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Der große Mausroundup

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Seite 10: Der direkte Vergleich

Schauen wir uns nun alle wichtigen Eigenschaften der Mäuse im Detail an.

Um einen guten Vergleich ziehen zu können, wurde die nicht mehr lieferbare Logitech MX 500 als ehemalige Referenzmaus (*) mit eingefügt. Um die Nachvollziehbarkeit unserer Bewertung zu gewährleisten haben wir außerdem noch eine "Optimum"-Spalte eingefügt. Unterhalb der Tabelle findet sich natürlich auch eine Erklärung, warum diese Kriterien wichtig sind und auf was sie sich in welcher Form auswirken. 

Kommen wir zu den Erläuterungen:

Die dpi sind ein Genauigkeitsindex. Prinzipiell gilt: je mehr davon, desto besser. Allerdings hat man ab einem bestimmten Punkt so viel Genauigkeit, dass man einfach nicht mehr braucht. Aus heutiger Sicht reichen 800 dpi für jeden normalen Spieler aus. Nur wenige Spieler brauchen z.B. tatsächlich 1600 dpi. 1600 dpi sind beispielsweise dann sinnvoll, wenn man in einer sehr hohen Auflösung spielt und die Maus nur sehr wenig von links nach rechts bewegen will, ohne dass man auch nur einen einzigen kleinen Pixel auf dem Bildschrim nicht ansteuern kann (sogenanntes Highsens-Gaming). 

Die Frage die sich viele jetzt stellen werden ist: Brauche ich 1600 dpi? Nun dass kann man ganz einfach überschlagen: Dazu benötigt man die Auflösung in der man spielt (z.B. 1024*768) und die Strecke die man die Maus von links nach rechts maximal bewegt (z.B. 5 cm). dpi = dots per inch. dots = pixel des Bildschirms. 1 inch = 2,54 cm. Teilt man nun die Breite des Schirms (1024 Pixel) durch die gemessenen 5 cm und multipliziert diese mit 2,54 cm dann erhält man die minimale dpi-Zahl die benötigt wird, um ohne Genauigkeitsverluste spielen zu können. In diesem Fall bräuchte der Spieler eine Maus mit mindestens rund 520,2 dpi. Eine Microsoft Maus würde bei ihm nicht genau genug arbeiten, da diese nur 400 dpi bietet. Eine Logitech MX 510 oder Razer Diamondback wiederum würden optimal arbeiten, da sie mehr als 520,2 dpi bieten. Wichtig ist noch, dass es egal ist, wieviel dpi man mehr als das Minimum hat. Die Razer Diamondback ist in diesem Beispielfall trotz ihrer sagenhaften 1600 dpi letztlich NICHT genauer als die Logitech MX 510 mit ihren "nur" 800 dpi, weil nur 520,2 dpi benötigt werden!

Außerdem wichtig ist, dass man die Maus mehr als 1 m/s bewegen kann. Dies ist wichtig, weil sonst der Sensor "skippt", dass heißt die Maus bleibt hängen! Die meisten Mäuse mit billigen verbauten optischen Sensoren schaffen nur etwa 0,35 m/s! Für viele fortgeschrittene und vor allem natürlich für die professionellen Spieler ist dies viel zu wenig, weil sie die Maus mehr als 35cm pro Sekunde bewegen! Je schneller man spielt, desto besser ist man bekanntlich - und desto besser muss die Maus auch sein. Eine Maus, die 1m Bewegung pro Sekunde nicht verträgt, ist ungeeignet für die Masse aller guten Spieler.

Ferner sollte die optimale Maus möglichst nicht von negativer Beschleunigung betroffen sein. Negative Beschleunigung ist ein "seltener" Fehler, der die Mauszeigerbewegung betrifft. Wenn man nämlich eine z.B. Logitech MX 500 benutzt und die Maus so eingestellt hat, dass man für eine kurze Strecke auf dem Bildschirm die Maus weit bewegen muss (sogenanntes Lowsens-gaming), dann kann dieser Fehler auftreten. Den Fehler erkennt man daran, dass der Mauszeiger z.B. bei einer schnellen Bewegung nach rechts und einer langsamen Bewegung zurück, trotz gleicher bewegter Strecke (!) auf einer ganz anderen Stelle landet als man gestartet ist. Das darf natürlich nicht sein.

