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Test: OCZ RevoDrive Hybrid 1 TB – PCIe-Laufwerk mit Festplatte und SSD-Cache

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Seite 2: Das OCZ RevoDrive Hybrid im Detail

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Da der Festplatten-Aufsatz des RevoDrive Hybrid recht viel Platz benötigt, belegt das Laufwerk insgesamt zwei Steckplätze. Der Originalaufkleber der Festplatte wurde zwar teilweise durch einen „RevoDrive Hybrid"-Aufkleber verdeckt, startet man jedoch den Rechner und installiert den passenden Treiber, findet man im Gerätemanager zwei zusätzliche Laufwerke: „OCZ-CACHE-RVHY" und „Toshiba MK1059GS". Bei letzterem handelt es sich um die Festplatte, deren Scheiben mit 5400 U/min drehen. Die Festplatte stellt eine Kapazität von 1 TB (nutzbar 931 GiB) zur Verfügung.

Schauen wir uns den SSD-Teil des RevoDrive Hybrid an, finden wir zwei SandForce SF-2281-Controller, die insgesamt 16 MLC-Flash-Chips über ein asynchrones Interface ansteuern. Da beide Laufwerke zu einem RAID 0 zusammengeschaltet sind, ergeben sich so auch die hohen Herstellerangaben von 910 MB/s lesen und 810 MB/s schreiben. Diese werden jedoch nur für maximal komprimierbare Daten erreicht, welchen man im Alltag selten bis nie begegnen dürfte. Entsprechend irrelevant sind die genannten Transferraten für den Alltag.

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Möchte man das RevoDrive Hybrid in Betrieb nehmen, gibt es zwei Möglichkeiten: Eine frische Windows-Installation, wobei während des Setups der Treiber des RevoDrive Hybrid geladen werden muss. Das System muss dann auf die Festplatte des RevoDrive Hybrid installiert werden. Möchte man allerdings mit einer bestehenden Installation umziehen, startet man zuerst das System vom bestehenden Laufwerk und installiert dort den Treiber für das RevoDrive Hybrid. Danach kann das System mit einer entsprechenden Software (z.B. Acronis TrueImage) auf die Festplatte des RevoDrive Hybrid geklont werden. Klont man das System ohne den Treiber zu installieren, wird das Betriebssystem danach nicht mehr starten.

Hat man das System auf die Festplatte des RevoDrive Hybrid installiert (oder geklont), fehlt noch ein letzter Schritt, um das Laufwerk vollständig nutzen zu können: die Installation der sogenannten Dataplex-Software. Diese kümmert sich um das Cachen von häufig genutzten Daten. Das Caching findet dabei nicht auf Datei-, sondern auf Sektorbasis statt. Es ist also möglich, dass von einer mehreren Gigabyte großen Datei nur wenige Megabyte auf dem SSD-Cache gespeichert werden. Hier offenbart sich auch gleich ein Nachteil: Da das Caching in Software gelöst ist, funktioniert es nur, wenn das verwendete Betriebssystem unterstützt wird. Eine Hardware-Lösung wäre hier deutlich eleganter gewesen. Damit man die Dataplex-Software verwenden kann, muss man sich außerdem auf der OCZ-Homepage registrieren. Während der Installation der Software ist eine Internetverbindung notwendig, damit sich die Software (online) aktivieren lässt. Werden mehr als zwei Hardwarekomponenten geändert, ist eine erneute Aktivierung notwendig. Soll das Betriebssystem neu installiert werden, muss die Lizenz zuerst deaktiviert werden. OCZ begründet dieses Vorgehen mit dem Eindämmen von Raubkopien. Ob eine derart starke Gängelung allerdings wirklich notwendig ist, kann bezweifelt werden.

Der volle Funktionsumfang des RevoDrive Hybrid lässt sich nur nutzen, wenn es als Systemlaufwerk genutzt wird. Als sekundäres Laufwerk kann man zwar auf die Festplatte und SSD (getrennt) zugreifen, die Cache-Funktion lässt sich dann allerdings nicht verwenden. Wird das RevoDrive Hybrid als Systemlaufwerk eingesetzt, kann man, wenn ein anderes Betriebssystem gestartet wird, außerdem nicht auf die Daten des RevoDrive zugreifen (weder Festplatte noch SSD).

Da es sich bei der Festplatte um ein 2,5-Zoll-Modell mit 5400 U/min handelt, geht sie entsprechend gemächlich zu Werke: Beim Schreiben (direkt auf die Festplatte) werden durchschnittlich 62 MB/s erreicht, beim Lesen sind es 75 MB/s. Da der Cache mit 100 GB allerdings recht groß ist, sollten diese niedrigen Transferraten selten ins Gewicht fallen. Da die SSD(s) mit asynchronem Flash arbeiten, fallen auch ihre Transferraten vergleichsweise gering aus, das RAID 0 kompensiert die Nachteile des langsameren Flashs natürlich teilweise. Anzumerken ist, dass die sequenzielle Schreibleistung des SSD-Arrays auf bis zu 55 MB/s fallen kann. Dies ist jedoch der Worst Case nach sehr starker Belastung und mit inkompressiblen Daten und daher für den Alltag auch nicht wirklich relevant.

Es ist natürlich sehr schwer, die Leistung einer Cache-Lösung wie dieser zu beurteilen. Für Daten, die auf der SSD liegen, wird die Leistung SSD-typisch sehr hoch sein, für Daten, die von der Festplatte geholt werden müssen, wird die Leistung eher unbefriedigend sein, da es sich um eine ohnehin nicht sehr schnelle Notebook-Festplatte handelt. Auf der folgenden Seite wurde mit AS SSD die Leistung des RevoDrive Hybrid in zwei Fällen gemessen: Zum einen wurde nur die Performance der SSD gemessen (RevoDrive als sekundäres Laufwerk), zum anderen wurde die Performance des RevoDrive Hybrid als Systemlaufwerk getestet, d.h. mit aktiviertem Caching. Der PCMark 7 Test auf der übernächsten Seite wurde ebenfalls für zwei Fälle durchgeführt: Zum einen nur auf der Festplatte des RevoDrive Hybrid (Caching deaktiviert bzw. ohne installierte Dataplex-Software) und zum anderen mit aktiviertem Caching (drei Durchläufe).

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Das RevoDrive Hybrid zieht durch seine Beleuchtung einige Aufmerksamkeit auf sich. In einem normalen ATX-Gehäuse zeigt die Festplatte allerdings nach unten.