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Core i7-6950X im Test: Dicker Motor, alte Karosse

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Seite 12: Fazit

Zunächst waren wir skeptisch: Intel launcht eine neue High-End-Plattform, aber ohne auch den Chipsatz zu aktualisieren? Kann es funktionieren, einen aktuellen Boliden noch im fast zwei Jahre alten X99 in den Markt zu schicken? Effektiv ohne Probleme, wie wir im Test gesehen haben, denn der X99 war damals seiner Zeit im Jahre 2014 aufgrund von DDR4 und der M.2-Unterstützung deutlich voraus. Die CPU mit ihren 40 PCIe-3.0-Lanes macht dann auch den Vorteil des Z170 zunichte, eine höhere Flexibilität an PCIe-3.0-Lanes mitzubringen. Vorteile hat die eigentliche Mainstream-Desktoplösung aus Core i7-6700K und Z170 nur beim Stromverbrauch und wenn extrem viele Zusatzchips über den Chipsatz angebunden werden sollen. 

Danach kamen Zweifel, ob Intel mit dem Kaufpreis von 1.500 Euro nicht etwas überzogen hat. Für die meisten Leser sind selbstverständlich Prozessoren in der Preisklasse bis 500 Euro interessant, somit würden sich Prozessoren um 1.000 Euro wohl auch nur eine homöopatische Anzahl an Lesern kaufen. Aber ein fünfzigprozentiger Aufschlag auf das bisherige Topmodell ist schon eine Ansage. Bei einem Blick auf die Performancedaten liegt der Prozessor oftmals aber weit vor den bisherigen Achtkern-CPUs und distanziert den Core i7-6700K bei Multicore-Anwendungen deutlich. Im professionellen Umfeld, wenn es um Rendering-Zeiten oder Multithreaded-Performance geht, könnte sich der Aufpreis also sogar auszahlen. Der bessere Deal sind aber natürlich eher die Acht- und Sechskern-Modelle, auch wenn diese nicht denselben coolen Look auf den Taskmanager und natürlich deutlich weniger Performance mitbringen.

  

Für den Heimgebrauch sind aber auch noch andere Dinge wichtig, wie beispielsweise der Idle-Stromverbrauch. Hier hat Intel mit der Skylake-Architektur und dem Z170 Bestmarken aufgestellt, die die ältere Core-Generation mit dem älteren Chipsatz und einer höheren Kernanzahl natürlich nicht erreichen kann. Wer aber - und dafür ist der Chipsatz ja gemacht - das System sowieso mit mehreren Grafikkarten, SSD-RAID und anderem ausstattet, dem sind ein paar Watt besserer Idle-Stromverbrauch sowieso nicht so wichtig. Der Last-Stromverbrauch ist zwar ebenso hoch, aber unter dem Niveau des Core i7-5960X bei deutlich höherer Leistung. Bei zwei Kernen mehr und deutlich mehr Performance steigt also das Performance-pro-Watt-Verhältnis weiter an. Insofern kann man dem Prozessor beim Last-Stromverbrauch ein gutes Abschneiden bescheinigen.

Der Gamer, der ein System für den nächsten Blockbuster kaufen möchte, sollte sich hingegen überlegen, ob er wirklich auf die X99-Platform zurückgreifen möchte. Die Spiele liefern keine Argumente für die höhere Core-Anzahl, hier ist eher die Taktfrequenz des Prozessors ausschlaggebend. Für einen Bruchteil des Preises der Sockel-2011-Prozessoren kann man sich bereits einen Core i7-6700K erwerben und diesen möglicherweise übertakten. Dann bliebe sogar Geld für die zweite Grafikkarte, die man in den meisten Z170-Boards auch gut unter bekommt. Nur wer mehr als drei Grafikkarten einsetzen will, stößt im Z170 an seine Grenzen und braucht den neuen Broadwell-E.

