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Intel Core2 Duo und Extreme im Test

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Seite 7: Chipsätze und Mainboards

Drei neue Chipsätze gibt es von Intel: Den P965, G965 und den Q965. Die erste Änderung ist das neue Namensschema: Statt ein "i" für Intel voranzustellen und dann eine Zahlenfolge folgen zu lassen, findet man nun ein "G", "P" oder "Q" zum Anfang. Q steht für "stability, manageability, graphics" und ist die optimale Plattform für den Businessbereich. "G" beschreibt eine Version mit integrierter Grafik, Video/3D-Support und ist die optimierte Variante für den Consumer. "P" ist wie bislang auch die Version ohne integrierte Grafik.

Zu dem einen neuen Chipsatz in verschiedenen Ausführungen gesellt sich der i975X als bestehender High-End-Chipsatz mit CrossFire-Support, hinzu kommen einige abgespeckte Varianten wie der 946GZ und 946PL, die nur zwei Dimms und DDR2-667 unterstützen und auch mit der neuen ICH8 nicht eingesetzt werden können. Zudem bietet der 946PL nur Support für die noch nicht vorgestellten Core2-Modelle mit 800 MHz FSB. Für den Performance-Fan und Hardwareluxx-Leser sind diese Modelle also wohl weniger interessant.

In der oben stehenden Tabelle sieht man am besten die Features der neuen Chipsätze auf Basis der X965-Plattform. Am interessanstesten sollte für den Consumer der G965 sein, der eine integrierte Grafik aufweisen kann, aber auch mit einer PCIe-Grafikkarte aufgerüstet werden kann. Der P965 ist hingegen für denjenigen, der bereits vorher weiß, dass er nicht auf eine integrierte Grafik zurückgreifen will.

Alle neuen Chipsätze besitzen gemeinsam den Support für FSB1066 und somit alle aktuellen Conroe-Modelle, vier Dimms können eingesetzt werden. DDR2-800-Module können im Dual-Channel-Modus betrieben werden. Weiterhin werden - je nach vorhandensein der integrierten Grafik - unterschiedliche neue Features unterstützt.

Gekoppelt werden die neuen Modelle mit der ICH8-Southbridge:

Wie in der Tabelle zu sehen ist, besitzen die neuen ICH8-Southbridges keinen ATA-Controller mehr: Wenn ein Mainboard also noch die alten Anschlüsse bereitstellen soll, muss der Hersteller entsprechend auf einen externen Controller über PCI oder PCI-Express zurückgreifen. In der Southbridge sind statt dessen nun vier bzw. sechs S-ATA-Anschlüsse zu finden. Die ICH8R-/DO-/DH-Southbridges können zudem wie immer mehrere Festplatten in einem Raid 0,1,5 oder 10 kombinieren. Auch die Matrix Raid Storage Technology ist integriert. Die kleinere ICH8 ist hingegen nicht in der Lage, RAID zu nutzen.

Verbessert hat Intel auch die USB-Ports: Mittels USB Port Disable können z.B. in Business-PCs die USB-Ports komplett deaktiviert werden, womit die Sicherheit steigt, dass Daten vom PC verschwinden oder Viren eingeschleppt werden. Die 10 USB-Ports nutzen nun zwei getrennte Dual-EHCI-Controller.

Auch ein Gigabit-Ethernet-NIC ist enthalten. Dieser wurde bislang über einen externen PCI- oder PCI-Express-Controller von den Mainboardherstellern integriert, nun ist er bereits in der Southbridge vorhanden. Die Gefahr, dass man einen billigen Gigabit-Ethernet-Chip auf dem Mainboard vorfindet, der nur über PCI angebunden ist, ist somit entkräftet, da die Hersteller den praktisch kostenlosen Gigabit-Ethernet-NIC ohne Probleme integrieren können. Auch der HD-Audio-Standard wird natürlich von der Southbridge unterstützt.

Weitere Verbesserungen betreffen wichtige Details: Durch ein Advanced Fan Speed Control ist ein besonders genaues Thermal Monitoring im System möglich. Durch mehrere Messpunkte und diverse direkt steuerbare Fan-Anschlüsse ist es möglich, die Temperatur im Gehäuse auf einem akzeptablen Niveau zu halten, aber dabei die Geräuschkulisse des Systems beachtlich zu senken. Mit der Intel Active Management Technology lassen sich die Business-PCs fernwarten, die Quick Resume Technology sorgt im HTPC für ein schnelles Ausschalten des Bildschirms.

Und NVIDIA und ATI?

Von ATI war im Vorfeld wenig zu hören, aber NVIDIA hat Neues: In Kürze werden wir ein ausführliches Review des neuen nForce 590 SLI für Intel präsentieren können. Das Referenzmainboard liegt uns schon vor, allerdings möchte NVIDIA noch bis zum Launch ein ausgereiftes Bios und ausgereifte Treiber bereitstellen. Lobenswert, denn so gewichtet man ein fertiges, ausgereiftes Produkt stärker, als das eventuelle gleichzeitige, aggressive Launchen mit dem Core2. Der nForce 590 SLI wird ähnliche Funktionen in der Sockel-775-Variante besitzen wie bei der Sockel-AM2-Variante, demnach darf man durchaus gespannt sein auf die Luxus-Mainboards mit diesem Chipsatz. Die NVIDIA-Chipsätze sind die einzigen Modelle für Intel-Prozessoren, mit denen SLI betrieben werden kann - Intels i975X und X965-Chipsätze bleiben weiter aussen vor.