> > > > Test: AMD Phenom II X6 1090T - mit sechs Kernen gegen Intel

Test: AMD Phenom II X6 1090T - mit sechs Kernen gegen Intel

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 9: Overclocking

AMD bietet mit dem neuen Prozessor auch ein neues Overdrive-Tool an (Version 3.21). Dieses quittierte bei uns aber zunächst mit der Fehlermeldung "AMD Overdrive konnte nicht gestartet werden" den Dienst. Unsere Frage, woran dies liegen könnte, beantwortete man mit folgendem Tipp:

"Bitte System neustarten und nochmal versuchen."

Nun, auf diese Idee waren wir selber auch schon gekommen ;-)
Glücklicherweise kamen im Anschluss noch ein paar weitere Versionen, sodass die Fehler beseitigt wurden. Die getestete Version war der Build 439.

Wir waren gespannt, denn als Tool mit einer angekündigten "amazing control" soll die Software in der Lage sein, eine automatische Übertaktung mit einem einzelnen Klick durchzuführen. Natürlich soll es einfach zu nutzen sein und unlimitierte Tweak-Optionen für Experten besitzen. In der Tat bietet das Tool eine reichhaltige Kontrolle für das Hardwaremonitoring, aber auch massive Übertaktungsfeatures für die CPU. Natürlich ist es aber genauso gut möglich, den Phenom II X6 1090T über das BIOS entsprechend auf Trab zu bringen.

Normalerweise prüfen wir zunächst, mit welcher Frequenz der Prozessor noch stabil läuft, wenn die Spannung nicht erhöht wird. Auch beim Phenom II X6 prüften wir dies, stellten dafür den Turbo-Betrieb aus, in dem wir die Funktion im AOD abschalteten. Allerdings stellte sich die Konfiguration teilweise noch als wackelig heraus, weshalb wir auf das BIOS auswichen. Mit 3,9 GHz und den üblichen 1,325 V lief das System stabil. Da der Turbo-Betrieb bei 1,475 V und 3,6 GHz läuft, ist dies ein sehr gutes Ergebnis.

Allerdings übertakteten wir natürlich auch noch etwas stärker. Mit einer moderaten Spannungserhöhung auf 1,4 V erreichten wir 4,1 GHz, wobei die Stromaufname des Gesamtsystems dann allerdings bereits auf 264 Watt anstieg. Da das System unter Last normalerweise 190 Watt aufnahm, entsteht also durch die Übertaktung bereits eine zusätzliche Leistungsaufnahme von ca. 70 Watt. Bei Luftkühlung kann dies einen schwach dimensionierten Kühlkörper bereits an die Grenzen führen.

Da AMD den Phenom II X6 1090T im Turbo-Betrieb mit 1,475 V betreibt, erschien es uns logisch, diesen Wert als maximale Spannung auszuwählen, ohne einen Defekt der CPU zu riskieren. Der Stromverbrauch steigt bei 1,475 V auf ca. 280 Watt an, wobei die Spannungserhöhung allerdings nicht mehr wirklich einen Effekt auf eine Taktsteigerung hatte: 4,16 GHz waren maximal stabil möglich.

overclocking-phenom

Im Endeffekt liegt AMD damit auf einem ähnlichen Niveau wie bislang - auch die Phenom II X4 ließen sich auf über 4 GHz übertakten. Intels Konkurrenzprodukte sind ebenso bei knapp über 4 GHz ausgereizt, allerdings liegt die prozentuale Taktsteigerung hier etwas höher.

Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir uns den Phenom II X6 noch einmal in einem ausführlichen Overclocking-Guide zur Hand nehmen. Hier ist mit einem - ausgereiften - AMD Overclocking Tool und einer ausgereiften BIOS-Version noch mehr zu erreichen.