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Test: Promise Pegasus R6 - Thunderbolt in der Praxis

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Seite 7: Fazit

Das Promise Pegasus R6 will mehr sein als eine einfache externe Festplatte, die als Einbahnstraßen-Datenspeicher genutzt wird. Vielmehr muss es durch die Thunderbolt-Anbindung als "interne Festplatte" verstanden werden. Anders sind die bis zu 800 MB pro Sekunde auch nicht zu verarbeiten. Von Apple verbaute SSDs kommen auf 225 MB pro Sekunde im Datentransfer und reizen das RAID-System noch nicht einmal zur Hälfte aus. Selbst mit einzeln gesehenen langsamen magnetischen Festplatten erreichen wir also enorme Datenraten, die sonst nur komplette RAID-Systeme in einem Server bieten können.

Wir sehen daher eigentlich nur ein Einsatzgebiet für das Promise Pegasus R6 - die Verarbeitung von großen Datenmengen, beispielsweise im Videoschnitt. Genau für solche Anwendungsbereiche wurde Thunderbolt entwickelt und daher ist es erst einmal auch nicht in Konkurrenz zu USB 2.0/3.0 oder FireWire 800 zu sehen. Sechs 3,5-Zoll-Festplatten samt Controller und Netzteil in einem Gehäuse unterzubringen hat Promise in unseren Augen auf sehr elegantem Wege geschafft. Das Aluminium-Gehäuse ist, wie die Konstruktion der Einschübe, gut und praktisch gelöst. Die Verarbeitung ist sehr gut und bietet keinen Grund zur Kritik.

Thunderbolt bietet einen weiteren Vorteil gegenüber den üblichen Schnittstellen, den Promise beim Pegasus auch nutzt. Es sind zwei Thunderbolt-Anschlüsse vorhanden und so können weitere Geräte hinter das RAID-System gehängt werden. Möglich wäre beispielsweise das Thunderbolt-Display von Apple dahinter zu betreiben oder aber ein weiteres Pegasus RAID-System.

Etwas abschreckend sind die Preise für das Promise Pegasus, die von 760 Euro für das R4 mit 4 TB bis hin zu 1450 Euro für 12 TB reichen. Einen großen Einfluss hat hier sicher auch der professionelle Anspruch an die Hardware. Wir würden uns einen Barebone ohne Festplatten wünschen, der dann deutlich günstiger angeboten wird. Hier könnte der Anwender sich dann selbst die nötigen Festplatten beschaffen und sich Promise die nötige preisliche Flexibilität verschaffen.

Wer bis zu 1700 Euro für ein solches RAID-System ausgibt, macht sich sicher weniger Gedanken über den Stromverbrauch, auch wenn dieser mit 60 Watt nicht gerade unerheblich ist. Schon störender dürfte hier die Lautstärke sein, wobei Promise die sechs Festplatten durchaus in Zaum halten kann. Allerdings steht das Promise Pegasus R6 in direkter Nähe zum Benutzer.

Auch einen kurzen Test unter Windows haben wir versucht - konnten aber keine Treiber für das RAID-System finden. Für Windows bietet Apple zwar die nötigen Thunderbolt-Treiber und der Port wird auch erkannt, Promise allerdings bietet nicht die entsprechenden Treiber für das RAID-System an.

Positive Aspekte des Promise Pegasus R6:

  • enorme Datenraten
  • einfache Installation
  • vorkonfiguriertes System (direkt einsatzbereit)

Negative Aspekte des Promise Pegasus R6:

  • hoher Preis
  • nur Mac-Treiber verfügbar

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