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Ivy Bridge im Test: Intel Core i7-3770K und alle i5-Modelle

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Seite 2: Ivy Bridge in P67 und Sandy Bridge in Z77

Das erfreulichste für Anwender ist sicherlich die Kompatibilität von Ivy Bridge zu den bisherigen Chipsätzen und die Möglichkeit, einen älteren Sandy-Bridge-Prozessor auch in aktuellen Z77-Mainboards einsetzen zu können. Erstmals seit langer Zeit hat Intel nämlich die Sockel-Kompatibilität nicht nur in mechanischer Form, sondern vollständig beibehalten. 

Die neuen Ivy-Bridge-Prozessoren besitzen immer noch den Sockel 1155, den man schon von Sandy Bridge kennt: 1155 Pins, wobei auch die Sockel-Arretierung gleich geblieben ist und auch die Auskerbungen der CPUs an derselben Stelle sitzen. Hier wird also schon mechanisch klar, dass es Intel zulässt, die CPUs kreuzweise einzusetzen.

Folgende Möglichkeiten sind hier gegeben:

Ivy Bridge im alten Mainboard

Ivy-Bridge-Prozessoren wie der Core i7-3770K können beispielsweise in einem älteren P67- oder Z68-Mainboard eingesetzt werden. Wer also schon ein Sockel-1155-System hat, kann einfach aufrüsten, wenn er beispielsweise vor einem Jahr zunächst einmal einen sehr günstigen Prozessor eingesetzt hat. Alle Cougar-Point-Mainboards mit H61-, H67, P67- und Z68-Chipsatz können verwendet werden, wenn der Mainboardhersteller eine entsprechende BIOS-Version zur Verfügung gestellt hat. Es scheiden leider die Q65-, Q67- und B65-Mainboards aus der Cougar-Point-Serie aus.

ivy-p67
Core i7-3770K im Gigabyte P67A-UD4: Das kann klappen,
wenn der Mainboardhersteller eine entsprechende BIOS-
Version bereitstellt.

Sandy Bridge im neuen Mainboard

Auch können Intels ältere Sandy-Bridge-Modelle, wie der Core i7-2700K, in einem Z77-Mainboard oder einem anderen Panther-Point-Mainboard weiterverwendet werden. Wer sich also ein neues Mainboard anschaffen muss, weil das alte defekt ist, kann einfach eines aus der neueren Serie kaufen und dann von nativem USB3.0 oder anderen Z77-Techniken profitieren.

Ivy Bridge im neuen Mainboard

Das ist die Variante, wie wir sie in diesem Test vorgesehen haben: Intels neuester Prozessor kommt auch auf der neuen Plattform zum Einsatz. Bislang war dies die einzige Möglichkeit, es musste also immer ein neues Mainboard zum Prozessor mit angeschafft werden.

Probleme kann es also nur geben, wenn ein Mainboardhersteller Ivy Bridge für die älteren Mainboards nicht unterstützen will und dann keine BIOS-Version bereitstellt. Technisch ist der Einsatz aber bezüglich der Spannung ohne weiteres möglich. Hier hat Intel die Kompatibilität also deutlich verbessert. Bei Haswell dürfte sich dies wieder ändern, weil Intel wieder an der Architektur größere Veränderungen umsetzen wird. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass man vor dem Umbau des Prozessors auf das neueste BIOS flashed, um nicht von einem schwarzen Bildschirm nach dem Einbau vom Ivy-Bridge-Prozessor überrascht zu werden.

Wir haben bei MSI, ASUS, Gigabyte, ECS und ASRock angefragt, ob man Mainboards mit entsprechenden BIOS-Versionen ausstatten wird:

Mike Yang, ASRock:

We are working on those BIOS to support Ivy Bridge CPUs. We are putting them one by one when we have the new BIOS.

Ricky Chen, Elitegroup:

Please refer to the link for the list of 6 series motherboard which can support Ivy Bridge. We are study in P67 now, and will keep update it on the website.

Leider kam von den anderen Herstellern bis zum Launch keine Antwort, sodass wir diese nachtragen, sobald wir eine Antwort erhalten haben. Bei den meisten bekannteren Mainboards sollten entsprechende BIOS-Versionen aber nach und nach folgen. 

Wir probierten den Einsatz des Core i7-3770K im P67 natürlich auch aus. Intel stellt für das Intel DP67BG ein Bios-Download BGP6710J.86A zur Verfügung, welches die neuen 22-nm-Prozessoren unterstützt. Nach dem Flashen des Bios mit einem Core i7-2600K haben wir auf Ivy-Bridge gewechselt. Das System startet ohne Probleme:

ivyinp67
Es funktioniert: Core i7-3770K im P67-Mainboard.

Erstaunlicherweise läuft nicht nur DDR3-1600 in dem Board wie von Intel zertifiziert, sondern auch sämtliche Stromspar- und Turbo-Einstellungen sind in korrekter Weise vorhanden. Einschränkungen beim Betrieb gab es keine, ganz im Gegenteil: Das Board zeigte im Idle-Betrieb einen extrem niedrigen Verbrauch von nur 50 Watt mit Grafikkarte (zum Vergleich: Das Z77-Testsystem verbrauchte 57,6 Watt). Der Lastverbrauch lag bei 98,6 Watt und somit auch 10 Watt unter dem Verbrauch des Test-Mainboards. Insofern war - bei gleicher Performance - der Einsatz des Core i7-3770K im P67 durchaus empfehlenswert - wenn man auf neuere Features des Chipsatzes verzichten kann.