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Test: OCZ RevoDrive 3 X2 480 GB

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Seite 9: Fazit

Das RevoDrive 3 X2 ist definitiv ein Stück Hardware für Enthusiasten. Das ist nicht nur am Preis abzulesen, der sich bei einem empfohlenen Verkaufspreis von 1699 USD (480-GB-Version) in Deutschland sicherlich bei einem Straßenpreis oberhalb der 1000 Euro-Grenze einpendeln wird. Auch ist die verfügbare Leistung im normalen Betrieb kaum abrufbar: Eine SSD ist im Vergleich zu einer Harddisk schon superschnell, die neuen SATA-6G-SSDs mit Marvell- oder SandForce-Controller liefern eine brillante Performance. Das ganze auch noch vierfach im RAID0 ist für den Alltag definitiv eine Nummer zu groß.

Anders sieht es in Bereichen aus, wo man die Performance tatsächlich abrufen kann: Im Serverumfeld macht das RevoDrive 3 X2 jeglichen I/O-Problemen den Garaus. Sicherlich gibt es auch diverse Anwendungszenarien im Desktop-Umfeld, wo massig Daten hin- und herbewegt werden müssen und wo das RevoDrive 3 X2 Wartezyklen minimiert. Insofern gibt es auch neben dem Enthusiasten, der einfach das schnellste Stück Hardware im Rechner haben will, realistische Anwendungsmöglichkeiten.

Besonders gefiel uns am RevoDrive 3 X2 die konsequentere Umsetzung im Vergleich zum ersten RevoDrive: OCZ hat den PCI-X- auf PCIe-Brückenchip über einen neuen RAID-Controller eingespart. Das bringt nicht nur die Möglichkeit mit sich, mit der besten Latenz auf die Daten zuzugreifen, sondern senkt auch den Stromverbrauch des RevoDrives. Hinzu kommt die mögliche Unterstützung von TRIM über OCZs neue VCA-2.0-Architektur. Hier bleiben Microsoft und OCZ noch einen Treiber schuldig, der dies auf Betriebssystemebene implementiert - wir sind gespannt und werden den Nachtest natürlich durchführen.

Auf Benchmarkseite haut das RevoDrive 3 X2 alles weg, was wir bislang getestet haben - und dabei sind die Herstellerangaben von OCZ auch vollständig erreicht worden. Mit bis zu 1,5 GB/s beim Lesen und 1,25 GB/s beim Schreiben hat das RevoDrive 3 X2 neue Rekordwerte gesetzt - und die 200.000 IOPS in einigen Bereichen des iometer sind ebenso eindrucksvoll.

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Die Nachteile halten sich in Grenzen: Neben den hohen Anschaffungskosten ist natürlich die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund des RAID 0 zu nennen. Hier besitzen aber alle RAID-Varianten dasselbe Problem - wer auf RAID setzt, dem sollte die Gefahr entsprechend bewusst sein. Schön wäre die Option, das RevoDrive 3 X2 auch im RAID 10 betreiben zu können, wenn man akzeptieren kann, das 50% Kapazität für die Redundanz verloren gehen und natürlich auch ein Großteil der Performance. Von der Geschwindigkeit her wäre das Drive so aber immer noch in Führung, könnte allerdings bei der Datensicherheit punkten. An der Haltbarkeit der NAND-Chips hingegen sollte man sich nicht stören, durch aktuelle Wear-Leveling-Algorithmen braucht man sich hier eigentlich keine Sorgen mehr zu machen - bei aktuellen SSDs ist eher der Controller eine Schwachstelle.

Als zweiter negativer Punkt ist der Leistungsabfall zu nennen, wenn das Drive einmal vollgeschrieben worden ist - aber hier möchte OCZ mit dem TRIM-Befehl nachbessern, sodass sich die Messwerte auch hier noch bessern könnten, wobei abzuwarten ist, welche Leistungssteigerung erwartet werden kann. Wir werden dies allerdings bei Zeiten überprüfen.

Insgesamt hat sich das RevoDrive 3 X2 aber selbstverständlich unseren Excellent Hardware Award als schnellste SSD-Lösung verdient:

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Positive Aspekte des OCZ RevoDrive 3 X2:

  • extrem hohe Performance
  • hohe IOPS, hohe Transferleistung
  • in zukünftiger Treiberversion sogar mit TRIM
  • vergleichsweise niedriger Stromverbrauch

Negative Aspekte des OCZ RevoDrive 3 X2:

  • hoher Preis
  • höhere Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund von RAID 0
  • momentan noch ohne TRIM-Befehl

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