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Apple Music: Viele Ideen, einige Schwächen (Update)

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Seite 3: Erstes Fazit

Ob Apple Music gut oder schlecht ist, lässt sich einen Tag nach dem Start nicht sagen. Hierfür sind der Katalog und die Möglichkeiten, die unter anderem Connect bietet, zu umfangreich. Die Umsetzung des Dienstes kann aber sehr wohl schon jetzt bewertet werden. Und dieses Urteil fällt für Apple-Verhältnisse überraschend schlecht aus – gelten das Gestalten von Benutzeroberflächen und die Zugänglichkeit doch als die Stärken der Kalifornier. Was innerhalb der iOS-Apps jedoch geboten wird, ist in vielen Punkten einfach nur unbefriedigend. Interaktionsmöglichkeiten sind vielerorts zu klein, manchmal aber auch gar nicht erst als solche zu erkennen. Andererseits können Aktionen wie beispielsweise das Springen zum nächsten Titel auf gleich drei oder vier verschiedene Arten innerhalb eines Fensters erfolgen.

Für Verwirrung sorgt aber auch die nicht einheitliche Unterteilung der Sender, Wiedergabelisten, Alben und Titeln. Zwar hat man nach den ersten zwei, drei Stunden herausgefunden, wo Apple Music welche Art von Inhalt versteckt, als intuitiv kann man dies aber nicht bezeichnen. Schlimmer ist jedoch, dass es kein einheitliches Schema zur Kennzeichnung von offline verfügbaren Inhalten gibt. Mal wird das entsprechende Symbol eingeblendet, mal nicht. Mal kann ein einzelner Titel eines bereits offline gespeicherten Albums zusätzlich lokal abgespeichert werden, mal nicht. Hier muss Apple dringend nachbessern.

Auch von Connect wird abhängen, ob Apple Music ein Erfolg wird - noch fehlen hier Inhalte
Auch von Connect wird abhängen, ob Apple Music ein Erfolg wird - noch fehlen hier Inhalte

Handlungsbedarf besteht aber auch an anderer Stelle. Denn ohne die Unterstützung von Audio-Systemen wird man viele Nutzer der Konkurrenz nicht locken können. Doch bislang hat sich mit Sonos lediglich ein Hersteller vage zu entsprechenden Plänen geäußert, ausreichen dürfte dies am Ende nicht. Zu Gute halten muss man Apple hier jedoch, dass auch Spotify und Co. anfangs nicht mit derartigen Funktionen werben konnten. Und nach eigenen Angaben hat man in Cupertino zunächst die allgemeine Qualität des Dienstes sicherstellen, bevor man sich weiteren Baustellen widmet.

Rein technisch betrachtet hat sich dies ausgezahlt. Aussetzer oder Hänger waren in den ersten Stunden abgesehen von einem einzelnen Problem innerhalb der Account-Verwaltung nicht zu beobachten. Auch beim Laden der Streams oder dem lokalen Sichern von Musik gab es keine Auffälligkeiten. Eine gute Note verdient aber auch die automatisierte Zusammenstellung von Musik entsprechend der Nutzervorlieben. Im Vergleich mit Spotify schneidet Apple Music hier deutlich besser ab. Aber auch die von Kuratoren erstellen Wiedergabelisten gefallen – am Ende sind dies jedoch Punkte, die objektiv nicht bewertet werden können, dafür sind die Geschmäcker zu verschieden.

Überzeugen kann Apple Music schon jetzt mit passenden Vorschlägen und der Suchfunktion
Überzeugen kann Apple Music schon jetzt mit passenden Vorschlägen und der Suchfunktion

Was auch für Beats 1 gilt. Die Live-Station ist so etwas wie das Aushängeschild von Apple Music und erinnert – positiv betrachtet – an die guten, alten Radio-Zeiten. Das Moderatorenteam bietet ein wenig Smalltalk, eine überraschende Bandbreite an Musikstilen, die Möglichkeit, Titel zu wünschen und das Wichtigste: Läuft der Sender im Hintergrund, nervt er nicht.

Die Quintessenz: Technisch überzeugt Apple Music schon jetzt, an der Handhabung innerhalb der Apps muss jedoch dringend gearbeitet werden. Der Wechsel von Spotify und Co. lohnt zum aktuellen Zeitpunkt nur dann, wenn man viel Wert auf passende Musikvorschläge legt oder den Account mit mehreren Familienmitgliedern nutzen will. Denn beim Preis bei mehr als zwei Nutzern bietet ausgerechnet Apple mit seiner Familienoption das günstigste Paket.

