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Ivy Bridge im Test: Intel Core i7-3770K und alle i5-Modelle

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Seite 7: Intels HD 4000-Grafik im Vergleich

Mit Sandy Bridge hat Intel bereits einen großen Schritt gemacht: Zwar wurde die integrierte Grafik nicht zu einem Killer für NVIDIA und AMD, aber in diversen Bereichen war Intels Grafik endlich brauchbar. Durch die Clear Video HD Technology, 3D-Playback und schnellere Encoding- und Decoding-Einheiten hat Intel die Grafik für den normalen Desktop-Einsatz fit gemacht. Hinzu kommt, dass man sogar einige Spiele in guter Qualität und durchschnittlicher Auflösung spielen konnte – wenn es sich nicht um die neuesten 3D-Egoshooter oder aufwendige Grafik-Spiele handelte.

Allerdings hatte die Sandy-Bridge-Grafik auch noch diverse Schwachpunkte. Mit nur 12 Execution Units und fehlender Hardwareunterstützung in einigen Bereichen war noch diverser Spielraum für Verbesserungen. Diese greift Intel nun bei Ivy Bridge auf.

Vergleich Prozessor-Grafik
Grafikkern Intel HD Graphics 4000 Intel HD Graphics 2500 Intel HD Graphics 3000/2000
Unified Shader ja ja ja
Anzahl Execution Units 16 6 12/6
Media Processing
(Quick Sync/Clear Video)
ja, verbessert ja, verbessert ja
OS Optimierungen für Windows 7 und 8 für Windows 7 und 8 für Windows 7, Vista, XP
Frequenz maximal 1350 MHz
(aktuell: 1150 MHz)
maximal 1350 MHz maximal 1350 MHz
DirectX-Support in Hardware DX11 DX11 DX10.1
OpenCL 1.1 CPU/GPU CPU/GPU nur CPU
OpenGL Support OpenGL 3.1 OpenGL 3.1 OpenGL 3.0
Shader Model SM 4.1 SM 4.1
Dynamic Frequency Scaling ja ja ja
Maximale Auflösung 2560x1600 2560x1600 2560x1600
HDMI-Support 1.4 mit 3D 1.4 mit 3D 1.4 mit 3D
Anzahl Displays 3 3 2
Intel WiDi 3.0 3.0 2.1

In der obigen Tabelle ist das Wichtigste dargestellt: Die schnellste Version, die HD 4000, hat nun 16 Recheneinheiten anstatt vormals maximal 12. Diese hat Intel auch noch mit DirectX 11, OpenCL 1.1 und Open GL 3.1 in Hardware aufgebohrt. Die restlichen Verbesserungen sind zunächst einmal auf diese höhere Anzahl an Recheneinheiten zurückzuführen, denn Intels Quick Sync Video und die Clear Video Technik hat Intel nur indirekt verbessert – sie sind durch die höhere GPU-Leistung jetzt nur schneller. Einen Teil der höheren Leistung erhält die Grafik auch über einen On-Chip-Cache, den Intel zusätzlich bereitstellt. Über die Größe dieses Caches, der dem 8 MB L3-Cache vorgeschaltet ist, schweigt man sich allerdings aus.

Intel setzt auch weiterhin den Turbo-Betrieb über den Grafikkern und die CPU ein, wenn die CPU also nicht schon unter Volllast ist, kann der Grafikkern übertaktet werden:

dynamicfrequency
Durch Intels Dynamic Frequency Technology wird der Grafikkern
auf einen höheren Takt gesetzt, wenn die TDP es zulässt und die
Grafik-Einheiten gefordert werden.

Nach Rückfrage bei Intel bestätigte man uns, dass der Prozessor einen minimalen Takt von 350 MHz bei der GPU und einen maximalen Takt von 1350 MHz besitzt. Aktuell würden die Modelle aber nur bis 1150 MHz hochgetaktet, bei späteren Modellen ist auch ein höherer Turbotakt möglich. Die Taktstufen kann Ivy Bridge in 100-MHz-Schritten einstellen, je nach Leistungsbedarf.

Interessant ist, dass Intel weiterhin die Top-Modelle mit der schnelleren Grafik ausstattet und die kleineren Modelle beschneidet. Eigentlich wäre ein umgekehrter Einsatz logischer, da Anwender, die sich einen 300-Euro-Prozessor kaufen auch größtenteils eine richtige Grafikkarte einsetzen werden, umgekehrt aber in günstigen Systemen ohne dedizierte Grafikkarte ein schnellerer GPU-Kern hilfreich wäre. Intel erklärt dies so, dass man den Topmodellen auch die besten Features bereitstellen will – in diesem Sinne ist das zu verstehen, hier aber eigentlich unlogisch.

Praktisch ist die Tatsache, dass Intel mit der HD 4000 und der HD 2500 nun drei Displays unabhängig voneinander ansteuern kann. Beispielsweise wäre das Notebook-Display, ein Beamer und ein externer Monitor anzuschließen. Das Signal wird dabei über ein FDI Interface an den Chipsatz weitergegeben, der dann beispielsweise drei DisplayPort-Anschlüsse, drei HDMI-Anschlüsse oder drei DVI-Anschlüsse bereitstellen kann. Auch Mixturen sind denkbar, wobei nur ein analoger Anschluss infrage kommt. Intel bietet hier auch High Bit Rate Audio für HDMI und DP1.1a-Audio-Unterstützung. 

WiDi, also die Intel Wireless Display Technik hat man ebenso verbessert. WiDi unterstützt nun FullHD 1080P, kommt mit Dual Band/Dual Antenna auf höhere Übertragungsraten, bietet auch einen Projector-Support (alle Anschlüsse), eine geringere Latenz, eine höhere Filmqualität, Unterstützung für 24fps-Filme und eine Verschlüsselung für den Einsatz im Firmenumfeld.

Bei der Grafikleistung gibt Intel an, dass man im 3DMark 2011 die zweifache Performance bei der HD 4000 gegenüber der HD 3000 erreichen würde, die HD 2500 sei immer noch 10-20 Prozent schneller als die HD 2000. Dieses haben wir natürlich überprüft und den Core i7-3770K dem Core i7-2700K gegenübergestellt und in 3DMark 2011 und einigen Spielebenchmarks die Performance getestet.

Auf der nächsten Seite haben wir diesen Leistungsvergleich zusammengestellt.