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Haswell-E im Test: Intel Core i7-5960X

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Seite 18: Die ersten Gehversuche mit LN2

Neben unserem klassischen Benchmark-Parcours sowie den ersten OC-Tests werden die neuen "Haswell-E"-Prozessoren auch von ambitionierten Overclockern heiß erwartet. Natürlich hatten auch die BenchBros die Möglichkeit, sich etwas mit den neuen Prozessoren und dem dazugehörigen Chipsatz zu beschäftigen. Eine erst Erkenntnis ist dabei: Gute Modelle des Intel Core i7-5960X können bei allen acht aktiven Kernen in etwa 5.500 bis 5.600 MHz erreichen. Bereits bei ersten Tests schafften die BenchBros 5.750 bis 5.800 MHz und das auf einem MSI X99 SLI PLUS ohne deaktivierte Over-Current-Protection (OCP) und ohne große Optimierungen seitens des Board-Designs. Bei der Handhabung in Sachen Kühlung sind dabei keinerlei große Unterschiede zu den "Haswell"-Modellen auszumachen. Der Cold-Bug ist auch hier in typischen Bereichen zwischen -95 und -130 °C zu finden - abhängig von der CPU und der jeweils anliegenden Spannung.

Sollen oder müssen nicht alle acht Kerne des Core i7-5960X verwendet werden, ergibt sich doch eine Änderung zu den "Haswell"-Modellen, denn bei "Haswell-E" lässt sich jeder Kern einzeln abschalten. Man kann also Core0 bis Core 7 in einer beliebigen Reihenfolge und Anzahl auswählen, ohne dass dabei der Core0 immer aktiv sei muss, wie dies bei "Haswell" der Fall ist. Sollen also für eine bestimmte Benchmark-Kategorie nur ein oder zwei Kerne aktiv sein, können die besten Kerne frei gewählt werden. Allerdings eignet sich der Core i7-5960X nicht sonderlich für diese Disziplin, denn meist ist man selbst bei nur 1-2 aktiven Kernen weit vom Takt einer "Ivy-Bridge-E"-CPU emtfernt. 6.250 MHz konnten die BenchBros bei einem aktiven Kern erreichen - es sind also alle acht Kerne notwendig, um in dazugehörigen Benchmarks entsprechende Ergebnisse zu erreichen.

Intel Core i7-5960X unter LN2 (Bild: BenchBros)
Intel Core i7-5960X unter LN2 (Bild: BenchBros).

Ein paar Worte zur Methode der BenchBros, um aus mehreren Modellen des Core i7-5960X die besten herauszufiltern. Dazu werden die CPUs mit 4.800 MHz und allen acht aktiven Kernen gebootet. Mit möglichst geringer CPU-Spannung wird danach versucht in das Windows zu booten. Dabei wird noch nicht eine Kühlung mittels flüssigem Stickstoff verwendet, sondern unter Luft getestet. Typischerweise ist dabei eine Spannung von 1,25 und 1,43 Volt notwendig, wobei hier natürlich eine möglichst geringe Spannung das Ziel ist.

In einer zweiten Benchmark-Session konzentrierten sich die BenchBros besonders auf 2D-Scores. Dabei lief der Core i7-5960X mit Taktraten von 5.800+ MHz. Der Arbeitsspeicher rechnete hingegen mit einer Geschwindigkeit von 2.666 MHz bei Timings von CL11-12-12-28-260-1T - zum RAM später aber noch etwas mehr. Die internen Caches liefen mit 3.750 MHz - aber sowohl für den Ringspeicher als auch den Arbeitsspeicher sehen die BenchBros noch Luft. Weiterhin limitiert wird der Prozessoren durch die OCP des Boards. Das Limit lässt sich auf 63 Ampere einstellen, ein neues BIOS soll hier aber 127 Ampere ermöglichen, was deutlich mehr Luft lässt. Wie stark die OCP eingreift, zeigen folgende Ergebnisse:

