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AMD Sempron 3100+ vs. Intel Celeron D 335 - Overclocking

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Seite 11: Overclocking

Selbst bei Low-Cost-Prozessoren ist Overclocking kein uninteressantes Thema. Der Gedanke, sich einen vergleichsweise billigen uns leistungstechnisch schwächeren Prozessor zu kaufen, macht teilweise durchaus Sinn. Warum sollte man sich nicht einen Prozessor kaufen, der orginal zwar weniger Megahertz an Taktfrequenz vorweisen kann, übertaktet aber wesentlich mehr Leistung auf die Waage bringt, als das vermeindlich wesentlich teurere Modell der nächst höheren Stufe. Ein Prozessor mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis kann also durchaus noch getrimmt werden. Im Folgenden wollen wir uns einmal anschauen, was bei AMD und was bei Intel noch aus den jeweiligen Prozessoren rauszuholen ist.

Beide eingesetzten Mainboards sind keine absoluten Overclocking-Cracker und somit bewusst ausgewählt worden. Zum einen ist es eine Kostenfrage, ein teures, sehr overclocking-freundliches Mainboard zu kaufen, nur um den Prozessor etwas mehr zu fördern, zum anderen macht es auch keinen Sinn für diesen speziellen Low-Cost-Test und passt somit nicht in unser Konzept. Bei beiden Mainboards sind die wichtigsten Einstellungen zum Übertakten vorhanden. Verstellbare Spannungen bei CPU, Speicher und AGP, ja sogar bei den Chipsätzen sind vorhanden. Selbiges gilt auch für sämtliche Einstellungen rund um den Arbeitsspeicher, was Timings usw. betrifft. Dass die FrontSideBus-Takte verstellbar sein müssen, setzen wir als gegeben voraus, genauso wie den Fakt, dass die Multiplikatoren im BIOS nicht ohne Modifikationen an der Hardware verändert werden können.

Beginnen wir zuerst mit dem AMD-System:

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Standardmäßig wird der Sempron mit 1800 MHz getaktet. Mit einfachsten Mitteln und ohne zusätzliche Kühlung von Kondensatoren, Chipsätzen oder sonstigen Elementen brachten wir es immerhin auf 2124 MHz Taktfrequenz. Eine Steigerung um mehr als 300 MHz ist an sich schon eine beachtliche Leistung, zumal mit der Verbesserung einiger Umstände sicher noch mehr aus dem System herausgeholt werden kann. Mit einem entsprechend höheren FrontSideBus, der nun bei 236 MHz liegt, steigt natürlich auch der Speicherdurchsatz, welchen wir wie immer im SiSoft Sandra Memory-Benchmark betrachten:

Zusammenfassend kann man anhand einiger Statistiken zu einem recht erfreulichen Resultat kommen, welches die Leistungssteigerung betrifft. Mit ein einfachsten Mitteln konnten wir die Taktfrequenz um immerhin 18 Prozent gesteigert werden. Geht man davon aus, dass der Sempron 3100+ wie in unserem Vergleich auf Seite 7 126 US-Dollar kostet, kann man sich mit simpler Mathematik ausrechnen, dass ein Megahertz rund sieben US-Cent kosten würde. Bei einer Steigerung um 324 MHz sind dies rein rechnerisch immerhin knapp 23 Dollar, die man gespart hätte, wenn es ein leistungsfähigeres Modell gäbe.

Sicherlich werden wir aus diesem Vergleich beim Intel Celeron D 335 mehr Schlüsse ziehen können, zumal es dort noch den Celeron D 340 als Upgrade-Variante gibt. Hier die Ergebnisse des Celeron-Prozessors:

Auch die Intel CPU konnte in ihrer Taktfrequenz erhebliche Leistungssteigerungen erfahren. Auch hier gilt für uns der Grundsatz des Einsatzes simpelster Mittel - keine Veränderung der Umgebungskomponenten oder sonstige Modifikationen, schlichtes Übertakten im BIOS ohne den Einsatz komplizierter Kniffe, die nicht jeder kennen würde. So schafften wir eine Steigerung um 453 MHz - was einer FrontSideBus Erhöhung von knapp 21 MHz entspricht. Hier gilt für uns das Kriterium, dass das System beim übertakteten Wert noch vollkommen stabil lauffähig sein muss. Auch hier erfährt das System eine Leistungssteigerung, die sich besonders gut im Speicherdurchsatz erkennen lässt.

Auch für das Intel-System wollen wir unsere Überlegung bezüglich der Kosten einmal anstellen. Ein Celeron D 335 kostet im Einkauf laut unseres Vergleichs rund 103$. Dieser Prozessor ist mit 2800 MHz getaktet, unser übertaktetes Ergebnis mit 3253 MHz übertrifft die spezifizierte Leistung also um knapp 16%. Rechnet man nun zurück, was ein MHz allein kostet, landet man bei circa drei US-Cent - verglichen mit dem AMD-Prozessor schon einmal gute vier Cent billiger. Geht man von diesem Megahertz-Preis aus und rechnet ihn auf das übertaktete Ergebnis von 3253MHz hoch, würde ein solcher Prozessor circa 119$ kosten. Nun steht der Vergleich zum nächsten Modell, dem Celeron D 340 natürlich nahe. Dieser ist mit 1,93 GHz getaktet und kostet 117$. Nüchtern gesehen bekommt man also für weniger Geld mehr Leistung. Nun müsste man noch einen Vergleich mit der Overclocking-Leistung des D340 heranziehen, um des Resultat abrunden zu können. Soweit können wir an dieser Stelle aber nicht gehen, zumal wir in unserem Test nur über den D335 verfügen.

Schlussendlich lässt sich aber klar befürworten, dass es durchaus Sinn machen kann, einen preisgünstigen Prozessor zu kaufen und diesen dann auf die Leistung, die man sozusagen haben möchte, zu übertakten. Durchschnittlich 17% Übertaktbarkeit ließen unsere beiden Vergleichsprozessoren zu - und dies ist in den heutigen Tagen, in denen die Hersteller immer mehr dafür tun, um das Tunen ihrer CPUs zu verhindern, schonmal ein recht beachtlicher Wert.