> > > > Test: Intel SSD 510 mit SATA 6 Gb/s und Marvell-Controller

Test: Intel SSD 510 mit SATA 6 Gb/s und Marvell-Controller

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Die Intel 510 SSD im Detail (1)

intel_510ssd_4
Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Nach Aussage von Intel hat man für die 510 Series den Markt nach geeigneten SSD-Controllern abgeklopft und war mit dem 88SS9174-BKK2-Controller von Marvell so zufrieden, dass man es nicht (mehr) als nötig angesehen hat, einen komplett eigenen Controller zu entwickeln. Der 9174-Controller kam übrigens auch schon auf der Crucial C300 zum Einsatz (dort aber in einer anderen bzw. älteren Revision). Damit ist zumindest die Hardware nun nicht mehr exklusiv: Crucials C400 und die P3-Series von Corsair setzen ebenfalls auf diesen Controller (gleiche Revision).

intel_510ssd_8
Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der Controller wird von 128 MB Cache unterstützt, was ein mächtiger Sprung im Vergleich zur Postville (32 MB) ist.

intel_510ssd_9
Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Was unterscheidet die Intel 510 nun von anderen Laufwerken mit gleichem Controller? Wie immer ist die reine Hardware nur die halbe Miete, die andere Hälfte ist die Firmware. Die Qualität einer SSD hängt direkt mit der Qualität der Firmware zusammen: Wie viel Leistung holt die Firmware aus der gegebenen Hardware, wie gut arbeitet sie beim Wear Leveling (gleichmäßige Abnutzung aller Zellen) und wie hoch ist die Write Amplification (Verhältnis von ursprünglicher und tatsächlich in den Flash geschriebener Datenmenge)? Das sind neben der reinen Zuverlässigkeit und der Kompatibilität mit verschiedenen Systemkonfigurationen ebenfalls wichtige Fragen.

Natürlich ist es immer gefährlich, Vorschusslorbeeren zu verteilen. Intel hat bei der X25-M allerdings gezeigt, dass man grundsätzlich dazu in der Lage ist, eine hochwertige Firmware zu entwickeln. Das ist keine Selbstverständlichkeit. So haben z.B. die häufig (auch von uns) gelobten SandForce-Laufwerke bei manchen Systemkonfigurationen noch Probleme mit dem Standby-Modus. Ein entsprechendes Firmware-Update steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch aus. Zugegeben, das Problem tritt nur bei einem sehr kleinen Anteil der Benutzerbasis auf, ist dann aber auch umso störender, besonders bei Notebooks. Noch schlimmer hat es hier Indilinx getroffen, wo es nahezu bei jedem Firmware-Update (neue) Probleme gab.

Nun entwickelt Intel die Firmware der 510 Series selbst, auch wenn der Controller von Marvell gekauft wird - wenn vielleicht auch nicht vollständig, dann zumindest zu einem (großen) Teil. Auch darf man wohl davon ausgehen, dass die 510 Series die gleichen Zertifizierungsprozesse durchlaufen muss wie schon die X25-M G1/G2. Da Intel ein großes Unternehmen ist (gerade im Vergleich zu vielen anderen Herstellern, die SSDs verkaufen), wird man auch entsprechende Kapazitäten in diesem Bereich besitzen. Nicht zuletzt hat Intel nicht nur das Privatkundengeschäft im Blick, sondern möchte die eigenen SSDs sicherlich auch an Geschäftskunden verkaufen. Gerade hier sind Kompatibilität und Zuverlässigkeit natürlich oberstes Gebot.

Stichwort Zuverlässigkeit: Intel gibt für die 510 Series wieder die gleiche (vergleichsweise niedrige) Anzahl an nicht-korrigierbaren Lesefehlern an: 1 pro 1016 gelesenen Bits. Auch das „Minimum Useful Life“, also die minimale Lebensdauer soll wie bei der Postville wieder fünf Jahre betragen, wenn pro Tag nicht mehr als 20 GB Daten in einem für Desktop-Systeme üblichen Muster geschrieben werden. 20 GB pro Tag mag sich nicht unbedingt viel anhören, ist aber für Desktop-Systeme schon sehr großzügig gerechnet, die meisten Systeme dürften nicht mal auf die Hälfte kommen. Auch ist das, wie gesagt, nur das Minimum. Bei der Postville standen in der Dokumentation zwar ebenfalls die genannten 20 GB, Intel hat aber sogar von bis zu 100 GB pro Tag gesprochen.

intel_510ssd_6
Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

intel_510ssd_7
Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Wie auf der vorherigen Seite bereits erwähnt, kommt auf der 510 Series ausschließlich 34-nm-Flash von Intel zum Einsatz. Da Intel (zusammen mit Micron) selbst Flash-Speicher herstellt, ist man hier in der glücklichen Lage, entsprechende Mengen für die eigenen Produkte reservieren zu können. Hersteller, die den Flash-Speicher einkaufen müssen, haben hier ein Problem, denn Flash in 3x nm wird knapp. So hat man bei OCZ bereits angefangen 2x-nm-Flash einzusetzen, ohne dies bei den Produkten kenntlich zu machen und wurde dafür heftig kritisiert, denn 2x-nm-Flash hält nicht so lange wie 3x-nm-Flash. Dieser Schritt ist für viele Hersteller dennoch unumgänglich, denn ansonsten werden sie irgendwann nur noch kleinste oder keine Mengen an SSDs mehr verkaufen können. Allerdings ist 2x-nm-Flash nicht so „schlimm“, wie viele Leute jetzt vielleicht annehmen möchten, denn ein guter (!) Controller wird auch diese SSDs lange genug leben lassen können. Diese Diskussion erübrigt sich an dieser Stelle ohnehin, denn Intel befindet sich aufgrund der eigenen Produktion in der komfortablen Position, weiterhin 34-nm-Flash einsetzen zu können. Man sollte diese Tatsache alleine allerdings nicht als ultimativen Kaufgrund sehen, sie soll an dieser Stelle dennoch erwähnt werden.