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AMD AM2 im Test

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Seite 2: Alle CPUs in der Übersicht

Der Sockel AM2 besitzt zwar auch 940 Pins wie der ältere Sockel 940, den AMD bislang im Server-Bereich eingesetzt hat, ist jedoch durch ein anderes Pin-Layout nicht mit diesem Sockel kompatibel. AMD sorgt hierbei auch für eine mechanische Inkompatibilität, indem man die freistehenden Zwischenräume zwischen den Pins anders anordnet. Ein Sockel-940-Prozessor lässt sich also auch nicht in einem AM2-Mainboard einsetzen.

Optisch gibt es zunächst keine Unterschiede zwischen den älteren und neueren Athlons: Sie besitzen weiterhin einen Heatspreader und ein organisches mPGA-Chassis. Somit ist die Besonderheit, dass es sich um einen neuen DDR2-Athlon handelt, nicht sofort ersichtlich. Erst auf der Rückseite sind die Unterschiede durch die unterschiedlichen Pins auszumachen:

links: "alter" Sockel 939-Athlon; rechts: neuer AM2-Athlon.
Erkennbar an dem fehlenden Pin in der linken unteren Ecke.

Auch bei der Architektur hat sich im Vergleich nichts geändert. AMD setzt weiter auf das 1 GHz schnelle Hypertransport-Interface, wodurch 8 GB/s zur Peripherie übertragen werden können. Die Desktop-Modelle besitzen wie üblich nur einen derartigen Link - Servermodelle werden wiederum mit mehr Links auf den Markt kommen, aber auf einem neuen Sockel aufsetzen. Die Athlon-64-Prozessoren werden weiterhin in 90nm-DSL-SOI-Technik produziert, hier hat AMD also noch keinen Shrink auf 65-nm-Technik vollzogen - dieser wird im nächsten Jahr erwartet. Produziert werden die Prozessoren weiterhin in Dresden.

Im neuen Stepping "F" ist die erste große Veränderungn natürlich der Memory Controller. Athlon 64 X2- und FX-Prozessoren unterstützten dabei DDR2-800, Single-Core-Prozessoren (Athlon 64 und Sempron) nur DDR2-667. Auch geringere Taktfrequenzen unterstützt der Speichercontroller: DDR2-4200 und -3200 können auch eingesetzt werden, allerdings wirkt sich die fehlende Bandbreite natürlich auf die Performance aus. Mit DDR2-800 stehen den Athlon 64 X2-Prozessoren insgesamt 12,8 GB/s an Bandbreite zur Verfügung.

CPUZ-Screenshot: Die Revision F ist auch aus diesem Screenshot zu erkennen.

Optimiert hat AMD auch am Stromverbrauch. Insgesamt sind nun vier Klassen von Prozessoren verfügbar:

  • Low Voltage-Modelle, die 35 Watt verbrauchen (z.B. Sempron 3500+, Athlon 64 3500+, AMD Athlon 64 X2 3800+)
  • Standard-Modelle, die 62 Watt verbrauchen (die meisten Sempron, Athlon 64 und Athlon 64 X2-Modelle bis zum 4200+)
  • Athlon 64 X2-Modelle, die 89 Watt verbrauchen
  • Der Athlon 64 FX-62, der 125 Watt verbraucht

Die Low-Voltage-Prozessoren eignen sich natürlich hervorragend für den Einsatz in HTPCs und Silent-Rechnern. Hingegen sind die X2-Modelle mit 89 Watt schon recht gut beim Stromverbrauch dabei - neuer Watt-Sünder ist neben den Dual-Core-Intel-Prozessoren der Pentium D 8xx- und 9xx-Serie der Athlon 64 FX-62 mit 125 Watt Abwärme (TDP, Thermal Design Power). Der Systemkonstrukteur muss sich hier also besondere Gedanken um die Kühlung des Prozessors machen.

Auch neu ist die Virtualisierungstechnik Pacifica: Mit einer virtuellen Hardwareebene ist es jetzt auch möglich, völlig abgeschottet voneinander beispielsweise eine Wartungspartition laufen zu lassen, um in einem Büroumfeld Firewall-, Backup- und Virenprogramme laufen zu lassen, ohne dass der Anwender es bemerkt. Über Remote können so Patches eingespielt werden. Ähnliches bietet Intel mit ihrer Virtualisierungstechnik. Für den privaten Anwendungsbereich fehlen leider noch einfache Nutzungsmöglichkeiten, im betrieblichen Umfeld helfen derartige Lösungen aber, bei der Wartung und Instandsetzung von Systemen bares Geld zu sparen.

Neu für AMD ist, dass man eine komplette Product-Range aus mehreren Prozessoren vorstellt: Sempron-, Single-Core Athlon 64- und X2-Prozessoren sowie das FX-62-Flaggschiff werden alle am heutigen Tag vorgestellt. Die wichtigsten Daten haben wir in der unteren Tabelle zusammengetragen:

Etwas verwirrend bleibt weiter das Namensschema. So gibt es beispielsweise nun vier Modelle mit 3800+-Kennzeichnung. Einen Single-Core AMD Athlon 64 und drei AMD Athlon 64 X2-Prozessoren, die mit 35, 65 und 89 Watt unterschiedliche Abwärmeleistungen besitzen. Man sollte beim Kauf also genau die Kennzeichnungen, Taktraten und Leistungsangaben überprüfen, um nicht das falsche Modell zu erwischen.

Neu ist letztendlich auch die Sockelbefestigung. Der AM2 besitzt nun an allen vier Ecken eine Öse, an denen der Kühler befestigt wird. Das erhöht die Stabilität des Retension-Moduls auf dem Mainboard. Der Kühlkörper wird hingegen weiterhin mit einer Klammer an zwei vorstehenden Nasen festgeklemmt. Sämtliche Kühlkörper, die mit dem Mainboard verschraubt werden, sind also nicht mehr kompatibel zu den neuen Athlon-64-Modellen. Dies ist besonders ärgerlich, wenn eine Wasserkühlung weiter verwendet werden soll. Innovatek und andere Firmen haben oder werden in den nächsten Tagen aber neue Sockelhalterungen für den AM2 vorstellen.

Vier Schrauben halten jetzt das Retention-Modul auf dem Mainboard,
weiterhin ist aber die Klammer für den Sitz des Kühlers auf der CPU verantwortlich.

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf den Stromverbrauch und AMDs neue Low-Voltage-CPUs.