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Intel Core2 Duo und Extreme im Test

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Seite 6: Overclocking

Natürlich ist der Core2 Duo auch begehrenswertes Objekt bei allen, die noch ein bißchen mehr aus ihren Systemen herausholen können. Der Core2 Duo geht jedoch wie man es von Intel kennt mit einem festen Multiplikator zu Werke, kauft man einen E6700, so beträgt dieser z.B. 10. Mit diesem Multiplikator muss man nun leben, nach oben verändern kann man ihn nicht. Mit einigen Tools ließ sich zumindest beim Core Duo und Pentium M auch der Multiplikator nach unten verstellen und auch viele Bios-Versionen unterstützen dies - somit ist er zumindest schon einmal variabler zu takten als der Pentium D.

Da der Core2 Duo schon einen sehr hohen FSB besitzt, könnte man meinen, dass auch der FSB nicht wirklich gut zu übertakten ist. Allerdings erreichten wir in einem Intel D975XBX Bad Axe und in einem ASUS P5W DH Deluxe einen FSB von weit über 400 MHz. Ausgehend von den in der Default-Einstellung anliegenden 266 MHz lässt sich also noch einiges an Performance herausholen.

Zunächst testeten wir mit Intels Boxed-Kühlkörper und überprüften, wie hoch sich der Core2 Duo E6700 und Core2 Extreme X6800 übertakten lässt, wenn man die Spannung unberührt lässt. Wir ließen hierfür zwei Prime95-Instanzen laufen und erhöhten den Takt MHz für MHz über den FSB. Gleichzeitig behielten wir die Temperatur des Prozessors im Auge, damit er nicht zu throttlen beginnt.

Die Resultate können sich sehen lassen:

Links: Core2 Duo E6700 mit 3.27 GHz
Rechts: Core2 Extreme X6800 mit 3.53 GHz

Der Core2 Duo E6700 ließ sich auf ca. 3.300 MHz übertakten, der Core2 Extreme X6800 auf immerhin ca. 3.500 MHz. Dies sind zwar prozentual geringe Ergebnisse, allerdings haben wir auch noch nicht die Spannung des Prozessors erhöht. Dabei muss man recht schnell auf die Kühlung des Prozessors achten, denn durch eine Spannungserhöhung steigt die Verlustabgabe des Prozessors im Quadrat. Dies bekamen wir recht schnell zu spüren, als wir die Spannung auf 1.5 V heraufgesetzt haben. Der Prozessor erreichte in Kürze 89°C - dies ist definitiv zu viel. Aufgrund des Resultates testeten wir die Stromaufnahme unseres Systems mit verschiedenen Prozessorspannungen:


Stromaufnahme bei 1.3, 1.4, 1.5, 1.6 V bei 2.66 GHz

Erstaunlich: Mit 1.5 und 1.6 V verbraucht das System unter Last bereits extrem viel. Da diese Abwärmesteigerung nur vom Prozessor hervorgerufen wird, wird bei 1.5 V also bereits ungefähr 130 Watt abgeführt, bei 1.6 V sind es sogar 170 Watt. Erhöht man die Spannung des Core2 Duo/Extreme, nimmt also die Abwärme extrem zu. Aus diesem Grund sollte die Spannung bei dem Prozessor nur erhöht werden, wenn eine gute Kühlung vorhanden ist.

Wir empfehlen, mit dem Boxed-Kühlkörper die Spannung nicht zu verändern. Mit einem sehr guten Luftkühler, wie einem unserer Testsieger aus dem Heft 05/2006, welches in Kürze im Handel erhältlich ist, lassen sich je nach verwendetem Lüfter bis zu 1.5 V einstellen. 1.5 V oder mehr sollten nur mit einer Wasserkühlung oder einem TEC-Kühler betrieben werden.

Für einen kurzen Test überprüften wir auch mit 1.5V den maximalen Takt mit dem X6800. Hier erreichten wir sehr gute 3650 MHz mit einem Mittelklassekühler:

In unserem Forum sind bereits Berichte zu finden, dass mit einer aufwendigen Wasser- oder Kompressorkühlung auch Taktraten von über 4 GHz möglich sind. Auch uns ist dies gelungen, allerdings nur mit einer Vapochill LS (zu erwerben z.B. bei Watercooling.de):

Intels Vorstoß, in diesem Jahr noch einen 3.2 GHz-Prozessor (wohl Core2 Extreme X6900) bringen zu wollen, scheint also recht einfach möglich. Auf höhere Taktraten von 3.46 GHz werden Standard-CPUs im aktuellen Stepping aber wohl nicht kommen, höchstens durch sehr gute Kühlung und Spannungserhöhung.