Von den Overclocking-Features her hat Intel endlich einmal wieder alles richtig gemacht. Die Einstellungsmöglichkeiten der CPU sind sehr gut - und da alle vorgestellten Produkte "K"-Modelle sind, also einen offenen Multiplikator und Übertaktungsmöglichkeiten besitzen, sind die neuen Prozessoren aus Tuning-Sicht sehr interessant. Wäre da nicht das Problem, dass das erste Stepping sich aktuell kaum ordentlich übertakten lässt. Hinter vorgehaltener Hand haben wir schon von einem eventuellen neuen Stepping gehört, was in Kürze erscheinen soll und gerade die Übertaktungsresultate deutlich verbessern soll. Allerdings ist bei acht oder sogar zehn Kernen natürlich die Kühlung extrem wichtig, denn beim Übertakten und einer möglichen Spannungsveränderung verbraucht das System gleich deutlich mehr.

Effektiv kommen wir also zu folgendem Ergebnis:

Positive Eigenschaften des Core i7-6950X:

  • hervorragende Performance
  • reichhaltige Erweiterungsmöglichkeiten (Quad-SLI, CrossFire X)
  • gutes Performance-pro-Watt-Verhältnis unter Last
  • gute Overclocking-Möglichkeiten

Negative Eigenschaften des Core i7-6950X: 

  • hoher Kaufpreis 
  • Idle-Stromverbrauch leicht erhöht

Insgesamt gesehen ist der Core i7-6950X also nur dann wirklich uneingeschränkt zu empfehlen, wenn er in einer richtigen High-End-Kiste steckt: Wer sowieso über relativ unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten verfügt und dazu auch noch mehrere Grafikkarten gleichzeitig betreiben will, der kommt um den X99-Chipsatz nicht herum und der kann somit auch mit den negativen Eigenschaften des Core i7-6950X sehr gut leben. Für ein richtig eindrucksvolles System sollte man aber schon drei bis vier GeForce GTX 1080 einbauen. Das System wird mit vier Grafikkarten dann sicherlich nicht weniger als 5.000 Euro kosten, aber der CPU-Preis wirkt dann gar nicht mehr so riesig...

Persönliche Meinung

Der Prozessor für die oberen Zehntausend. Sicherlich lässt sich mit dem Modell ein tolles System zusammenbauen, aber der einzige Vorteil gegenüber den bisherigen Xeon-Modellen mit mehr als acht Kernen (beispielsweise dem E5-2699v3 mit 18 Kernen) ist die Übertaktbarkeit. Damit wird der Prozessor für Enthusiasten interessant, und nicht nur für Profis, die auch früher schon mit Xeon-Modellen diese Multicore-Leistung erreichen konnten. Mit dem etwas antiquierten X99-Chipsatz wirkt der 10-Kerner aber fast wie ein getunter alter Mustang mit Powerdome. (Dennis Bode)

 

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Kommentare (42)

#33
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9439
Zitat mcmurphy100;24629081
Das ist nicht nachvollziehbar - man darf hohe Preise verlangen, wenn die Nachfrage sinkt?

Das Prinzip Angebot + Nachfrage geht so: wenn der Bedarf sinkt, dann sinken auch die Preise.

Naja, man verknappt auch gleichzeitig das Angebot, so dass diejenigen die sowas unbedingt wollen, auch den höheren Preis zahlen um die insgesamt niedrigere Stückzahl zu kompensieren...
#34
Registriert seit: 04.08.2012

Matrose
Beiträge: 10
Zitat DragonTear;24629091
Naja, man verknappt auch gleichzeitig das Angebot, so dass diejenigen die sowas unbedingt wollen, auch den höheren Preis zahlen um die insgesamt niedrigere Stückzahl zu kompensieren...


Intel verknappt das Angebot für einen neu eingeführten Prozessor?

Es ist doch keine limitierte Sonderauflage.
Ich denke, jeder der bereit ist die 1600 Öcken zu zahlen, bekommt auch einen.
#35
Registriert seit: 26.04.2015

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 441
@mcmurphy100: Du hast das Prinzip nicht ganz verstanden. Warum sollte Intel den bei sinkender Nachfrage produzieren wie früher?
Firmen Produzieren immer für einen bestimmten Sweetspot an Preis / Gewinn.
Hier lohnt es sich für Intel halt, noch weniger zu Produzieren (da die Kosten pro CPU bei sinkender Produktion steigen).
Mit welcher Begründung sollte intel hier die Preise senken? Jemand der die CPU wirklich braucht, hat keine Alternative.
Das hat auch nichts mit "Sonderauflage" oder der gleichen zu tun, reduzierte Produktion heist schlicht, das pro Monat dann nur zB 500 hergestellt werden anstelle von 750 (eben der Nachfrage angepasst).
#36
Registriert seit: 19.09.2008