Update: Anders als zunächst geschrieben, kann Musik auch unter iTunes lokal gesichert werden. Allerdings weicht Apple hier klar vom Vorgehen in der iOS-Applikation ab. Zunächst muss das gewünschte Album – oder der gewünschte Titel – zu „Meine Musik“ hinzugefügt werden, im Anschluss kann die Auswahl per Klick auf das bekannte iCloud-Symbol im oberen rechten Bereich heruntergeladen werden.

 

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Kommentare (14)

#5
Registriert seit: 10.10.2007

[online]-Redakteur
Beiträge: 1022
Zitat Skamaica;23633507
Man kann die Musik sehr wohl Lokal Speichern (nicht gekaufte Lieder),indem man sie einfach Offline verfügbar macht. Klappt auf meinem Macbook sowie Iphone 6 einwandfrei!

Ich habe es gerade nochmal unter OS X und Windows probiert: Titel oder ganze Alben können zu "Meine Musik" hinzugefügt, aber nicht lokal gespeichert werden. Hast du da irgendeinen Trick?

PS: Jetzt habe ich es auch geschafft. Ein Artikel-Update folgt.
#6
Registriert seit: 17.11.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 1835
Bin ich der einzige, der die App total unübersichtlich und optisch wenig ansprechend findet - vor allem am iPhone? Wie kann ich mir z.B. die enthaltenen Hörspiele anschauen?
#7
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Registriert seit: 04.08.2006
Regensburg
Hauptgefreiter
Beiträge: 249
Größtest Manko für mich ist, dass man ohne ausreichendem itunes Guthaben gar kein Probeabo starten kann.
#8
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Registriert seit: 13.07.2007
Mainz Ebersheim
Stabsgefreiter
Beiträge: 338
Kommt es eigentlich auch für Windows Phone?
#9
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Registriert seit: 27.04.2005
Von der Wupper an die Ruhr
Flottillenadmiral
Beiträge: 5976
ich mag es stand heute nicht, finde spotify wesentlich übersichtlicher, besser und einfacher zu handhaben.

die steuerung per siri ist auch (noch) nicht das Gelbe vom Ei, so nutze ich jetzt die probezeit und dann werd ich wohl spotify treu bleiben, auch weil (noch) der support der geräte besser ist.
#10
Registriert seit: 07.07.2009
Leipzig
Bootsmann
Beiträge: 692
Zitat Jeanboy;23633639
Seit wann ist 256 kbps AAC oder 320 kbps MP3 etc. ein Qualitätsmerkmal?

Größer ist nicht immer besser




aber beats kopfhörer sind doch auch die besten am markt

/ironie aus

ich glaube, dass mit den bitzahlen geht bei nur ganz wenigen in den kopf rein, schön dass du dir die mühe machst, es zu erwähnen
#11
customavatars/avatar20824_1.gif
Registriert seit: 17.03.2005

Flottillenadmiral
Beiträge: 4837
Zitat
Apple ist selten der Erste


puh...wie blöd kann man schreiben um der anti apple fraktion gerecht zu werden.
ohne jeglichen grund einen artikel so anzufangen - amateurhaft.

anders gesagt und ebenfalls wahr:
apple ist öfter der erste als jede andere firma...

oder noch besser und noch immer wahr:
apple war öfter der erste als alle konkurrenten zusammen...
#12
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Registriert seit: 29.06.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2815
Ist doch völlig egal wer der Erste war, wichtig ist wo es das Beste Gesamtpaket gibt.
Was ich mich bezüglich der offline Speicherung von Titeln frage: Kann ich so einen Titel oder auch ein ganzes Album von meinem (Windows) iTunes auf meinen iPod Nano (7. Generation) übertragen und abspielen? Mein PC läuft doch eher selten zum reinen Musik hören und unterwegs hat man sonst ohne Eierphone gar nichts von den 10 € im Monat.

Auf ne normale SD-Karte bekommt man so einen Titel sicher nicht fürs Autoradio...

Mfg Bimbo385
#13
Registriert seit: 08.07.2007
Landau
Flottillenadmiral
Beiträge: 4923
Da hast du den Sinn hinter dem Streamingangebot aber nicht verstanden.

Es geht eben genau darum, dass der Nutzer die Musik hören, aber nicht lokal Verfügbar machen kann geschweige denn die Musik zu verteilen ...

Wie dem auch sei, ich für meinen Teil nutze kein Musikstreamingangebot. Da macht iTunes Match doch mehr Sinn und ist obendrein noch günstiger mit 25€/Jahr ;)
#14
customavatars/avatar224298_1.gif
Registriert seit: 12.07.2015

Matrose
Beiträge: 23
Spotify ist besser, deezer schon wieder für 3 Monate fast kostenlos zu haben. Apple wird auch 3 Monate kostenlos getestet, danach vielleicht wieder Deezer.
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