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OC-Guide: AMD- und Intel-Prozessoren an die Leistungsgrenze zwingen

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Seite 5: X99: Die einzelnen Spannungen

Wer seinen "Haswell-E"-Prozessor übertakten möchte, der wird von allerhand Parametern im UEFI/BIOS erschlagen. Einen kleinen Überblick geben wir auf dieser Seite.

Die einzelnen Spannungen von "Haswell-E"

Bei "Haswell-E" gibt es eine Vielzahl von Spannungen. Doch nicht alle sind für ein stabiles Overclocking notwendig und so können macnhe getrost ignoriert werden. Bei bestimmten Fehlern während den Stabilitätstests ist es aber gut zu wissen, an welchem Regler man als nächstes drehen sollte. Wir stellen die sieben wichtigsten Spannungen anhand dieses Blockdiagramms vor:

voltage planes k
Spannungs-Diagramm zu "Haswell-E".
  • Vccin

Die Eingangsspannung für den Integrated-Voltage-Regulator (iVR). Er wandelt aus der hier anliegenden Spannung die anderen Parameter (VCore, VRing, etc.) ab.

StandardMaximal
1,8 Volt 2,2 bis 2,4 Volt
  • Vcore

Die Kernspannung des Prozessors - ist je nach VID/Güte des Prozessors von CPU zu CPU unterschiedlich. Die meisten Overclocker achten nur darauf.

StandardMaximal
etwa 1,1 Volt 1,375 Volt
  • VRing

Die Spannung für den RingBus/Cache und den Uncore-Bereich.

StandardMaximal
1,05 Volt 1,12 bis 1,25 Volt
  • VIO

VTT/VCCIO-D-Spannung. Sollte 50mV höher als VCCIO-A sein. 

StandardMaximal
1,15 Volt 1,20 Volt
  • VSA

Die Spannung für den IMC, Erhöhung kann der Stabilität zuträglich sein, muss in der Regel aber nicht angefasst werden.

StandardMaximal
0,9 Volt 1,15 bis 1,2 Volt
  • PCH

Die Spannung für den Chipsatz. Muss beim bloßen Anheben des Multiplikators nicht angepasst werden.

StandardMaximal
1,05 Volt 1,25 Volt
  • VDDQ

Die Spannung für den Arbeitsspeicher. Sie ist abhängig von den jeweils verwendeten Speichermodulen.

StandardMaximal
1,2 Volt 1,35 Volt


Bei "Haswell-E" gibt es damit nur noch zwei, von außen einstellbare Spannungen: Die Eingangsspannung (VCCIN), an die alle anderen Spannungen angebunden sind, sowie die RAM-Spannung (VDDQ).

 

Ring Ratio: Interface-Verbindung („CPU Cache“) zu jedem Kanal innerhalb der "Haswell-E"-CPU. Sollte nie höher als der Multiplikator sein. Wer ein Mainboard mit ASUS-OC-Sockel hat, erreicht in der Regel höhere Ergebnisse von 4.000 bis 4.500 MHz, ohne diesen sind meist 3.600 bis 3.700 MHz drin.

VRing sollte für die eigenen Overclocking-Versuche ebenfalls angehoben werden, um die Stabilität zu verbessern. Sie ist in höheren Bereichen aber schwer synchron mit dem CPU Takt zu halten. Im Idealfall soll VRing ein bis vier Stufen unter dem Core-Takt liegen. Ein hoher Ring-Takt wirkt sich insbesondere positiv auf die Speicherbandbreite und speicherabhängige Benchmarks bzw. Programme aus, weniger aber auf praxisnahe Testszenarien und/oder Spiele. Wer nicht jedes Quäntchen Leistung benötigt, lässt den Multiplikator hier einfach auf "Auto" stehen und überlässt die Einstellungen dem Mainboard.

System Agent, CPU I/O Voltage (VTT) sind für den IMC zuständig, müssen insgesamt nur dann erhöht werden, wenn der Takt des Arbeitsspeicher sehr hoch angesetzt wurde. In der Regel müssen die Parameter hier exakt ausgelotet werden und zu den RAM-Kits passen, denn hier kann zu viel Spannung auch kontraproduktiv und der Stabilität abträglich sein.

 

Fully Integrated Voltage Regulator (IVR)

Eine Neuerung bei "Haswell-E": Der IVR bzw. FIVR (Fully Integrated Voltage Regulator). Er übernimmt das Wandeln der benötigten Spannungen aus der Eingangsspannung – was ehemals eine Funktion des Mainboards war. Oft empfiehlt es sich, wenn Änderungen an den Settings (gerade bzgl. der Input-Spannung) vorgenommen worden sind, den PC einmal komplett herunterzufahren und auszuschalten, um sicherzustellen, dass die Änderungen einwandfrei und korrekt übernommen werden und sgg. „Random Bluescreens“ zu vermeiden. Dies ist eine der Eigenarten der "Haswell(-E)"-CPUs. 

Unser Foren-Nutzer "Wernersen" schreibt dazu in seinem "Haswell-1150-OC-Guide passend::

„Eine Eigenart dieser Plattform ist, dass man fast bei jeder Veränderung im Bios, gerade an der Eingangsspannung und Cache-Voltage, einen obligatorischen Blue-Screen in Prime95 kassiert. Diese Sensibilität liegt sicher daran, dass die Steuerung der Spannungsversorgung in die Chips gewandert ist. Hiervon darf man sich nicht gleich verwirren lassen und nicht sofort eine Einstellung ändern, sondern einfach erneut starten und mit gleicher Einstellung noch mal versuchen.

