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Test: Samsung SSD 830 Series - Die Samsung SSD 830 Series im Detail (1)

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Seite 2: Die Samsung SSD 830 Series im Detail (1)

Samsung ist der einzige Hersteller, bei dem bisher alle SSDs aus komplett eigener Entwicklung stammen. Dazu gehören Flash-Speicher, der Controller und vor allem auch seine Firmware sowie das PCB.

Der MLC-NAND, welcher auf der 830 Series zum Einsatz kommt, gehört zur 20 nm-Klasse und besitzt ein Toggle-DDR-Interface. Analog zum Arbeitsspeicher lassen sich bei dieser Art Speicher Daten sowohl auf der steigenden als auch auf der fallenden Flanke des Taktsignales übertragen. Der Performance-Gewinn dadurch beträgt laut Samsung 10 Prozent beim zufälligen Lesen und 40 Prozent beim zufälligen Schreiben. Toggle-NAND ist allerdings nicht Samsung-exklusiv und kommt auch auf anderen SSDs zum Einsatz.

Die wichtigste Komponente einer SSD ist allerdings nach wie vor der Controller in Verbindung mit seiner Firmware. Denn während der Flash-Speicher nur den Grundstein für die Leistungsfähigkeit einer SSD legt, entscheidet der Controller bzw. die Firmware letztendlich darüber, wie viel dieser Rohleistung ankommt. Auch die Kompatibilität hängt maßgeblich von der Controller-Firmware-Kombination ab, und gerade in diesem Punkt gab es in der Vergangenheit bei praktisch jedem Hersteller mehr oder weniger große Probleme. Samsung ist in dieser Hinsicht sehr positiv aufgefallen, nennenswerte Firmware- oder Kompatibilitätsprobleme konnte man bisher nicht beobachten.

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Mit einer Höhe von 7 mm ist das Gehäuse der 830 Series besonders flach. Das Öffnen gestaltet sich als recht aufwendig, da kleine Haken weggedrückt werden müssen, wobei die Wahrscheinlichkeit, einen dieser Haken zu beschädigen oder zu zerstören, recht hoch ist. Zwar lässt sich das Gehäuse meistens wieder problemlos schließen (auch wenn einer der Haken beschädigt wurde), wer es allerdings nicht riskieren möchte die Garantie zu verlieren, sollte von einem Öffnungsversuch absehen.

Der MCX-Controller der 830 Series basiert auf einer ARM-CPU mit insgesamt drei Kernen, wobei nicht offengelegt wurde, ob es eine feste Zuteilung der Kerne an bestimmte Aufgaben gibt oder diese Zuteilung je nach Bedarf stattfindet. Unterstützt wird der Controller von einem 256 MB großen Cache, auf dem auch Nutzerdaten zwischengespeichert werden. SandForce hat gezeigt, dass man auch ohne externen Cache eine sehr gute Performance erreichen kann, sodass das Vorhandensein eines (sehr großen) externen Caches weder positiv noch negativ zu bewerten ist.

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Ein großer Cache birgt allerdings auch immer das Risiko eines schwerwiegenden Datenverlusts, sollte während einer Schreiboperation die Stromversorgung unterbrochen werden. Samsung verspricht, dieses durch (ebenfalls nicht offengelegte) Firmware-Algorithmen verhindern zu können. Da auf der Platine der SSD allerdings keine Stützkondensatoren zu finden sind (wie sie beispielsweise bei der Intel 320 Series zum Einsatz kommen), wird sich dieser Schutz vermutlich darauf beschränken zu verhindern, dass die SSD in einen inkonsistenten Zustand kommt, was die Zuordnung von logischen zu physikalischen Blöcken betrifft. Das ist zwar nicht der Königsweg, aber deutlich besser als gar kein Schutzmechanismus.

Samsung verkauft die 830 Series entweder in einem Upgrade-Kit (wobei u.a. eine Vollversion von Norton Ghost beiliegt, mit der sich ein bestehendes System auf die SSD kopieren/klonen lässt) oder als Einzellaufwerk. Mit der SSD Magician getauften Software stellt Samsung ein Tool zur Verfügung, welches das Aktualisieren der Firmware der SSD unter Windows erlaubt und außerdem ein manuelles TRIMen der SSD ermöglichst. Für Windows 7 Nutzer ist das natürlich uninteressant, da Windows 7 den TRIM-Befehl selbstständig unterstützt. Windows XP und Vista Nutzer können ihr Laufwerk so aber immer in einen optimalen (Performance-)Zustand versetzen. Es gibt keine Linux- oder Mac OS-Version dieses Tool und auch keine Pläne, eine entsprechende Version zu entwickeln.