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Intel Core2 Duo und Extreme im Test

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Seite 4: Intelligent Power Capability (Stromverbrauch)

Das Power-Management kennt man schon vom Pentium M - aber Intel hat es weiter verbessert.

Ein großer Nachteil der Desktop-Prozessoren von Intel war der hohe Stromverbrauch. Die Netburst-Architektur war kein Stromkünstler, erst nach Monaten baute Intel einen Stromsparmechanismus mit C1E und EIST ein. Damit ließ sich zumindest im Idle-Betrieb die Stromaufnahme deutlich senken, aber im Vergleich zu AMD hing man immer noch hinterher. Der Grund lag unter anderem in den hohen Taktraten der Prozessoren, die auch im Idle-Betrieb noch mit 2.8 GHz oder mehr arbeiteten.

Der Pentium M konnte hingegen seine Taktfrequenzen deutlich filigraner steuern und auch niedrigere Spannungen aufgrund niedrigerer Taktfrequenzen ermöglichen. Dieses Prinzip hat der Core2 Duo nun im Desktop-Bereich ebenso, wenn auch in verbesserter Form. Bislang konnten schon einzelne Cache-Bereiche abgeschaltet werden, wenn diese nicht verwendet wurden, dieses Prinzip hat man nun auf weitere Bereiche des Prozessors ausgedehnt. Als Beispiel sind in dem unten stehenden Modell die grünen Bereiche deaktiviert, die roten aktiviert:

Aber nicht nur durch das Abschalten der einzelnen Funktionsbereiche kann Strom gespart werden. Auch kann Intel über ein Split-Bus-System einen Bus so aufsplitten, dass der nicht verwendete Teil des Busses abgeschaltet bleibt und somit Strom gespart wird:

Alle Core-Prozessoren besitzen nun zudem einen Power Status Indicator (PSI-2), der den Status des Prozessors an externe Komponenten der Plattform übermitteln kann. So kann beispielsweise der Voltage Regulator effektiver arbeiten.

Das ein System mit einer niedrigeren Stromaufnahme auch leiser wird, sollte klar sein: Der CPU-Lüfter muss nicht mit maximaler Drehzahl arbeiten und eventuell kann auch ein Gehäuselüfter langsamer drehen, wenn weniger Wärme im Gehäuse entsteht. Zuletzt war es durchaus schwierig, mit einem Boxed-Kühler von Intel und zwei Gehäuselüftern auch gute CPU-Temperaturen zu erreichen, mit der niedrigeren Abwärme der Core-Prozessoren wird dies deutlich einfacher.

Zudem hat Intel das Thermal Management verbessert. Auf dem Chip sitzen nun mehrere "Digital Thermal Sensors", die nahe an den möglichen Hotspots im Kern integriert sind. Durch diese Scans ist es nun möglich, die Prozessortemperatur sehr viel genauer zu erfassen. Dadurch ist es möglich, den Sicherheitsabstand zu verringern, der bislang zwischen maximaler Kerntemperatur und gemessener Kerntemperatur besteht. Auch wird ein deutlich feineres Management ermöglicht - und eventuell können so Lüfter leiser drehen und besser aufeinander abgestimmt werden.

Auch ein automatisches Throttling bei zu hoher Temperatur ist wieder vorhanden: Die Taktfrequenz wird dann reduziert und die Spannung abgesenkt, um die Temperatur an den Hotspots zu senken.

In unserem Praxistest wurde natürlich auch der Stromverbrauch gemessen. Hier konnten die Core2-Prozessoren richtig auftrumpfen, denn nicht nur im Idle-Betrieb erreichten Sie eine hervorragende Performamnce, auch unter Last stieg die Verlustleistung in einem 2D-Benchmark, der beide Kerne vollständig belastete, nur um ca. 40 bis 50 Watt an. Unsere Messungen geben die Stromaufnahme des Gesamtsystems, abzüglich der Netzteileffizienz an.

Unser System ist mit 130 Watt Idle-Betrieb bei den Core2-Prozessoren sehr stromsparend unterwegs. Der Core2 Duo läuft dann mit einem Multiplikator von 6 bei 266 MHz Bustakt, also mit 1.6 GHz. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber den Pentium D / Extreme Edition-Prozessoren. Der Pentium D konnte den Takt nur auf 2.8 GHz senken und besitzt dabei auch noch eine höhere Spannung.

Unter Last bleiben selbst AMDs hochgelobte Athlon-Prozessoren deutlich zurück, denn Cool'n'Quiet kann zwar unter Idle-Bedingungen gute Arbeit leisten, unter Last ist der FX-62 aber durch den hohen Takt und die 90nm-Technik mittlerweile auch schon ganz schön heiss und somit auch nicht so leicht zu kühlen wie der Core2 Duo. Die weiteren Unterschiede erklären sich durch die unterschiedlichen Mainboards: Für den Sockel-939-FX-60 verwendeten wir ein Mainboard mit CrossFire3200-Chipsatz, welches relativ sparsam ist, für den AM2 blieb nur der Griff zu einem nForce 590 SLI, welches aufgrund zwei vorhandener Chips recht viel Strom verbraucht.