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Test: AMD Phenom II X6 1090T - mit sechs Kernen gegen Intel

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Seite 2: Architektur: Die-Size, Caches, Taktraten

In der Präsentation von AMD zu den neuen Prozessoren ist zu lesen: "Bis zu 50% mehr Kerne als bisherige AMD-Prozessoren." Richtig müsste dies heißen: Mindestens 50% mehr Kerne, denn AMD produzierte bislang Vier-, Drei-, Dual- und Single-Core-Modelle. 50% mehr Performance erreicht man allerdings nur dann, wenn die Anwendung den Workload auch entsprechend aufteilen kann - hier haben AMD und Intel dieselben Probleme, weil immer noch viele Spiele, Programme und Tools nicht in dieser Form aufteilbar sind.

An den Kernen hat AMD keine Änderungen vorgenommen: Es handelt sich um Phenom-II-Kerne, wie bei der bisherigen Architektur. Der Thuban-Kern, auf dem der Phenom II X6 1090T basiert, besitzt allerdings nicht nur die identischen Phenom-II-Kerne, sondern auch die entsprechenden Cache-Größen.

phenomx6-die

Sichtbar im Die-Shot: Die großen Flächen unten sind der 6 MB große L3-Cache. In der Mitte befinden sich vier Kerne, oben hat AMD zwei weitere Kerne angepflanzt. Die lila Flächen sind die L2-Caches der Kerne.

Im Gegensatz zu Intels Design ist AMDs Thuban so aufgebaut, dass man beim 6 MB großen L3-Cache bleibt. Intel spendierte dem Core i7-980X aufgrund einer modularen Aufbauweise einen größeren Cache (12 MB vs. 8 MB), da die Kerne linear nebeneinander platziert werden. AMD behält auch hier im Endeffekt das Design des Deneb-Kerns bei und baut die beiden zusätzlichen Kerne oben an den Die an. Entsprechend sind auch die L2-Caches identisch, die im Gegensatz zu Intels L2-Caches aber exklusive sind. Entsprechend besitzt das AMD-Design ~ 9 MB an Caches, bei Intel könnte man den Cache aufgrund der inklusive-Caches von 12 MB auf ~10,5 MB herunterrechnen - so weit voneinander entfernt sind die Modelle also nicht.

Anhand der CPU-Z-Screenshots lassen sich die Cache-Größen einfach erkennen:

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Wie man sehen kann, taktet sich die CPU auch weiterhin auf 800 MHz durch Cool'n'Quiet herunter. Die Spannung des Prozessors wird hier auf minimal 1,125 V abgesenkt. Der Bus-Speed des Hypertransport-Interfaces ist identisch geblieben. Auch sind keine Befehlserweiterungen hinzugekommen und keine Änderungen an den Cache-Größen pro Kern - es handelt sich also um ein typisches Phenom-II-Design mit der Architektur des letzten Jahres - nur mit sechs Kernen.

AMDs bislang schnellster Prozessor war der Phenom II X4 965 mit 3,4 GHz. Die Taktfrequenz dieses Prozessors ist also etwas höher als die des Phenom II X6 1090T. In Single-Threaded-Anwendungen würde der Prozessor somit etwas langsamer sein - aber dies gleicht AMD durch den Turbo-Betrieb aus. Hier kann der Phenom II X6 1090T mit 3,6 GHz glänzen - das ist mehr, als die Vierkerner bislang bieten konnten. Der Phenom II X4 965 ist also nur dann schneller, wenn genau vier Threads zum Einsatz kommen - denn bei mehr Threads macht der X6 den Taktnachteil aufgrund seiner größeren Kernanzahl wieder wett, bei weniger Threads wird der Sechskerner höher getaktet.