Dieser Blaue kommt dann recht schnell innerhalb der ersten Minuten, trotzdem die Veränderung schon richtig gewesen sein kann und führt deshalb oft zu Verwirrung.

Am besten man schaltet den PC nach jeder Änderung einmal aus. Kostet zwar etwas Zeit, spart aber langfristig echt Nerven, da man sich so die ganzen "random" iVR Bluescreens sparen kann."

Der FIVR reagiert oft besonders sensibel auf Veränderungen an der Eingangsspannung und VRing. Dort sollten beide Spannungen passen, um Stabilität zu gewährleisten (unabhängig von der VCore).

 

VID/Standardspannung:

Die VID (Voltage IDentification) ist bei "Haswell" und "Haswell-E" leider nicht mehr so aussagekräftig in Hinblick auf das potentiell zu erwartende OC-Ergebnis, wie das noch früher oft der Fall war. Dennoch verspricht die Betrachtung der Standardspannung (Non-Turbo und Multiplikator sowie VCore auf Auto) eine gewisse bedingt zuverlässige Prognose auf evtl. zu erreichende OC-Ergebnisse.

Eine niedrige VID/Standardspannung verspricht oft bessere OC Ergebnisse, aber auch höhere Temperaturen und einen höheren Verbrauch, wohingegen CPUs mit höherer VID und einer höheren Standardspannung kühler bleiben und eine geringere Leistungsaufnahme besitzen.

 

LLC/Loadline Calibration:

Sie verhindert den Vdroop (Abfallen der Spannung unter Last), wirkt bei "Haswell-E" aber nur noch auf die Input-Voltage und somit nicht mehr auf die VCore aus.

 

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Kommentare (21)

#12
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Registriert seit: 10.10.2013

Bootsmann
Beiträge: 548
Glaube auch, dass bei dem AMD build das Mainboard limitiert. Die VRMs werden durch die AIO ja kaum gekühlt. Trotzdem ist der Guide gut. Aber den i7 hätte ich schon gerne geköpft gesehen :D
#13
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Registriert seit: 30.11.2008

Kapitän zur See
Beiträge: 3482
An den Nebenspannungen rum zu fummeln finde ich persönlich völlig unnötig! Da habe ich keine Zeit und Nerven für. Ich habe mir 4,1 Ghz bei dem i7 4770k ausgesucht und Vcore auf 1,169V geschraubt. Läuft prima. Allzu weit darf ich damit nicht mehr runter, da es sonst crasht. Kühler ist ein Arctic Freezer i30.
#14
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Registriert seit: 10.10.2013

Bootsmann
Beiträge: 548
Zitat Beelzebub1984;23216546
An den Nebenspannungen rum zu fummeln finde ich persönlich völlig unnötig!
Das kommt immer auf die Zielsetzung aber auch auf die Platform an. Mit meinem i7-5820k würde ich auf ein halbes Gigahertz verzichten, wenn ich die Nebenspannungen auf Standard beließ.
#15
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Registriert seit: 03.02.2008
Stuttgart
Bootsmann
Beiträge: 594
Habe vor mein PC zu Upgrade aber sehe leider echt noch keinen wirklichen Vorteil zu meinem CPU 3770K und dem 4790K.

Denke das es besser ist das ich bis zum Q2 warte, da soll ja eine neue Generation Broadwell folgen.
#16
Registriert seit: 14.03.2012

Matrose
Beiträge: 5
Mein 5960X läuft auf 4.335 Ghz mit nur 1.175v ohne die anderen Spannungen anzuheben. Habe wie es ausschaut eine ziemlich gute CPU erwischt.
#17
Registriert seit: 23.09.2009

Kapitänleutnant
Beiträge: 1928
Schade, dass das Northbridge OC bei den AMDs mehr oder weniger unerwähnt bleibt.

Und zum Board, Asrock hat es bei den AM3+ bretten bei den Spawas versaut. Da wäre ein ASUS Board die besere Wahl gewesen ;)
#18
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Registriert seit: 08.02.2009
München
Flottillenadmiral
Beiträge: 4416
Zitat why_me;23219253
Schade, dass das Northbridge OC bei den AMDs mehr oder weniger unerwähnt bleibt.

Und zum Board, Asrock hat es bei den AM3+ bretten bei den Spawas versaut. Da wäre ein ASUS Board die besere Wahl gewesen ;)


Volle Zustimmung! Wieso hier nicht auf das NB-OC eingegangen wird, verstehe ich nicht. Die Qualität des Boards ist durchschnittlich, wie die 4.4 GHz vermuten lassen. Auf einem ordentlichen Brett läuft müsste die CPU im Bereich 4.7 - 5.0 GHz liegen.
#19
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Registriert seit: 24.03.2008
Heidelberg
Moderator
A glorious mess!
Beiträge: 4828
Zitat Smagjus;23216938
Das kommt immer auf die Zielsetzung aber auch auf die Platform an. Mit meinem i7-5820k würde ich auf ein halbes Gigahertz verzichten, wenn ich die Nebenspannungen auf Standard beließ.


Richtig ;)
Gerade bei den Haswell-E hängt ein großteil der Stabilität an den Nebenspannungen!

@Stegan
Sehr schöne Themenwoche :wink:
#20
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Registriert seit: 28.04.2007
Leipzsch
Flottillenadmiral
Beiträge: 5286
wieso werden da keine Ergebnissse vor/nach OC bei Spielen gepostet? Weil das OC für Spiele wohl nix bringt?
#21
Registriert seit: 22.01.2014

Korvettenkapitän
Beiträge: 2432
Es bringt für Spiele schon was.
Stabilisiert die Min-FPS oder sonst was
aber es ist auch aufwendig, da die ganzen Spiele durch zu testen
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