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AMD Athlon 64 FX-55

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Seite 5: Chipsätze und NX-Funktionalität

Immer mehr AMD Athlon 64 Chipsatz drängen auf den Markt und neben den beiden Hauptkonkurrenten VIA und NVIDIA buhlt nun auch ATI um die Gunst der Käufer. Im Folgenden haben wir sowohl die "alten" als auch die neuen Chipsätze in der Übersicht:

 

NVIDIA hat hier nun einen kleinen Vorteil aufgrund der Integration neuer Features in die Southbridge. Gigabit-LAN ist enthalten, zudem eine Firewall für diesen LAN-Port. Interessant ist das Serial ATA-Feature im Chipsatz, denn hier wird bereits der neue Serial ATA-300 Standard unterstützt. Leider hat es NVIDIA immer noch nicht geschafft, den guten Sound aus der MCP-T-Southbridge in den nForce4 zu integrieren - aber vielleicht kommt das ja noch.

VIA hingegen setzt auf Gewohntes - so ist weiterhin das V-Link-Protokoll im Einsatz, über das sich verschiedene Southbridges anschließen lassen. Das bringt Luft für Upgrades, ohne das Board-Layout groß ändern zu müssen. PCI-Express ist beim neuen K8T890 dabei. VIA hat zudem bereits die VT8251 angekündigt, eine Southbridge, die mit mehr Serial ATA-Ports und PCI-Express-Schnittstellen auftrumpfen kann. Ansonsten bleiben die Optionen auch nicht unbedingt hinter der nVidia-Lösung zurück, denn nur der Gigabit-Ethernet-Port fehlt. Raid hat man ebenso integriert, als herausragendes Merkmal ist hier HD-Audio implementiert.

SiS ist im Athlon 64-Bereich etwas unauffällig geworden, aber der Chipsatz sieht zumindest auf dem Papier auch recht gut aus - zumindest mit der SIS694-Southbridge. ALi haben wir im Vergleich nicht mit aufgeführt - es gab bislang nur ein Mainboard dieses Herstellers, welches wir auch im Test hatten und sich in Deutschland in den Handel verirrt hatte. Man setze hierfür eine AMD-Lösung ein und bastelte die eigene Southbridge darunter. Eventuell steht aber dieser einstige Riese bald wieder auf, denn auch hier sind Neuerungen geplant.

Neu ist hingegen auch ATI mit dem RX480-Chipsatz. Allerdings muss man sich hier noch etwas gedulden, bislang hatten wir nur ein MicroATX-Mainboard im Test. Von den Features her ist ATI zumindest im Mainstream-Bereich sehr gut unterwegs.

Ein recht schickes Feature ist die NX-Funktionalität des Athlon 64. Interessant ist jedoch, dass es auch hier wieder AMD geschafft hat, ein Feature vor Intel auf den Markt zu bringen, auch wenn es effektiv keinen Vorteil brachte, da das Betriebssystem das Feature nicht unterstützt hat. Microsoft hat hier aber mit dem SP2 die Integration geschaffen. Sinnvoll ist es jedoch auf jeden Fall, denn das NX-Bit ist in der Lage, einen Buffer Overflow bei der Speicherverwaltung zu verhindern. Das machen sich Viren oft zu nutze, denn durch den Buffer Overflow ist es möglich, Adressen im Speicher so abzuändern, dass das Betriebssystem schließlich die Befehle des Virus ausführt.

Dieses umgeht man, in dem Bereiche des Speichers aufgeteilt werden und zwar in einen Bereich, in dem Daten liegen und einen zweiten Bereich, der nur für ausgeführte Programme reserviert ist. In diesem zweiten Teil wird verhindert, dass ein Buffer Overflow ausgeführt wird - und somit ist es Viren nicht mehr möglich, die Adressen im Speicher zu verändern.

Hieran sieht man jedoch schon, dass ein Betriebssystem das Feature unterstützen muss. In Windows ist dieses Feature mit dem Service Pack 2 aktiviert, allerdings gibt es aktuell noch ein paar Probleme mit einigen Programmen. Einige Programme nutzen nämlich gerade einen Buffer Overflow zum Erreichen eines Effektes - und dieser Buffer Overflow, obwohl dann ja gewollt, ist ebenfalls nicht mehr ausführbar. Somit kommt es zu Programmabstürzen, wenn die Hersteller der Software ihren Programmcode nicht auf NX anpassen. Einige Patches wird es also in der Zukunft geben, wenn derartige Programme mit dem SP2 plötzlich nicht mehr lauffähig sind.

Den Speicher derart zu schützen ist übrigens nicht neu - es gibt Linux-Versionen und Betriebssysteme wie Solaris, die dieses teilweise auch per Software erreichen können. Intel hat mit dem im E0-Stepping des Prescotts nachgezogen und unterstützt NX nun ebenso, von VIA sind entsprechende Umsetzungen auch für die C3-Prozessoren und Epia-Serie geplant.