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NVMe-SSD Intel 750 mit PCIe-Interface und 1.200 GB im Test

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Seite 2: Die Intel SSD 750 im Detail

Die AHCI-Spezifikation geht auf das Jahr 2004 zurück und wurde damals für mechanische Datenträger mit entsprechend hohen Latenzen und niedrigen Datenübertragungsraten ausgelegt. Als die ersten SSDs auf den Markt kamen, mussten diese natürlich AHCI-kompatibel sein, ansonsten hätte man sie nur mit erheblichen Schwierigkeiten (manuelle Installation von Treibern) oder Einschränkungen (beispielsweise kein Betrieb als Bootlaufwerk) verwenden können. Der Preis der Kompatibilität in Verbindung mit der für SSDs eigentlich viel zu langsamen SATA-Schnittstelle ist eine Performance, die im Vergleich zu Festplatten zwar beeindruckend, aber weit unter den Möglichkeiten von Flashspeicher liegt.

2.400 MB/s und 440.000 IOPS lesend, 1.200 MB/s und 290.000 IOPS schreibend

NVMe wurde von Anfang an mit einem Blick auf nichtflüchtigen Speicher entwickelt und auf hohe Parallelität und kurze Latenzen optimiert. Statt einer einzigen Queue mit maximal 32 Befehlen wie bei AHCI kann es nun bis zu 64k Queues mit jeweils 64k Befehlen geben. Auch entfällt das bei AHCI notwendige Threadlocking und der Befehlssatz wurde angepasst, sodass insbesondere die Effizienz bei kleinen 4K-Datenblöcken deutlich erhöht wurde. Windows unterstützt ab Version 8.1 nativ NVMe, für Windows 7 hat Microsoft inzwischen einen passenden Treiber nachgereicht. Intel bietet für die SSD 750 auch einen eigenen Treiber an, den man installieren sollte, um die optimale Performance zu erhalten.

Die Intel SSD 750 sieht nicht nur zufällig aus wie die Laufwerke aus Intels DC-Serie, tatsächlich handelt es sich um die gleiche Hardwareplattform. Der Controller, der auf die Bezeichnung CH29AE41AB0 hört, kommt bei allen aktuellen NVMe-SSDs von Intel zum Einsatz. Er besitzt insgesamt 18 Kanäle und kann mit einer entsprechend hohen Parallelität arbeiten. Zum Vergleich: Typische SATA-SSD-Controller haben meistens nicht mehr als acht Kanäle. Beim Speicher setzt Intel auf planaren MLC-NAND, der aus der Gemeinschaftsproduktion von Intel und Micron (IMFT) stammt und in 20 nm gefertigt wird. Auf die gesamte Platine verteilen sich dabei insgesamt 32 Speicherbausteine. Außerdem kann der Controller auf einen zwei Gigabyte großen DDR3-Cache zurückgreifen, bei der 400 GB Variante ist es ein Gigabyte. Die maximale Schreiblast (TBW) gibt Intel für beide Varianten mit 219 TB an.

Der Controller der SSD 750 kommt auch bei Intels Enterprise-Laufwerken zum Einsatz

Auch ein Blick auf den Stromverbrauch lässt Großes vermuten, unter Volllast verbraucht die Intel SSD 750 bis zu zwölf Watt, im Leerlauf sind es vier. Da die SSD 750 ohnehin nur in netzgebundenen Rechnern zum Einsatz kommen wird, ist der Stromverbrauch jedoch zweitrangig. Das Laufwerk wurde auf maximale Performance ausgelegt, ein entsprechender Hunger nach elektrischer Leistung lässt sich daher kaum vermeiden. Die elektrische Energie muss jedoch auch wieder in Form von Wärme abgeführt werden, weshalb die Intel SSD 750 mit einem die komplette Vorderseite abdeckenden Kühlkörper ausgestattet ist. Apropos Stromversorgung: Intel hat das Laufwerk mit Kondensatoren ausgestattet, die das Laufwerk bei einem unerwarteten Stromausfall lange genug versorgen können, um die Integrität der Daten zu gewährleisten.

