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Test: Thunderbolt-Massenspeicher von LaCie, Promise und WD

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Seite 9: Fazit

LaCie, Promise und WD wählen drei grundverschiedene Ansätze für ihre Umsetzungen eines Massenspeichers mit Thunderbolt-Anschluss. Alle drei sind für den stationären Einsatz vorgesehen und während LaCie mit dem 5big und 20 TB Speicherkapazität ganz klar den professionellen Anwender ins Auge gefasst hat, dürfen das Promise Pegasus J4 und das WD VelociRaptor Duo eher als Consumer-Lösung angesehen werden.

Fazit zum LaCie 5big:

5x 4 TB ergeben 20 TB an Speicherkapazität, wenn alle fünf Festplatten im JBOD betrieben werden. In einen RAID 0 und 1 zusammengefasst können nur natürlich nur vier Festplatten, die fünfte liegt als Spare brach und dient einer zusätzlichen Sicherung (falls gewünscht). Damit ist auch schon gleich die wichtigsten Einschränkungen des 5big beschrieben, denn LaCie verzichtet auf einen eigenen RAID-Controller (anders als das Promise Pegasus R6). Somit verbleiben nur die Boardmittel von OS X und diese beschränken sich eben auf RAID 1, 0 und JBOD. Mit der Möglichkeit fünf Festplatten einzusetzen wäre ein RAID 5 der ideale Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Redundanz - doch darauf müssen wir beim 5big verzichten und begnügen uns auch bei den Messungen auf das RAID 0 und RAID 1.

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Besonders im RAID 0 kann das 5big dann die Vorteile ausspielen und liefert 740 MB pro Sekunde für das Lesen und Schreiben von Daten. Damit ist in der alltäglichen Arbeit mit Daten kein Unterschied mehr auszumachen, ob die Festplatten direkt, beispielsweise via SATA oder eben per Thunderbolt am Rechner angeschlossen sind. Im RAID 1 bricht die Performance natürlich deutlich ein. Wer einen gewissen Stellenwert auf die Datensicherheit legt, wird daran aber wohl nicht vorbeikommen.

Groß und teuer ist das LaCie 5big. Die 10-TB-Variante kostet 1099 Euro, für die doppelte Speicherkapazität werden 1999 Euro fällig. Die gebotene Performance ist dafür in Ordnung, allerdings wünscht man sich in einer solchen Konfiguration doch ein echtes Hardware-RAID mit dediziertem Controller. Das Promise Pegasus R6 (Hardwareluxx-Artikel) bietet diese Möglichkeiten ab 1430 Euro. Fünf Festplatten mit jeweils 7.200 Umdrehungen pro Minute können nicht leise sein. Zumindest sorgt das 5big als solches nicht nur für eine weitere Lärmquelle. Gut gefallen hat uns die Verarbeitung des Gehäuses und das Design. Auch ohne Software wird dem Nutzer verdeutlicht, dass bei einer Festplatte ein Fehler aufgetreten ist und der Austausch über die Wechselrahmen kann schnell und problemlos erfolgen. Die Möglichkeit eine Daisy-Chain aufzusetzen wird sicherlich gerne von einigen Nutzern entgegen genommen.

Fazit zum Promise Pegasus J4:

Nicht ganz schlüssig ist uns das Konzept des Promise Pegasus J4. Man hat sich vielleicht zu sehr auf den Formfaktor konzentriert und dabei den Blick auf das Wesentliche verloren. Vier 2,5-Zoll-Festplatten mit jeweils 500 GB sorgen für eine ausreichende Speicherkapazität und Performance im RAID 0, spielt die Datensicherheit aber auch eine wichtige Rolle, sind die gebotenen 1 TB einfach zu wenig. Was das Pegasus J4 mit vier Festplatten realisiert, erreicht Western Digital auch mit zwei schnellen Modellen.

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Sicherlich, fast 400 MB pro Sekunde für das Lesen und Schreiben von Daten klingen nach viel, bezieht man allerdings noch den Preis in Höhe von 650 Euro mit ein, zwingen sich andere Alternativen geradezu auf. Auch wenn man das Design des Gehäuses nicht zwingend nachvollziehen kann, so bietet Promise zumindest ein gut verarbeitetes Aluminium und eine durchdachte Positionierung von Anschlüssen und LEDs an. Auch hier kann der Nutzer wieder ohne Software alle wichtigen Systeminformationen einsehen. Der zweite Thunderbolt-Anschluss ermöglicht den Aufbau einer Daisy-Chain, auch darauf möchte man in diesem Preissegment ungerne verzichten. Der verbaute Lüfter blieb in unseren Tests stets ruhig, was sicherlich auch auf die geringe Abwärme der vier Festplatten zurückzuführen ist. Mit schnelleren Modelle oder SSDs sieht dies sicherlich schon ganz anders aus.

