 V geschehen, sonst ist die Gefahr eines Defektes sehr groß.

In der Theorie ist uns nun klar, was ein Mainboard können muß - nur welches Board kommt jetzt in Frage ? Aktuell existieren mehrere Chipsätze am Markt :

  • NVIDIA nForce 3 150-Serie - 600 Mhz Hypertransport-Bus
  • NVIDIA nForce 3 250GB-Serie - 1000 Mhz Hypertransport-Bus
  • VIA K8T800 - 800 Mhz Hypertransport-Bus
  • VIA K8T800 Pro - 1000 Mhz Hypertransport-Bus

Werfen wir einen Blick auf die Tests, die wir bislang durchgeführt haben:

Sockel 754 (800 Mhz HT):

Sockel 754 (1000 Mhz HT):

Sockel 940 (800 Mhz HT):

Sockel 939 (1000 Mhz HT):

Schlussendlich bieten alle Mainboards Overclockingoptionen, aber am reichhaltigsten bieten die Mainboards von ASUS, Abit und Epox. Für den Sockel 754 hat das Abit KV8-Pro mit VIA K8T800 Pro die meisten Übertaktungsoptionen und ist somit bestens für OC geeignet, aber es gibt auch andere Alternativen. Dahinter kommt das Epox 8KDA3+ mit nForce 3 250 Chipsatz, welches über eine sehr große Ausstattung verfügt und trotzdem noch viele Übertaktungseinstellungen bietet. Für den Sockel 939 bietet das Abit AV8 die besten Eigenschaften. Ob nun VIA oder nVidia den besseren Chipsatz hat, kann man nicht sagen, da beide ihre Vor- und Nachteile haben.

Die anderen Hersteller wie MSI, Shuttle, Albatron, Soyo und Chaintech sind auch sehr gute Boardhersteller, aber hier wird nicht so großer Wert auf das Übertakten gelegt, sondern mehr auf Stabilität und Funktionalität geachtet und auf den Preis geschaut. Trotzdem sind auch hier einige Boards heiss begehrt, beispielsweise das Shuttle AN51R, welches in unseren Tests sehr gut abgeschnitten hat.

In nächster Zeit wird DFI noch mit neuen Athlon 64 Board kommen, es wurde schon von hohen HTT Takten berichtet -  evtl. kann es ja unsere Overclocking-Könige vom Thron stoßen.