Intel gibt die Empfehlung, die SSD 750 „aktiv“ zu kühlen. Aktiv soll jedoch nicht heißen, dass das Laufwerk einen (eigenen) Lüfter benötigt, ein Luftzug soll bereits ausreichend sein. Man sollte es lediglich vermeiden, das Laufwerk beispielsweise genau zwischen zwei Grafikkarten zu platzieren. In unserem Testsystem gab es zu keiner Zeit Temperaturprobleme, wobei die von uns verwendete Grafikkarte einen Radiallüfter besitzt, der die Luft direkt über der SSD 750 angesaugt und aus dem Gehäuse geblasen hat. Ansonsten besitzt unser Testsystem nur noch einen langsam drehenden Lüfter an der Rückseite des Gehäuses. So ausgestattet konnte auch eine einstündige Belastung mit Iometer keine problematische Temperatur hervorrufen. Wer ein Gehäuse mit gutem Airflow besitzt, muss sich hier also keine weiteren Gedanken machen, lediglich der Einsatz in passiven Systemen sollte gut geplant sein, damit sich das Laufwerk nicht drosselt. Dieser Vorgang ist übrigens jederzeit anhand der SMART-Werte nachvollziehbar.

Die Performance spiegelt sich in einer entsprechenden Leistungsaufnahme wider

Die Intel SSD 750 gibt es in zwei Formfaktoren, einmal die von uns getestete Variante für den PCI-Express-Slot, wobei die Karte auch in Gehäusen mit halber Bauhöhe Platz findet, und als 2,5-Zoll-Laufwerk. Letztere besitzt einen speziellen SFF-8639-Stecker, dabei handelt es sich um den Industriestandard zur Übertragung von PCI-Express-Signalen, ein passendes geschirmtes Kabel liegt dem Laufwerk bei. Das Mainboard muss das dazugehörige Gegenstück in Form eines SFF-8643-Anschluss besitzen, die Energieversorgung erfolgt über einen SATA-Stromanschluss. Die SFF-8639- bzw. 2,5-Zoll-Variante der Intel SSD 750 ist hauptsächlich für besonders kompakte Rechner gedacht, in denen eine Steckkarte keinen Platz finden würde.

Als Zielplattform nennt Intel den X99-Chipsatz, was nicht heißt, dass die Intel SSD 750 auf anderen Plattformen nicht oder nur mit eingeschränkter Performance funktioniert. Man muss allerdings einige Details beachten, um keine Enttäuschung zu erleben. So besitzt die Intel SSD 750 ein PCI-Express-Interface der dritten Generation mit insgesamt vier Lanes. Der Steckplatz auf dem Mainboard sollte diese Spezifikationen also ebenfalls erfüllen, ansonsten ist mit entsprechenden Geschwindigkeitseinbußen zu rechnen. Es zählt jedoch nicht nur die Art, sondern auch der Ort der Anbindung. Fast alle Mainboards stellen Steckplätze zur Verfügung, die über den PCH, also den Chipsatz, angebunden sind. Sämtliche über den PCH angebundene Peripherie muss sich den DMI-Bus, der den PCH mit der CPU verbindet, teilen. Dieser ist jedoch auf eine Bandbreite von 1,8 GB/s beschränkt und würde Laufwerke wie die Intel SSD 750 stark ausbremsen. Zusätzlich besitzt diese Art der Anbindung eine höhere Latenz.

Der Flashspeicher stammt von Intel und speichert 2 Bits pro Zelle (MLC)

Man sollte also unbedingt einen Steckplatz wählen, der direkt mit der CPU verbunden ist. Aufschluss darüber, welche das sind, gibt das Handbuch des Mainboards. Generell lässt sich sagen, dass es meistens die für die Grafikkarte(n) vorgesehenen Steckplätze sind. Ist die Aufteilung der Lanes ungünstig, kann die Grafikkarte eventuell nur mit acht statt der vorgesehenen 16 Lanes betrieben werden, doch wirkt sich dies in den wenigsten Fällen negativ auf die Grafikleistung aus.

Während man bei einem Mainboard mit X99-Chipsatz davon ausgehen kann, dass es NVMe-kompatibel ist, sollte man bei älteren Plattformen die Kompatibilitätslisten prüfen. Es ist jedoch anzunehmen, dass zumindest die großen Mainboard-Hersteller entsprechende BIOS/UEFI-Updates nachliefern, so auch im Fall unseres Z97-Mainboards von ASRock. Eine testweise Installation von Windows 8.1 via USB-Stick auf die Intel SSD 750 war ebenfalls problemlos möglich und in wenigen Minuten erledigt. Unter Windows 7 lässt sich die Intel SSD 750 nur als Datenlaufwerk nutzen, da Windows 7 nicht von NVMe-Datenträgern booten kann.

 

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Kommentare (153)

#144
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Bootsmann
Beiträge: 610
Welche Möglichkeit gibt es, um bei der Intel 750 im PCIe Slot die SMART-Daten auszulesen? Schon alleine, um die Anzahl der geschriebenen GB rauszufinden.

