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Parallels Access 2.5 ausprobiert: Desktop-Anwendungen auf dem Smartphone

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Seite 5: Interview mit Alexander Pantos

Hallo Alex! Stelle Dich doch bitte einmal kurz vor.

Hallo! Mein Name ist Alexander Pantos, ich bin Senior-Global-Marketing-Manager bei Parallels und betreue in dieser Position den Consumer-Bereich. Bevor ich bei Parallels angefangen habe, hatte ich ein paar Zwischenstationen bei anderen Herstellern und Entwicklern. Direkt davor war ich bei VMWare angestellt, davor wiederrum zehn Jahre bei Apple – gut die Hälfte der Zeit als freier Mitarbeiter, verantwortlich für das Produktmarketing von Hard- und Software. Aber auch die iWork-Suite habe ich zu dieser Zeit mitverantwortet, was heute intern immer wieder für interessante Diskussionen im Hinblick auf Keynote vs. PowerPoint sorgt.

 

Parallels Desktop und Parallels Access richten sich vor allem an Apple-Nutzer. Wie lange arbeitest Du persönlich schon mit Mac OS X und iOS?

Aufgrund meiner Tätigkeit bei Apple schon sehr viele Jahre. Meine ersten Berührungspunkte mit der Mac-Welt hatte ich allerding schon zu Schulzeiten. Damals kaufte ich mir von meinem hart ersparten Geld ein PowerBook 180, das ich unter anderem für die Erstellung der Schülerzeitung hernahm. Grund für die Anschaffung eines Apple-Computers war nicht nur die einfache Bedienung des Gerätes, sondern auch die Tatsache, dass die Software damals beim Layouten unschlagbar war. Die Kombination aus beidem hatte mich einfach überzeugt. Zudem besaß mein Vater einen Mac. Apple hatte schon damals eine Sonderstellung, so viele waren damals damit allerdings noch nicht unterwegs.

 

Welche Geräte sind Deine persönlichen Favoriten?

Schwierige Frage, aber eigentlich der erste iPod. Ich habe mich erst vor wenigen Tagen darüber mit meinem Chef unterhalten. Der iPod war ein revolutionäres Gerät, der drei bis vier Jahre vor dem ersten wirklichen Konkurrenten auf den Markt kam und damit den Einstieg in den Massenmarkt ebnete. Das manuelle Klick-Wheel war einfach ein geniales Konzept!

Der PowerMac G4 Cube ist mir ebenfalls in guter Erinnerung geblieben, auch wenn das meiner Meinung nach geniale Design nicht bei vielen auf Verständnis gestoßen ist. Das Gerät hatte ein schönes Display, schaffte es leider aber nie zu einem Massenprodukt, was vielleicht der erst sehr späten Preissenkung geschuldet ist.

 

Welche Software anderer Betriebssysteme vermisst Du unter Mac OS X? Wie setzt Du Eure Software ein?

Ich arbeite beruflich natürlich selbst auch viel mit Windows. Zwei Dinge aber können immer mal wieder zu Kopfschmerzen führen: Die Exchange-Server-Anbindung und die Office-Produkte von Microsoft. Letztere sind – auch wenn Apple mit seiner Office-Suite in den letzten Jahren kräftig nachgezogen hat – einfach perfekt und finden in so vielen Unternehmen ihren Einsatz. Der Feature-Umfang eines Exchange-Servers ist im Business-Bereich unschlagbar, der aber teils von der Apple-Welt nicht bedient werden kann. Ein Beispiel ist hier die Raumbuchung direkt im Kalender, die man unter Mac OS X nicht einstellen kann. Aber dafür gibt es ja Parallels Desktop. Hier läuft Microsoft Office übrigens schneller als auf einer nativen Windows-Umgebung und die Oberfläche kann im Coherence-Mode komplett ausgeblendet werden.

Parallels Desktop setzte ich insbesondere zum Test neuer Software oder neuer Betriebssysteme ein. Früher hatte ich dafür sehr viele Bootpartitionen. Dank der Virtualisierung komme ich nun ohne physische Partitionen aus und kann Beta-Versionen trotzdem sicher ausprobieren. Dabei hilft mir vor allem die Snapshot-Funktion, womit ich bei möglichen Fehlern einfach schnell zurückspulen kann. Das macht das Ausprobieren von Beta-Software noch einfacher.

Parallels Access hingegen ist für mich eine geniale Lösung, um Desktop-Programme auf iOS- oder Android-Systemen nutzen zu können. Einziger Kompromiss ist die Display-Auflösung. Trotzdem kann ich auch Desktop-Anwendungen mit einem komplexen Interface optimal auf meinem Gerät darstellen und aus ihnen Mobilprogramme machen, die ergonomisch bedient werden können. Zudem funktioniert die Software auf einem Gerät, das man immer mit dabei hat. Während das iPad in der Regel im Büro bleibt, habe ich mein iPhone immer mit dabei.

 

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Im Interview: Alexander Pantos, Senior-Global-Marketing-Manager bei Parallels.

 

Für welche Anwendungsgebiete wird die Software von Parallels eingesetzt?

