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Test: Kingston SSDNow V G2 128 GB: Die Rückkehr von JMicron?

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Seite 3: Die SSDNow V G2 im Detail (2)

Beim Testen des Laufwerks traten zwei Auffälligkeiten hervor: Das Löschen der SSD mittels „Secure Erase“-Befehl dauerte mehrere Minuten. Andere Laufwerke sind mit diesem Prozess innerhalb weniger Sekunden fertig, da eigentlich nur alle Blöcke als frei markiert werden müssen. Die längere Zeit, die die SSDNow V G2 zur Ausführung des Befehls benötigt, schiebt man bei Kingston auf die „große Anzahl“ an Flash-Chips. Jedoch gibt es Laufwerke, die nicht weniger Chips besitzen und trotzdem schneller fertig sind. Womit genau sich das Laufwerk, oder besser gesagt der Controller, nun so viel Zeit lässt, ist also unklar. Diese Tatsache fließt nicht in die Bewertung des Laufwerks mit ein, da man den „Secure Erase“-Befehl ohnehin nur ausführen wird, wenn man das Laufwerk vor einem Verkauf komplett löschen will.

Des weiteren zeigt sich das Laufwerk ziemlich resistent gegen Leistungseinbrüche. Zur Erinnerung: Füllt man eine SSD vollständig, bricht die Leistung der SSD mehr oder weniger stark ein und regeneriert sich entweder dadurch, dass man wieder Speicherplatz freigibt, was auf kompatiblen Systemen den TRIM-Befehl auslöst oder dem Laufwerk Zeit gibt, sich durch selbstständiges Aufräumen wieder in einen leistungsfähigeren Zustand zu versetzen.

Der folgende Screenshot zeigt das Laufwerk in fabrikneuem Zustand. Die durchschnittliche Schreibrate beträgt 175,8 MB/s.

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Die SSDNow V G2 wurde nun komplett gefüllt und dann einige Zeit mit Iometer belastet. Danach wurde die Partition gelöscht, was Windows nicht dazu veranlasst, den TRIM-Befehl zu senden, sodass nun die Leistung im gebrauchten Zustand überprüft werden konnte (folgender Screenshot). Mit einer durchschnittlichen Schreibrate von 163,3 MB/s kann nicht von einem ernsthaften Leistungsverlust geredet werden. Andere Benchmarks, die nicht über die gesamte Kapazität testen, zeigten sogar gar keinen Leistungsverlust an.

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Die Tatsache, dass die SSDNow V G2 nur geringfügig in der Leistung einbricht ist für Anwender mit nicht TRIM-fähigen Systemen sicherlich großartig.

Wurde der Benchmark direkt ein zweites Mal ausgeführt, war die Leistung bereits schon wieder auf Ausgangsniveau. Offenbar ist die Garbage Collection besonders effektiv, wenn sequenziell geschrieben wird. Bedenkt man, dass die Leistung überhaupt erst gesunken ist, nachdem das Laufwerk viele zufällige und kleine Schreibzugriffe aushalten musste und in einem Desktop-System natürlich auch sequenziell geschrieben wird, wird der Leistungseinbruch ohne TRIM bei normaler Nutzung vermutlich noch geringer sein als hier gemessen.

Schließlich wurde das Laufwerk noch einmal belastet, danach der TRIM-Befehl ausgelöst und ein viertes Mal die Schreibrate ermittelt: 175,1 MB/s war das Ergebnis, was wieder dem Ausgangsniveau entspricht. Das lässt auf eine ordentliche Implementierung des TRIM-Befehls schließen.

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Zum Lieferumfang der Kingston SSDNow V G2

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Mithilfe der Einbaurahmen kann man das Laufwerk in herkömmliche 3,5-Zoll-Festplattenschächte einbauen, das SATA-Strom- und -Datenkabel wird für den Anschluss des Laufwerks benötigt, wobei entsprechende Kabel ohnehin als Lieferumfang des Mainboards bzw. Netzteils vorhanden sein sollten. Auf der mitgelieferten CD befindet sich Acronis TrueImage HD in der Version 11, mit dessen Hilfe eine bereits bestehende Betriebssystem-Installation auf die SSD geklont werden kann.

Kingston bietet neben dem Desktop- auch noch ein Notebook-Bundle an, welches ebenfalls die CD mit TrueImage HD enthält, anstatt mit Einbaurahmen und SATA-Kabeln aber mit einem Gehäuse und USB-Datenkabel geliefert wird, um das Laufwerk auch extern verwenden zu können, da ein Notebook in den meisten Fällen nur einen Festplattenschacht bietet und man andernfalls umständliche Wege zum Klonen des Systemlaufwerks beschreiten müsste.