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Test: OCZ RevoDrive 3 X2 480 GB - Das OCZ RevoDrive 3 X2 im Detail

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Seite 2: Das OCZ RevoDrive 3 X2 im Detail

Wie beim RevoDrive X2 besitzt das neue RevoDrive 3 X2 den Vorteil, dass bei der RAID-Verkabelung keine Datenkabel benötigt werden und auch die Stromversorgung über den PCIe-Bus stattfindet. Diese Punkte können durchaus Fehlerquellen in einem Server sein - weiterhin ist ein aufgeräumtes Gehäuse natürlich leichter zu erreichen, wenn weniger Kabel notwendig sind. 

Aber die Verkabelung ist eher ein nebensächliches Feature - im Endeffekt bietet die PCIe-Karte aufgrund der Anbindung eine deutlich flexiblere Leistung als mehrere SSDs an einem Onboard-Controller, die im RAID 0 zusammengeschaltet worden sind - meistens ist hier entweder der Controller oder die Anbindung ein limitierender Faktor. Die verwendete PCIe-2.0-Verbindung mit vier Lanes liefert hier genügend Performance ohne Nadelöhr - letztendlich benötigt man aber ein Mainboard, welches entweder einen dedizierten PCIe-x4-Slot mitbringt (möglichst im PCIe-2.0-Standard) oder welches einen zweiten PCIe-2.0-x16-Port besitzt, um die Grafikkarte in diesen zu stecken. Bei P67-Mainboards wird der erste PCIe-2.0-x16 mit der Grafikkarte dann oftmals nur mit x8-Anbindung betrieben.

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Bei Einzellaufwerken kann man die Firmware updaten - das ist oftmals hilfreich, wenn die SSD neue Funktionen bekommen soll oder Patches in der Firmware die Kompatibilität sicherstellen. Da beim RevoDrive 3 X2 die SSDs hinter einem Controller sitzen, der nicht direkt zugänglich ist, lässt sich auch die Firmware nicht ohne weiteres updaten. OCZ setzt allerdings für die verwendeten Controller im RevoDrive 3 X2 eine angepasste Firmware ein, somit ist es als nicht wirklich schlimm zu bewerten, dass hier ein direkter Zugriff auf die Firmware nicht möglich ist - denn der Zugriff ist in der Regel nicht notwendig. Bei den Retail-Versionen wird man die Firmware-Versionen aber auch updaten können, wenn dies notwendig ist.

Man sollte sich außerdem der Tatsache bewusst sein, dass eine RAID 0-Lösung aufgrund der deutlich größeren Anzahl an Komponenten natürlich auch eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, auszufallen. Das betrifft selbstverständlich nicht nur das RevoDrive, sondern jeden nicht-redundanten RAID-Verbund. Ein Umstellen im Controller-BIOS (das auch nicht zugängig ist) auf einen anderen RAID-Modus, wie beispielsweise ein RAID10, ist nicht möglich. Der Zugriff auf den Controller ist also leider "locked". 

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Die Aktivität des RevoDrive 3 X2 wird über eine Vielzahl von relativ hellen LEDs angezeigt. Im ordnungsgemäßen Betrieb leuchten die LEDs blau, bei Aktivität blinken grüne LEDs. Eine zusätzliche grüne LED zeigt den gesamten Controller-Traffic an.

Auf dem PCB des RevoDrive 3 X2 findet man die folgenden Chips:

  • auf jedem Board sitzt ein Enpirion EN5364QI, der für die Stromversorgung der Komponenten zuständig ist.
  • insgesamt vier SandForce SF-2281VB1-SDC sorgen für die Anbindung der MLC-Cachebausteine
  • da der SandForce-Chip ein SATA-Interface mitbringt, muss ein SATA-fähiger RAID-Controller eingesetzt werden
  • und dieser muss ein PCIe-2.0-Interface mit vier Lanes bereitstellen können.
Beim Controller hüllt sich OCZ in Schweigen: Beim RevoDrive X2 konnte man noch erkennen, dass OCZ einen SiL-Controller eingesetzt und dann im Anschluss noch eine PCI-X-to-PCIe-Bridge eingesetzt hat, um den eigentlichen PCI-X-Chip auf einem PCIe-Board betreiben zu können. Diesen Zusatzaufwand spart sich OCZ nun, was natürlich auch der Latenz zu Gute kommt. OCZ verwendet nun einen umgelabelten PCIe-Controller, den man mit OCZ ICT-0183 beschriftet hat. Da OCZ aber nicht plötzlich zum RAID-Controller-Spezialisten geworden ist, handelt es sich hier natürlich um ein fremdgefertigtes Stück Silizium.