  • Cinebench R15 - 5.800MHz - 1,68V = OK
  • Cinebench R15 - 5.820MHz - 1,68V = instabil
  • Cinebench R15 - 5.820MHz - 1,69V = OCP bei ca. 50 Prozent des Benches
  • Cinebench R15 - 5.800MHz - 1,69V = OCP bei ca. 50 Prozent des Benches

Man kann gut erkennen, dass der fehlende Strom der Grund für die Limitierung ist und nicht etwa das Potenzial des Prozessors ausgeschöpft ist. Um sich die Werte einmal vor Augen zu führen: Wir reden hier über 63 Ampere auf der Eingangsseite der Spannungsversorgung (PWM) des Boards. Das Board hat nur einen 8-Pin-12V-Anschluss. Wenn man mal den Wirkungsgrad der PWM pessimistisch mit 80 Prozent annimmt, sind das (63 Ampere x 12 Volt) * 0,8 = 604 Watt. Rechnet man diese Leistung auf die anliegenden 1,68 Volt herunter, fließen im Prozessor Ströme von etwa 360 Ampere - unglaubliche Werte im Vergleich zu anderer (Mikro)-Elektronik.

Tests mit erweiterter OCP stehen noch aus. Die BenchBros rechnen damit, den Prozessor bei 1,75 Volt betreiben zu können, so dass ein Takt von 5.900 bis 6.000 MHz realistisch sein könnte.

Intel Core i7-5960X unter LN2 (Bild: BenchBros)
Intel Core i7-5960X unter LN2 (Bild: BenchBros).

Noch wenig erbauend sind die Erkenntnisse zum DDR4-Speicher, allerdings müssen hier noch weitere Tests folgen. DDR4-3335 mit CL16 konnten die BenchBros validieren. DDR4-3000 liefen auch mit CL12 im SuperPI 32M, allerdings war der Durchsatz derart gering, dass ein Vergleich zu den guten Ergebnisse mit DDR3 nur wenig Sinn macht. Offenbar arbeitet Intel hier noch am Micro-Code, der erst in die BIOS-Versionen der Mainboards einfließen muss. Zudem arbeitet der Ring-Takt ab einem gewissen RAM-Takt nicht mehr mit dem maximalen Mutliplikator, sondern senkt sich auf x12, was dem Durchsatz natürlich nicht sonderlich gut tut.

 

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Kommentare (144)

#135
Registriert seit: 30.03.2005

Hauptgefreiter
Beiträge: 245
Moin Kollegen,
ich wäre dankbar, wenn die Linux-User unter Euch mal mit "cryptsetup benchmark" im Forum http://www.hardwareluxx.de/community/f11/cryptsetup-benchmark-linux-1032882.html
helfen würdet. Danke!
#136
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Registriert seit: 06.05.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2829
Zitat fdsonne;22588887

Unterm Strich, wenn du wirklich absolute MT Performance brauchst, kommst du wohl mit nem Dual Xeon E5 im reinen P/L günstiger weg.
Brauchst du nen gesunden Mix aus ST und MT Performance, ist hoher Takt quasi pflicht. Da brauchst du dann auch nicht irgendwelchen ~2GHz 8-12 Core CPUs anfangen, die sind zwar in MT fix, aber im ST einfach lahm...


Der kleinste 8-Kerner hat 2,4Ghz und einen Turbo von bis zu 3,2 Ghz. Das Top Model hat sogar noch einen strafferen Turbo bis 3,6Ghz. Klar sinkt der Takt mit jedem weiteren genutzen Core, aber in Summe ist die Performance dennoch höher als bei den nur 8 Kernen beim 5960x. Aber psssst, nicht weitersagen.
#137
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Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 13385
Bei dual thread last ist ein Single x5960x trotzdem fixer, denn da kann der Xeon einfach den Takt nicht mitgehen. Der Rest der e5 hilft bei sowas nicht...

