> > > > Test: Samsung SSD 830 Series

Test: Samsung SSD 830 Series - Die Samsung SSD 830 Series im Detail (2)

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 3: Die Samsung SSD 830 Series im Detail (2)

Was die Performance betrifft, setzt Samsung ausschließlich auf eine im Vordergrund arbeitende Garbage Collection (und natürlich auf den TRIM-Befehl). Eine Vordergrund-GC wird nur aktiv, wenn auf das Laufwerk geschrieben wird. Dadurch kann die Write Amplification niedrig gehalten werden und die Lebensdauer des Laufwerks erhöht sich. Als Nachteil im Gegensatz zu einer Hintergrund-GC (auch Idle Time GC genannt) kann die Performance allerdings etwas schlechter sein, das ist allerdings zu einem großen Teil von den verwendeten Algorithmen abhängig.

Die GC der Samsung SSD 830 Series arbeitet recht konservativ, vergleichbar mit der Crucial m4. Der erste Screenshot zeigt das Laufwerk im fabrikneuen Zustand, schreibend werden durchschnittlich 390,9 MB/s erreicht. Der zweite Screenshot ist nach ungefähr 1,5 Stunden Last mit Iometer (4K Random Write) entstanden, die durchschnittliche Schreibrate ist auf 103,6 MB/s gesunken und liegt die erste Zeit sogar nur bei rund 50 MB/s. Nach einem zweiten Durchlauf (ohne zwischen den Durchläufen den TRIM-Befehl auszulösen) erreicht die SSD wieder ihre Ausgangsleistung. Die GC der Intel SSD 510 Series arbeitet hier zum Beispiel spürbar aggressiver. Eine zurückhaltende GC wie bei der Samsung SSD 830 Series ist nicht weiter schlimm (möglicherweise sogar positiv, da die Write Amplification niedriger gehalten werden kann), das Laufwerk empfiehlt sich damit aber nicht unbedingt für Systeme ohne TRIM-Befehl, also beispielsweise ein RAID-Volume.

samsung_830_new

samsung_830_used_1st

samsung_830_used_2nd

Wie auch bei anderen SSDs ist die Leistung der 830 Series teilweise von der Laufwerkskapazität abhängig. Mehr Kapazität bedeutet bei SSDs häufig auch mehr Performance, da auf mehrere Speicherchips gleichzeitig zugegriffen werden kann. Das von uns getestete Laufwerk mit 512 GB soll allerdings identisch zur 256 GB-Version performen, sodass die Vergleichbarkeit zu den anderen bisher getesteten Laufwerken gegeben ist. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Leistungsdaten an einem SATA-3 Gb/s- und 6 Gb/s-Anschluss, bei allen Werten handelt es sich um Herstellerangaben. Samsung verzichtet bei der 830 Series auf eine transparente Kompression, sodass alle Transferraten unabhängig von der Komprimierbarkeit der Daten erreicht werden.

Samsung SSD 830 Series - Herstellerangaben
Kapazität 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
SATA 6 Gb/s
Zufälliges lesen (IOPS) 75000 80000 80000 80000
Zufälliges schreiben (IOPS) 16000 30000 36000 36000
Sequenzielles lesen (MB/s) 520 520 520 520
Sequenzielles schreiben (MB/s) 160 320 400 400
SATA 3 Gb/s
Zufälliges lesen (IOPS) 47000 47000 47000 47000
Zufälliges schreiben (IOPS) 16000 29000 29000 35000
Sequenzielles lesen (MB/s) 270 270 270 270
Sequenzielles schreiben (MB/s) 160 255 255 255

Ein immer gerne angeführtes Argument für SSDs ist die größere Haltbarkeit im Vergleich zu Festplatten. Was die mechanische Belastbarkeit angeht, ist dies auch einfach einzusehen, denn SSDs besitzen keine hochempfindliche Mechanik, die durch einen Stoß zerstört werden kann. Auch die nur begrenzte Anzahl an Schreibzugriffen, die Flash-Speicher aushält, war bisher kaum ein Problem. Der Hauptgrund für Ausfälle einer SSD sind meistens Firmwarefehler, so wie man sie zuletzt z.B. bei Intel beobachten konnte. Auch wenn ein Laufwerk nicht gleich kaputtgeht, können Firmwarefehler sehr schnell den Spaß an einer SSD verderben, wenn man z.B. von den BSOD-Problemen vieler SandForce-Laufwerke betroffen ist.

Was diese Art von Problemen angeht, kann Samsung auf eine recht erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken, denn schwerwiegende Bugs gab es bisher nicht. Schaut man sich Nutzer-Berichte an (z.B. in unserem Forum), so scheint es mit Samsung-SSDs auch keinerlei Kompatibilitätsprobleme zu geben. Zumindest die Grundlage dafür, dass die 830 Series ähnlich zuverlässig und problemlos arbeiten wird, ist also auf jeden Fall gegeben. Ob dies allerdings tatsächlich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Denn der erwähnte Firmware-Bug bei Intel ist bei einem Laufwerk aufgetreten, von dem man der Vergangenheit nach zu urteilen ebenfalls keinerlei Probleme erwartet hätte.

Was die maximale Schreiblast der 830 Series angeht, hat Samsung folgende (theoretischen) Zahlen veröffentlicht.

Samsung SSD 830 Series - Lebensdauer des Flash-Speichers
Kapazität 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
Schreibrate
Lebensdauer bei 10 GB / Tag 16 Jahre 32 Jahre 64 Jahre k.A.
Lebensdauer bei 20 GB / Tag 8 Jahre 16 Jahre 32 Jahre k.A.
Lebensdauer bei 40 GB / Tag 4 Jahre 8 Jahre 16 Jahre k.A.

Zum Vergleich: Intel gibt für ein „typisches Desktopnutzungsmuster" und eine Schreibrate von 20 GB pro Tag eine minimale Lebensdauer von fünf Jahren an (unabhängig von der Kapazität). In einem typischen Desktopsystem werden üblicherweise selten mehr als 10-20 GB pro Tag geschrieben, daher ist die wichtigste Aussage dieser Zahlen: Jede dieser SSDs wird, bevor sie sich nicht mehr beschreiben lässt, ausgemustert/ausgetauscht oder durch einen anderen Defekt unbenutzbar sein. Um die Haltbarkeit des Flash-Speichers muss man sich also keine Gedanken machen, zumal sich die Daten auch bei nicht mehr beschreibbaren Speicherzellen noch auslesen lassen sollten. An dieser Stelle sei allerdings auch noch einmal darauf hingewiesen, dass jedes Speichermedium ausfallen kann und es einem im Fall von wichtigen Daten niemals erspart werden wird, ein Backup anzufertigen.