Flottillenadmiral
Beiträge: 4652
Schön und gut.
Aber woran machst Du die sinkende Nachfrage bei einem
neuen Produkt auf dem Markt fest ?
Warum sollte Intel ein neues Produkt auf den Markt bringen,
wenn sie wissen, dass keine ausreichende Nachfrage besteht.
Auf der Basis würde sich Intel wirtschaftlich den Launch eher
komplett sparen.

Bei auf dem Markt etablierten Produkten macht Deine Ausführung allerdings Sinn.
#37
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Registriert seit: 27.06.2006
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 4024
Noch ist die CPU nicht bei €1.600 angekommen,
verkaufen tut sie sich trotzdem - MF dürfte bald 20 Stück verkauft haben.

Bringt Asus eigentlich ein neues Rampage Extreme V Black raus?
Habe nichts von der Computex mitbekommen..

Sicher mir wäre aus auch lieber das die CPU "nur" €1.000 würde,
allerdings versteh ich nicht das sich kaum einer über die Preise der GTX 1080 Founders Edition aufregen €789,-.

In der Zeit wie ich die Intel CPU nutzen würde - hätte ich schon 2-3 Grafikkarten gekauft,
daher hat die Intel CPU ganz klar das bessere P/L Verhältnis.

Die Xeons zeigen, dass zukünftig nicht soviel passieren wird. Was bringen mit 48 Kerne mit 2,2Ghz beim zocken ?
Daher sehe ich da schon eine sehr lange Langlebigkeit einer solchen CPU.

Einzig der Stromverbrauch wird sich in den nächsten Jahren noch reduzieren aber ich glaube das kann man dann auch noch wegstecken..
#38
Registriert seit: 08.08.2005
Zürich
Flottillenadmiral
Beiträge: 4583
Rampage Extreme V Edition 10 kannst du als "black edition" ansehen


https://rog.asus.com/23442016/maximus-motherboards/press-release-asus-republic-of-gamers-announces-rampage-v-edition-10/


Ich warte immernoch auf mehr Tests wie es mit dem OC aussieht, ob da 4.3 Ghz wirklich die Grenze ist.
#39
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Registriert seit: 27.06.2006
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 4024
AAhh! :d

Genau sowas meine ich - perfekt!

Hoffe nur das Asus einen besseren Start als beim IV Black hinlegt,
daß war eine ziemliche Katastrophe..
#40
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9439
Zitat Bin2good;24634001
Schön und gut.
Aber woran machst Du die sinkende Nachfrage bei einem
neuen Produkt auf dem Markt fest ?
Warum sollte Intel ein neues Produkt auf den Markt bringen,
wenn sie wissen, dass keine ausreichende Nachfrage besteht.
Auf der Basis würde sich Intel wirtschaftlich den Launch eher
komplett sparen.

Bei auf dem Markt etablierten Produkten macht Deine Ausführung allerdings Sinn.

Die neue Intel CPU ist aber keine brandneue Erfindung, sondern eine weitere Generation des letzten 8kerners. D.h. man kann "High-End CPU" durchaus als etabliertes Produkt bezeichnen.
#41
Registriert seit: 19.09.2008

Flottillenadmiral
Beiträge: 4652
Dennoch ist ein 10Kerner im Desktop/Consumer Bereich etwas Neues, der sich e4rstmal etablieren muss.
Bei dem Preis wird der sicherlich nicht gleich in Masse produziert, aber mit einer reduzierten Produktion (z.B. 500 Stück statt 750Stück im Monat) hat das sicher nichts zu tun.
#42
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Registriert seit: 13.08.2008
Bielefeld
Stabsgefreiter
Beiträge: 387
Falls ein neues Stepping kommen sollte, dann würde ich mich über einen kleinen Nachtest der Overclocking Fahigkeiten freuen.
Wäre auch schön wenn man das Erkennungsmerkmal des Steppings kommuniziert.
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