Derzeit gibt es mehr als 10.000 dedizierte Anwendungen, die von den Nutzern eingesetzt werden, darunter viele Produktivitäts-Anwendungen, was die Integration immer wichtiger macht. Eine genaue Zahl lässt sich aber nicht beziffern. Ein großer Vorteil von Parallels Desktop 10, den viele Anwender schätzen, ist die hohe Akku-Laufzeit. Wir haben das intern mal getestet. Auf einer Bootcamp-Installation erreichte ein Apple MacBook Pro eine Laufzeit von drei bis vier Stunden. Bei den gleichen Aufgaben unter Parallels Desktop kam das Gerät hingegen etwa sechs Stunden ohne Steckdose aus, was schon sehr nahe an der Laufzeit unter Mac OS X herankommt. Ich glaube Apple gibt hier eine Laufzeit von acht Stunden an. Gezeigt wurde ein Word-Dokument, während im Browser ein Video abgespielt wurde. Alle Energiespar-Optionen waren natürlich aktiviert. Von der hohen Laufzeit unter Mac OS X profitieren damit auch Anbieter von Drittsoftware.

 

Welche Projekte geht Ihr für die zukünftigen Versionen von Parallels Desktop und Access an?

In der Regel geben wir Neuheiten erst kurz vor einer neuen Version in NFR-Briefings bekannt. Der PC-Anwender soll aber weiterhin die bestmögliche Synthese aus beiden Lösungen, bei maximaler Produktivität erhalten!

 

Was glaubst Du? Wofür nutzt der typische Parallels-Desktop-Anwender Eure Software? Zum Spielen, für produktives Arbeiten oder einfach nur zum Testen verschiedener Programme?

Es gibt keinen speziellen Anwender von Parallels Desktop und Parallels Access. Unsere Software wird für alle möglichen Anwendungsgebiete eingesetzt. Ob für professionelle Anwendungen wie beispielsweise AutoCAD, um damit produktiv zu arbeiten, oder aber von Spielern, deren Windows-Spiele es nicht für den Mac gibt. Wir können unsere Software also nicht auf eines dieser Verticals zuschneiden, sondern müssen sie für möglichst alle attraktiv machen. Neueinsteiger, die sich überhaupt nicht auskennen, wollen bedient werden, aber auch Profi-Anwender, die sich technisch sehr gut auskennen und alle Einstellungen schnell finden. Unsere Anwender-Gruppe ist sehr homogen verteilt.

 

Microsoft hat vor kurzem einen weiteren Ausblick auf Windows 10 gegeben. Die nächste Windows-Generation soll auf allen unterschiedlichen Geräten arbeiten – egal ob Desktop-PC, Notebook, Tablet oder gar Smartphone. Hierfür passt Microsoft einige Apps auf die unterschiedlichen Geräteklassen an und verzahnt diese eng mit seinem Cloud-Speicher-Dienst OneDrive. Seht Ihr darin eine Konkurrenz zu Parallels Access?

Ich persönlich bin sehr gespannt, wie die Entwicklung voranschreitet. Parallels Access gibt uns aber schon heute die Möglichkeit Brücken zu schlagen. Version 2.5 ermöglicht nun auch die Kontrolle von PC zu PC über den Webbrowser – unabhängig vom Gerät. Sitze ich beispielsweise in Neuseeland und brauche irgendwelche Daten, dann setze ich mich in ein Internet-Cafe und komme da sehr schnell dran.

Thema Sicherheit: Die Daten liegen im Gegensatz zu Windows 10 und OneDrive nicht in der Cloud, sondern sicher auf dem Rechner zu Hause. Natürlich werden sie dabei auch sicher übertragen, die Verbindung ist immer verschlüsselt und auf unseren Servern wird nichts dauerhaft gespeichert.

 

Unsere Leser kritisieren häufig Eure Update-Politik. Nach jedem Mac-OS-X-Update wird auch ein kostenpflichtiges Update für Parallels Desktop fällig. Plant Ihr hier Änderungen oder gar einen Umstieg auf ein Abo-Modell?

Zunächst sei einmal gesagt, dass jedes neue System von Apple immer neue Funktionen mit sich bringt, die unglücklicherweise auch eine Vielzahl technischer Änderungen im System nötig machen und unsere Arbeit erschweren. Damit verbunden ist ein hoher Programmieraufwand, mit dem wir unsere Software in einer neuen Version optimal auf die neuen Gegebenheiten ausrichten. Unseren Updatezyklus haben wir deshalb an Apple angepasst. Aber: Jede Version von Parallels Desktop ist mindestens eine Version abwärtskompatibel, was viele Anwender gerne mal vergessen. Unter Mac OS X 10.10 Yosemite läuft beispielsweise noch Parallels Desktop 9 problemlos, auch wenn nicht alle Funktionen unterstützt werden. Man muss nur darauf achten, alle Updates eingespielt zu haben.

Abomodelle sind sehr stark im Kommen, siehe Parallels Access, welches dieser Entwicklung Rechnung trägt und womit wir ein wenig herumexperimentiert haben, um eine optimale Ausrichtung zu finden. Ich finde, das haben wir sehr gut geschafft. Der Endanwender hat damit die volle Kostenkontrolle.

In Deutschland aber sind Abomodelle nicht sehr beliebt. Ob wir ein solches Bezahlmodell einführen werden, dazu kann ich nichts sagen. Wenn sich aber die Möglichkeit für ein ansprechendes Modell bietet, werden wir sie mit Sicherheit auch nutzen.