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AMD Athlon 64 4000+ im Test - ChipstzeundNX-Funktionalitt

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Seite 5: Chipsätze und NX-Funktionalität

Aufgrund des neuen HT-Interfaces sind natürlich auch neue Chipsätze von Nöten. Während VIA einfach nur ein Facelift vollzogen hat und den neuen HT-Link integriert hat, hat nVidia dem nForce 3-Chipsatz gleich ein paar neue Features spendiert. Um den SIS755 war es schon immer ruhig, obwohl wir auch mit diesem Chipsatz Mainboards getestet haben. Die SIS755FX-Boards besitzen ebenfalls nur einen schnelleren HT-Link als Unterschied. Neu sind die PCI-Express-Chipsätze - um 15:00 Uhr wird hier noch eine Spalte hinzukommen.

Im folgenden haben wir die Chipsätze in der Übersicht:

nVidia hat hier nun einen kleinen Vorteil aufgrund der Integration neuer Features in die Southbridge. Gigabit LAN ist enthalten, zudem eine Firewall für diesen LAN-Port. Interessant ist das RAID-Feature im Chipsatz, denn es ist möglich, nicht nur die beiden Serial ATA-Ports im Raid zu verwenden, sondern auch ATA/133-Geräte mit einzubeziehen. Zudem löten einige Hersteller statt der dritten "ATA/150"-genannten Schnittstelle eine Marvel-Bridge auf das Board und bieten somit vier Serial ATA-Ports. Leider hat es NVIDIA immer noch nicht geschafft, den guten Sound aus der MCP-T-Southbridge in den nForce 3 zu integrieren - aber vielleicht kommt das ja noch.

VIA hingegen setzt auf gewohntes - so ist weiterhin das V-Link-Protokoll im Einsatz, über das sich verschiedene Southbridges anschließen lassen. Das bringt Luft für Upgrades, ohne das Board-Layout groß ändern zu müssen. PCI-Express ist beim neuen K8T890 dabei. VIA hat zudem bereits die VT8251 angekündigt, eine Southbridge, die mit mehr Serial ATA-Ports und PCI-Express-Schnittstellen auftrumpfen kann. Ansonsten bleiben die Optionen auch nicht unbedingt hinter der nVidia-Lösung zurück, denn nur der Gigabit Ethernet Port fehlt. Raid hat man ebenso integriert, als herausragendes Merkmal ist hier HD-Audio implementiert.

SIS ist im Athlon 64-Bereich etwas unauffällig geworden, aber der Chipsatz sieht zumindest auf dem Papier auch recht gut aus - zumindest mit der SIS694-Southbridge. ALi haben wir im Vergleich nicht mit aufgeführt - es gab bislang nur ein Mainboard dieses Herstellers, welches wir auch im Test hatten und sich in Deutschland in den Handel verirrt hatte. Man setze hierfür eine AMD-Lösung ein und bastelte die eigene Southbridge darunter. Eventuell steht aber dieser einstige Riese bald wieder auf, denn auch hier sind Neuerungen geplant.

Interessant ist hingegen ein Blick auf die Zukunft. Der Weg zu DDR2 ist den Chipsatz-Herstellern versperrt, hier muß AMD aufgrund der Integration des Memory-Controllers in die CPU selbst nachhelfen. Allerdings ist dies noch nicht unbedingt sinnvoll - die Athlon 64-CPU profitiert von geringen Latenzen, DDR2 bietet dieses aktuell jedoch noch nicht. Interessanter ist die Unterstützung von PCI-Express, da hier wirklich interessante Spielchen getrieben werden können. Die neue Schnittstelle hat viele Vorteile , so haben alle Hersteller entsprechende Pläne - SIS bringt den SIS746, VIA hat den K8T890 bereits vorgestellt und nVidia zieht in 540 Minuten nach. Unseren Infos nach scheinen alle Chipsätze jedoch noch in der Entwicklung zu sein - bis Jahresende werden wir aber auf jeden Fall entsprechende Motherboards vorfinden.

Ein recht schickes Feature ist die NX-Funktionalität des Athlon 64. Interessant ist jedoch, dass es auch hier wieder AMD geschafft hat, ein Feature vor Intel auf den Markt zu bringen, auch wenn es effektiv keinen Vorteil brachte, da das Betriebssystem das Feature nicht unterstützt hat. Microsoft hat hier aber mit dem SP2 die Integration geschaffen. Sinnvoll ist es jedoch auf jeden Fall, denn das NX-Bit ist in der Lage, einen Buffer Overflow bei der Speicherverwaltung zu verhindern. Das machen sich Viren oft zu nutze, denn durch den Buffer Overflow ist es möglich, Adressen im Speicher so abzuändern, dass das Betriebssystem schließlich die Befehle des Virus ausführt.

Dieses umgeht man, in dem Bereiche des Speichers aufgeteilt werden und zwar in einen Bereich, in dem Daten liegen und einen zweiten Bereich, der nur für ausgeführte Programme reserviert ist. In diesem zweiten Teil wird verhindert, dass ein Buffer Overflow ausgeführt wird - und somit ist es Viren nicht mehr möglich, die Adressen im Speicher zu verändern.

Hieran sieht man jedoch schon, dass ein Betriebssystem das Feature unterstützen muß. In Windows ist dieses Feature mit dem Service Pack 2 aktiviert, allerdings gibt es aktuell noch ein paar Probleme mit einigen Programmen. Einige Programme nutzen nämlich gerade einen Buffer Overflow zum Erreichen eines Effektes - und dieser Buffer Overflow, obwohl dann ja gewollt, ist ebenfalls nicht mehr ausführbar. Somit kommt es zu Programmabstürzen, wenn die Hersteller der Software ihren Programmcode nicht auf NX anpassen. Einige Patches wird es also in der Zukunft geben, wenn derartige Programme mit dem SP2 plötzlich nicht mehr lauffähig sind.

Den Speicher derart zu schützen ist übrigens nicht neu - es gibt Linux-Versionen und Betriebssysteme wie Solaris, die dieses teilweise auch per Software erreichen können. Intel wird im E0-Stepping des Prescotts nachziehen und NX ebenfalls unterstützen, von VIA sind entsprechende Umsetzungen auch für die C3-Prozessoren und Epia-Serie geplant.