Der Fehler fällt meist nur professionellen Spielern auf, weshalb die aktuellen Topclans meist noch auf die altbewährten Microsoft Mäuse (IntelliMouse Explorer 3.0/Optical sowie Wheel Mouse 1.1) setzen. Moderne Mäuse wie die Logitech MX 510 oder Razer Diamondback dürfen diesen Fehler natürlich nicht mehr haben, damit sie auch von Progamern im Lowsens-gaming problemlos verwendet werden können. Bei Mäusen die man nicht 1 m/s problemlos bewegen kann (z.B. Razer Viper), erübrigt sich ein sinnvoller Test auf negative Beschleunigung, da der Sensor skippt, bevor man den Effekt des negativen Beschleunigens zweifelsfrei festellen konnte.

Die Tastenanzahl ist für jeden Spieler unterschiedlich wichtig. Einigen reichen drei Tasten, andere können den Hals gar nicht voll genug kriegen. Wir finden, dass vier Tasten ausreichen. Meist braucht man nur die zwei normalen Tasten, die Mausradtaste ist unpraktisch und eine vierte Taste bleibt als Sondertaste für z.B. springen. Man sollte hier nicht vergessen, dass mehr Tasten auch mehr überlegen im Spiel erfordert. Nicht wenige Spieler beherrschen ihre "genial" eingestellte Maus leider nicht oder werden dadurch zu langsam. Zudem steigt mit wachsender Tastenanzahl die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Auslösens ungewollter Aktionen, manchmal liegen die Tasten auch so unerreichbar, dass ihre Installation eigentlich überflüssig wäre. In Office kann man jedoch hier und da wirklich mehr als vier Tasten gebrauchen.

Natürlich ist noch wichtig, ob die Maus ergonomisch ist oder nicht. Rechtshändern raten wir prinzipiell zu einer ergonomischen Maus, allerdings bietet aktuell keine (offiziell erhältliche) ergonomische geformte Maus 1600 dpi. Wer also die 1600 dpi braucht, muss aktuell zwingend zur Razer Diamondback greifen oder warten, bis Logitech eine entsprechende ergonomisch geformte Maus nachschiebt. Aktuell geistern ja bereits 1600 dpi Prototypen mit MX 500/510 Form aus dem Hause Logitech durchs Netz, allerdings weiß niemand so recht, wie lange es denn noch dauern mag, bis das fertige Produkt im Laden erhältlich ist. Eine solche Maus wurde von Logitech bisher leider auch noch nicht einmal angekündigt. Linkshänder können natürlich nur zu einer nicht ergonomisch geformten Maus greifen, da es für sie bis heute leider keine ergonomisch geformten Mäuse gibt. Einzige wirklich gute Maus für sie ist definitiv die Razer Diamondback.

Interessant ist außerdem noch, ob man bei einer Maus die Geschwindigkeit verstellen kann. Gemeint ist hier natürlich nicht die Geschwindigkeit in Windows oder normal im Spiel, sondern während des Spiels ohne das Spiel verlassen zu müssen. Das Ganze darf dann natürlich auch nicht zu einem Genauigkeitsverlust führen. Können tut dies aktuell nur Razer dank einem patentierten Treiber. Bei der Razer Viper funktioniert dies jedoch nicht immer fehlerfrei, da man die Maus nicht fehlerfrei 1 m/s (siehe oben) bewegen kann.

Diese Einstellmöglichkeit, Razer nennt sie On-The-Fly-Sensivity, ist besonders praktisch in z.B. Egoshootern. Sniperwaffen spielt man naturgemäß langsamer, also stellt man die Geschwindigkeit während des Spielens einfach schnell runter. Ist man gerade in einem heftigen Kampf gelandet und hat nur noch die bekannte "5-Headshots-in-am-besten-0-Sekunden"-Variante zur Auswahl, dann sollte man mal richtig Gas geben und schnell noch die Geschwindigkeit hochstellen. Läuft man z.B. einfach nur durch die Gegend und sucht den Gegner, dann ist man mit einer normalen Geschwindigkeit optimal bedient. Durch die Möglichkeit des Geschwindigkeitsverstellens während des Spiels ohne dpi-Verlust erhält der erfahrene Spieler ein paar mehr Möglichkeiten dazu. Dieses Feature benötigt eine Maus jedoch nicht zwingend. Findige User haben für jede Waffe vorkonfiguierte Geschwindigkeitsstufen oder passen einfach die Treiber ihrer Logitech- bzw. Microsoft-Mäuse an.

Abschließend kommen wir zum Fazit.