Mit Crystal Disk Info scheint es nicht zu gehen. Vermutlich, weil sie nicht an der SATA Schnittstelle hängt.
#145
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 12117
Die neueste Version von CrystalDiskInfo sollte die Intel 750 unterstützen, wenn man Intel NVMe Treiber nimmt, bei meiner 950 Pro funktioniert es auch.
#146
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Registriert seit: 01.08.2006
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Bootsmann
Beiträge: 610
Zitat Holt;24284129
aber Du vergisst den Effekt der Low-Page-Corruption bei MLC NANDs. Das Risiko sollte bei der 850 Pro gering sein, die hatr eine gut designet FW, aber es kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, dass bei einem Stromausfall dann gar andere Daten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei MLC NAND sind ja 2 Bits in einer Zelle gespeichert und die werden nicht gleichzeitig geschrieben, sondern in getrennten Schreibvorgängen als getrennte Pages. Gerade bei SSDs mit MLC NAND und einem Pseudo-SLC Schreibmodus aber keinen keinem festen Pseudo-SLC Schreibcache wie es bei denen mit TLC NAND üblich ist, also konkret die meisten aktuelleren OCZ MLC SSDs und die Crucial MX200 (außer denen in 2.5" ab 500GB), ist es sehr wahrscheinlich, dass dort auch Daten unterschiedlicher Dateien drin stehen, weil diese immer zuerst nur ein Bit in die Zellen schreiben, das erst Bit kann ja viel schneller beschrieben werden als das zweite. Fällt nur der Strom aus während das zweite Bit dort geschrieben wird, so werden auch die Daten der ersten Bits korrupt oder gehen ganz verloren und davor schützen eben nur die Stützkondensatoren und auch nur wirklich die mit genug Kapazität in den Enterprise SSDs.


Ich habe das Thema Low-Page-Corruption nochmals überdacht. Sehe ich das so richtig, dass diese Low-Page-Corruption z.B. bei den "alten" SLC-SSDs mit Indilinx Controller gar nicht gegeben hat?

Wenn z.B. nun die Samsung 850 Pro in einem Computer oder Notebook einsetzen würde, das auf Grund von seinem Einsatzzweck (Hardware-nahe Programmierung) mehrmals am Tag abstürzt, sollte ich dann auch lieber die SM863 nehmen, damit dort die Low-Page-Corruption nicht auftritt. Sehe ich auch das so richtig?

Danke für Deine Antwort Holt.

Grüße
Freeman303
#147
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 12117
SLC NAND kann keine Low-Page-Corruption bekommen, abrer deswegen würde nicht Dir trotzdem nicht zum Kauf von einer SSD mit SLC NAND raten und schon gleich gar nicht so einer mit dem schrottigen, alten Indilinx Barefoot, denn Fehler im Controller oder dessen FW können auch bei SLC zu Datenkorruption und auch dem Ausfall der SSD führen.

Abstürze des Rechners führen nicht zu Low-Page Corruption, nur unerwartete Spannungsabfälle der SSD während laufenden Schreibvorgängen. Würde der Absturz wegen der hardwarenähe der Programmierung dann auch zeitgleich für die SSD einen Spannungsabfall bedeuten, weil die HW beim Absturz ihr dann den Saft abdreht, dann wäre eine SSD mit Stützkonmdensatoren hilfreich, aber erst wenn dabei auch recht wahrscheinlich Schreibzugriffe erfolgen, etwa weil das Programm auch noch die ganze Zeit auf die SSD schreibt, dann würde ich die als notwenig ansehen und die SM863 ganz klar der 850 Pro vorziehen. Die SM863 ist ja auch nicht so wahnsinnig viel teurer als die 850 Pro, zumal wenn man sich die Preise der Intel 750 ansieht.
#148
Registriert seit: 13.08.2012

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 422
Hermes brachte heute 400 Gigabyte:



*Megagrins*
#149
Registriert seit: 08.11.2015

Leutnant zur See
Beiträge: 1058
Zitat ojumle;24813475
Hermes brachte heute 400 Gigabyte:



*Megagrins*


Sei mal bitte so nett, und poste, was für eine Firmware du hast oder auf welche du eventuell noch updaten kannst.
#150
Registriert seit: 18.05.2007

Vizeadmiral
Beiträge: 7632
Mein 750 U.2 hat die FW 8EV10171
#151
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Admiral
Beiträge: 9400
Auf meiner läuft 8EV10174 und die ToolBox 3.3.6 bietet mir auch nichts Neueres an.
#152
Registriert seit: 18.05.2007

Vizeadmiral
Beiträge: 7632
Bringt die neue FW irgendwelche Vorteile? (Bugfixes, Performance)
#153
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Admiral
Beiträge: 9400
boostspeed hat das letzte update gebracht

ansonsten hat so ein firmware update immer seinen zweck
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