Auf der CeBIT 2013 kündigte Promise an, das Pegasus J4 zukünftig auch mit SSDs anbieten zu wollen. Dann wird man sicherlich den Preis von 750 Euro für 4x 500 GB nicht mehr halten können, aber immerhin könnte dann die Performance in den Mittelpunkt rücken. Wie dies umzusetzen ist, weiß Promise, schließlich hat man mit einer RAID-Konfiguration in einem externen Thunderbolt-Datenspeicher mit dem Pegasus J2 (Hardwareluxx-Artikel) bereits Erfahrungen gemacht und konnte bei der Performance auch überzeugen. Wenn zwei SSDs bereits 840 MB pro Sekunde erreichen, dann dürfte es gleich vieren möglich sein die Thunderbolt-Schnittstelle vollends auszulasten.

Fazit zum Western Digital VelociRaptor Duo:

Die Western Digital VelociRaptor Duo lief anfangs etwas unter dem Radar, schließlich arbeiteten im Gehäuse nicht fünf oder vier Festplatten, sondern derer nur zwei. Aber mehr muss ja nicht unbedingt auch besser sein und eben hier weiß Western Digital seine hauseigene Erfahrung einzusetzen. Alleine auf die nackten Daten beschränkt, unterscheiden sich das Pegasus J4 und VelociRaptor Duo nicht. Sowohl preislich (etwa 640 Euro) wie auch in der Speicherkapazität (insgesamt 2 TB) liegen beide gleichauf. Doch Western Digital wählt den einfacheren Ansatz, denn hier kommt man mit zwei Festplatten in einem einfachen und kleinen Gehäuse aus. Dieses kann zwar in Sachen Materialwahl und Verarbeitung nicht ganz mithalten, letztendlich aber kommt es sicherlich auf die Leistung an und ein externes Gehäuse verschwindet auch gerne mal hinter dem Monitor.

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Schaut man sich nun die Performance an, liegt das Western Digital VelociRaptor Duo zwar stets hinter dem Promise Pegasus J4, der Abstand ist aber meist sehr gering und in der Praxis sicherlich schon fast zu vernachlässigen. 375 bzw. 363 MB pro Sekunde reichen aber bei weitem aus, um auch einen FullHD-Videoschnitt direkt auf einem externen Speicher durchzuführen - mit USB und FireWire fast undenkbar.

Western Digital hat das VelociRaptor Duo auf das Wesentliche reduziert. Zweimal Thunderbolt erlaubt auch den Aufbau einer Daisy-Chain und ansonsten bleibt nur noch der Anschluss für das Netzteil über. Mehr braucht es auch (eigentlich) nicht. Die beiden Festplatten sind über zwei Trays zugänglich und lassen sich auch gegen anderen Modelle austauschen. Es fallen einem aber nur wenige Argumente ein, warum man dies tun sollte, denn mit den beiden VelociRaptor-Festplatten setzt WD schon das schnellste ein, was in 2,5 Zoll zu haben ist. Denkbar wäre allerdings noch der Einsatz von zwei SSDs, allerdings bietet WD diese Konfiguration nicht von Haus aus an. Auch hier ist der Preis von 850 Euro wohl der mächtigste Gegenpol.

Gesamtfazit:

Thunderbolt als Schnittstelle ist neben der Apple-Hardware auch in immer mehr Note- und Ultrabooks zu finden, auch wenn die Entwicklung auf Seiten der Windows-Systeme derzeit auf der Stelle tritt. Thunderbolt wurde als Alternative zu USB 3.0 und FireWire entwickelt und hat in den Leistungsdaten beide Schnittstellen überholt. Es bleibt noch die Frage des Preises, denn wirklich günstig ist eine Speicherlösung mit Thunderbolt-Schnittstelle noch immer nicht zu haben, egal ob mit 3,5-, 2.5-Zoll-HDDs oder SSDs.

Dafür aber werden die Anwendungsgebiete nun allmählich immer deutlicher. So waren wir beispielsweise auf dem Mobile World Congress mit der Elgato Thunderbolt SSD (Hardwareluxx-Artikel) unterwegs und konnten das 1080p-Rohmaterial auf dieser ablegen und direkt von dieser verarbeiten. Sie kommt ohne zusätzlichen Stromanschluss aus und bietet sich daher für den mobilen Einsatz geradezu an. Im heimischen Büro kann dann eines der größeren RAID-System die dauerhafte Speicherung der Daten übernehmen.