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In der Vergangenheit gab es diverse Diskussionen um den Wechsel der Strukturgröße bei der Produktion der NAND-Chips. Ältere NAND-Module erwiesen sich hier als schneller, so waren 34 nm-NAND-Chips oftmals begehrter als neuere 25 nm-NAND-Chips. Letztendlich bleibt den Herstellern aufgrund des Kostendrucks aber gar keine andere Wahl, als die neuere 25 nm-Technik einzusetzen, denn es lassen sich schlichtweg einfacher größere Kapazitäten mit den neuen Chips anbieten - und das nicht zu astronomischen, sondern zu immer attraktiveren Preisen.

Auch auf dem RevoDrive 3 X2 kommen neue 25 nm-NAND-Flash-Chips in typischer MLC-Technik zum Einsatz, wie auch schon auf dem RevoDrive X2, das asynchronen 25 nm-Flash genutzt hat.

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Jeder der vier SSD-Controller steuert 16 NAND-Chips an, was dazu führt, das auch auf der Rückseite des RevoDrive 3 X2 Speicherchips sitzen. Bei den verwendeten Flash-Speicherbausteinen handelt es sich um Micron-Chips mit der Kennung Micron 29F64G08CBAAA.

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Als normales "RevoDrive 3" lässt sich das RevoDrive 3 X2 übrigens nicht betreiben: Nimmt man die obere Platine ab, so meldet das BIOS beim Start einen Fehler, die Initialisierung der Hälfte des RevoDrives 3 X2 ist aber nicht möglich. Da das RAID dann degraded ist, ist auch ein Betrieb mit vier SSDs nicht mehr möglich, man muss das Drive zu OCZ zum Resetten zurücksenden, da das BIOS locked ist - entsprechende Bastelleien sollten also nicht vorgenommen werden.

Der Stromverbrauch des RevoDrive 3 X2 liegt bei ungefähr 12 Watt. Wir ermittelten diesen aus der Differenz unseres Testsystems ohne RevoDrive 3 X2 (93 Watt) und dem Verbrauch mit eingestecktem RevoDrive 3 X2 im Idle-Betrieb (105 Watt). Unter Last kommt bei einem Benchmark noch die zusätzliche CPU-Last hinzu, sodass das Ergebnis hier verfälscht wird.

 

Nun wollen wir uns noch kurz anschauen, wie das RevoDrive X2 auf verschiedene Datentypen reagiert: Einmal testen wir mit einem maximal komprimierbaren Null-Pattern, einmal mit inkompressiblen Daten. Die Tests werden nach starker Schreibbelastung wiederholt, um zu sehen, ob sich die fehlende TRIM-Unterstützung negativ auswirkt.

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Links: Zufallsdaten auf leerem Drive, Rechts: Zufallsdaten auf zuvor gefülltem Drive

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Links: Pattern (0) auf leerem Drive, Rechts: Pattern (0) auf zuvor gefülltem Drive

TRIM ist hier nicht aktiv, nur die implementierte Garbage-Collection. Beim Schreiben sieht man bei den Zufallsdaten einen recht starken Leistungsabfall beim Schreiben, bei den Null-Pattern ist dieser hingegen nur minimal. Die Read-Werte unterscheiden sich natürlich kaum. Zwar ist die Leistung mit über 300 MB/s immer noch sehr gut, aber die TRIM-Unterstützung würde dem RevoDrive 3 X2 sicherlich gut tun, auch wenn man hier bei SandForce keine Wunder erwarten darf. Also darf man hoffen, dass OCZ und Microsoft schnell die versprochene Treiber-Unterstützung bringen.