Die meisten hier wollen ja auch zocken ;) da sind dual Cpu Systeme eher suboptimal

Gesendet von meinem C2005 mit der Hardwareluxx App
#138
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Registriert seit: 06.05.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2829
Es ging um die Aussage der 5960x sei für "profiarbeiten" und wäre zwingend erforderlich wenn es um einen gesunden mix aus Takt und cores geht. Das ist schlicht falsch. Du brauchst auch nicht mit 2 lächerlichen threads um die Ecke kommen und behaupten die Xeon würden dann taktechnisch in der Bedeutungslosigkeit rumgurken. Nur mal als info: das topmodell mit 18 cores ist sich bei Last auf 2 threads nicht zu schade mit 3.6ghz unter Wegs zu sein. Auf allen 18 cores liegt der Turbo immer noch bei 2.7ghz. Wenn man wirklich viele Cores brauch sind sind Xeon teilweise deutlich attraktiver. Nur als gamer braucht die extrem hohen Takte über 4 GHz und auch nur da macht der 5960x noch Sinn.
#139
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Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 13385
Das auch Xeons Turbo haben hatte ich nicht bestritten, und das ein Xeon bei 90% Nutzung im Anwendunngsbereich die bessere Lösung ist, ist auch klar.

Die zwei lächerlichen Threads tauchen aber bei Games eben auf. Und da sagst du ja selbst, das min. 10% mehr Takt als einige Xeon bringen sinnvoll sind.

Für Gamer ist ein 5960x daher unter Umständen interessant, für Anwender ist aber OC oft eh nix und Kerne Zählen. Darum gibts die CPUs ja ;)

Gesendet von meinem C2005 mit der Hardwareluxx App
#140
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Registriert seit: 06.05.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2829
Ich habe nichts anderes gesagt. Für gamer ist der 5960 interessant für alle anderen nicht. Und wie gesagt es ging nicht um gamer Szenarios...
#141
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Registriert seit: 25.02.2013
Heidelberg
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 403
Nichts weltbewegendes bis auf den gesenkten Stromverbrauch welcher den
krassesten Unterschied darstellt. Leistung per core.. marginale erhöhung
und klar es ist ein Achtkerner aber das ist auch nichts spektakuläres [U]meiner Auffassung nach [/U] ..

Witzig, dass mir ein 2700K noch die nächsten Jahre reichen wird, denn ich schätze mal es
wird ca 1 1/2 bis 2 Jahre dauern, bis sich die Leistung der GTX980 verdoppelt wenn es bei diesem
Tempo bleibt.

All die anderen können ja gern zum Epeen greifen :P
#142
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Registriert seit: 11.09.2007

Korvettenkapitän
Beiträge: 2117
Ich hab auch über Wechsel nachgedacht. zZ. habe ich ein I7-920 C0 @ 3,4 GHz. Aber da bleibe ich lieber dabei und versuche 3,6-3,7 GHz zu packen. Taktbereinigt ist man bei 15% Zuwachs bei Haswell dabei. Da wird eine potente Grafikkarte eh die bessere Option sein.
#143
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Registriert seit: 08.11.2006
Hannover
Moderator
BIOS Bernhard
Lutz
Beiträge: 33768
Das sollten schon mehr als 15% sein, da 15% schon zwischen sandy und haswell liegen(ungefähr) aber wenn dir deine cpu reicht dann bleib definitiv dabei. Hast ja mal ordentlich geld fuer die 1366er plattform gelassen
#144
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Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 13385
Also bei nem Bloomfield zu Haswell sollten etwa 30% Differenz taktbereinigt bleiben, zu Westmere oder Gulftown sinds etwa gleich viel, wobei da ja dann der Vergleich Haswell-e zu Westmere eben dann auch passt.
Für 1366 user ist ein xeon x5650 sicher interessant.

Gesendet von meinem C2005 mit der Hardwareluxx App
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