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ADATA Premier Pro SP920 256 GB im Test

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Seite 2: Die ADATA SP920 im Detail

Nach dem Öffnen der ADATA SP920 sehen wir den Marvell-Controller und die Speicherbausteine von Micron. Die Ähnlichkeit mit den Laufwerken eines anderen Herstellers ist verblüffend – die SP920 scheint ein Klon der Crucial M550 zu sein, wobei Crucial eine Marke der Firma Micron ist. Beide Laufwerke setzen auf den Marvell 88SS9189 Controller in Verbindung mit Flashspeicher, der wie der DRAM-Cache ebenfalls von Micron kommt. Kurz: Die ADATA SP920 könnte eine OEM-Version der Crucial M550 zu sein – allerdings gibt es im Detail Unterschiede.

Die ADATA SP920 besitzt ein stabiles Metallgehäuse

Gibt man den BGA-Code (NW386) des Flashspeichers in den Decoder von Micron ein, erhält man die Teilenummer, in diesem Fall MT29F256G08CECABH6-10:A. Diese beinhaltet zwei interessante Informationen: Zum einen die Gesamtkapazität des Chips, nämlich 256 Gbit – wobei sich diese Zahl auch anhand der Gesamtkapazität des Laufwerks und der Anzahl der verlöteten Speicherchips berechnen lässt – und die Anzahl der Dice. Der fett markiere Buchstabe „E" steht hierbei für die Zahl zwei. Damit teilt sich die Gesamtkapazität eines Chips auf zwei übereinandergestapelte Dice auf, was dann einer Kapazität von 128 Gbit pro Die und damit auch dem derzeitigen Maximum entspricht. Crucial hat Chips dieser Art erstmalig in der M500 verbaut und so eine Kapazität von bis zu einem Terabyte in einer einzigen 2,5-Zoll-SSD ermöglicht.

Ein Pad leitet die Abwärme von Controller und Cache zum Gehäuse

Bei der M550 hat man sich bei den Modellen mit 128 und 256 GB dafür entschieden, Speicherbausteine mit lediglich 64 Gbit pro Die zu verwenden. Das erhöht zum einen die Anzahl der benötigten Chips und damit auch die Kosten, allerdings kann der Controller auch mehr Chips gleichzeitig ansprechen, was die Performance insbesondere bei sequenziellen Schreibvorgängen teilweise deutlich erhöht. ADATA geht bei der SP920 den günstigeren Weg und verbaut durchgängig Chips mit 128 Gbit pro Die. Damit sind die Modelle mit 128 und 256 GB etwas langsamer als die Crucial M550.

Micron, Micron, Marvell: Die SP920 stammt in Wirklichkeit von Crucial

Als nächstes schauen wir uns die Performance der ADATA SP920 nach starker Belastung an. Dazu lassen wir zuerst im fabrikneuen Zustand den HDTach-Benchmark laufen und schreiben danach mit Iometer auf das Laufwerk (4K random write, QD 64). Ein abschließender Durchlauf mit HDTach zeigt schließlich, wie viel Leistung das Laufwerk verloren hat. Im Neuzustand schreibt das Laufwerk mit 354,5 MB/s, gelesen wird mit 472,5 MB/s. Nach der Belastungsprozedur sinkt die Leserate auf 207,2 MB/s und die Schreibrate auf 34,3 MB/s, wobei diese nahezu konstant ist. Viele andere Laufwerke gewinnen gegen Ende der Kapazität wieder deutlich an Leistung, sodass die durchschnittliche Schreibrate deutlich höher ausfällt. Mit ihrer anscheinend extrem zurückhaltenden Garbage Collection lässt sich zur ADATA SP920 sagen, dass sie auf keinen Fall ohne TRIM eingesetzt werden sollte.

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