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ASUS ZenBook 3 im Test

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Seite 3: Akku, Display, Fazit

Die Laufzeiten sind keine Stärke

Befürchtungen, das kompakte Gehäuse hätte ASUS auf Kosten des Akkus realisiert, sind überflüssig. Denn trotz der geringen Bauhöhe und Grundfläche fasst der Energiespeicher 40 Wh. Geladen wird er über die USB-Typ-C-Buchse, das mitgelieferte Netzteil bietet ausgangsseitig bis zu 45 W, entspricht aber nicht der USB-Power-Delivery-Spezifikation; der Griff zu einem USB-PD-Ladegerät ist somit trotz gleichem Stecker nicht möglich.

ASUS selbst verspricht Laufzeiten von bis zu neun Stunden im Office ähnlichen Betrieb und verweist dabei auf eigene Messungen mit Mobile Mark 2014. Im PCMark 8 erreichte das ZenBook 3 im Test allerdings nur etwa drei Stunden mit einer Ladung. Bei hoher Last - simuliert mit Battery Eater im Classic-Modus - hielt das Notebook zwei Stunden durch, bei geringer Last (Battery Eater Reader’s Test) immerhin annähernd zwölf. Im Vergleich landet das ZenBook 3 je nach Anwendungsfall irgendwo zwischen unterem Viertel und dem Mittelfeld.

Verantwortlich dafür ist der bei geringer und mittlerer Last teils hohe Energiebedarf. Selbst im Leerlauf genehmigte sich das Testmuster über längere Phasen mehr als 8 W - ohne im Hintergrund laufende Prozesse. Anders sah es bei Volllast aus. Hier musste das Netzteil etwa 20 W liefern, im schlimmsten Fall muss das Notebook dementsprechend nach knapp zwei Stunden wieder mit der Steckdose verbunden werden.

Immerhin erfolgt die Wiederbefüllung etwas schneller als gewohnt. Die Marke von 60 % wurde nach etwa einer Stunde erreicht (ASUS verspricht 49 Minuten), vollgeladen war es nach etwas mehr als zwei Stunden.

Ein noch gutes Display

Was macht man, wenn an Display-Panels mit sehr schmalen Rändern kein Herankommen ist und das Notebook dennoch eine geringe Grundfläche aufweisen soll? Man verringert einfach die Diagonale. Das dürfte sich Apple beim MacBook ebenso wie ASUS beim ZenBook 3 gedacht haben. Bei ersterem entschied man sich für 12 Zoll, bei letzterem für 12,5 Zoll - eine Diagonale, die zuletzt mehrfach bei 2-in-1-Systemen Verwendung fand. Dort, und auch im gleichgroßen Lenovo Yoga 900S, vertraut man mit QHD zumeist auf eine angenehm hohe Auflösung. ASUS hingegen begnügt sich mit Full HD.

In der Regel ist der Unterschied zwischen 235 und 176 ppi meist nicht zu erkennen, gerade bei der Bild- oder Video-Betrachtung und -Bearbeitung kann sich das Mehr an Pixeln aber positiv bemerkbar machen. Gleiches gilt für sehr feine Schriften und ähnliches, dank weniger ausgeprägter Treppeneffekte wirkt die Darstellung dann schärfer.

Allerdings bedeutet eine höhere Auflösung auch einen höheren Rechenaufwand und Energiebedarf, ASUS‘ Beschränkung auf 1.920 x 1.080 Pixel hat dementsprechend auch Vorteile. Pluspunkte sammelt das Display, dessen Panel im Falle des Testmusters von AU Optronics hergestellt wurde, aber auch in anderen Bereichen. Mit 374 cd/m² wird eine in vielen Situationen ausreichende Helligkeit erreicht, den sRGB-Farbraum deckt man zu 105 % ab und die Blickwinkel sind IPS-typisch sehr großzügig.

Dem gegenüber stehen aber ein nur durchschnittliches Kontrastverhältnis von 1.127:1 sowie eine ab Werk blaustichige Darstellung - im Schnitt liegt die Farbtemperatur bei mehr als 7.700 Kelvin. Weitaus ärgerlicher ist jedoch, dass die Ausleuchtung sichtbar ungleichmäßig ist. Vor allem in der unteren rechten Ecke fällt dies auf, eine Homogenität von 87 % täuscht darüber etwas hinweg. Insgesamt reicht es beim Display dennoch für eine noch gute Note. Schade ist, dass kein Touchscreen angeboten wird.

Fazit

Für ASUS ist das ZenBook 3 so etwas wie das technologische Aushängeschild. Zwar haben die Taiwaner kompaktere Windows-Systeme und auch für den Produktiveinsatz besser geeignete Notebooks im Portfolio, eine Strahlkraft wie das Testmuster haben sie aber überwiegend nicht. Das liegt zum einen natürlich an den selbstangestellten Vergleichen mit Apple, aber auch am geschickten Bewerben aktueller Komponenten. Los geht es beim Prozessor der wenige Wochen alten Kaby-Lake-Familie, geendet wird bei (vermeintlich) schnellen PCIe-SSDs. Über allem aber schwebt in der Außendarstellung das markante Gehäuse.

Mit dem hat ASUS in der Tat fast einen Benchmark geschaffen. Die Kombination aus geringem Gewicht, kompakten Außenmaßen, hoher Stabilität und exzellenter Verarbeitung dürfte einmalig sein, mit der Farbgebung muss man sich aber - rein objektiv betrachtet - anfreunden können.

Doch in anderen Punkten erreicht das ZenBook 3 dieses hohe Level nicht. Das volle Leistungspotential ruft man aufgrund des Einsatzes des DDR3-RAMs und einer überraschend langsamen SSD nicht ab, ebenso tritt das Temperatur-Management sehr früh und sehr beherzt auf die Bremse. Dem hellen Display stehen die nicht optimale Ausleuchtung und Farbkalibration entgegen, dem eigentlich ausreichend groß konzipierten Akku ein mitunter zu hoher Energiebedarf.

Während man sich mit diesen Schwächen überwiegend noch arrangieren kann, dürfte die Schnittstellen-Philosophie für viele das K.O.-Kriterium sein. Wer kabelgebundenes Zubehör nutzen will oder muss, kommt um den Einsatz eines Docks oder einer Dongle-Armada nicht herum. Dann aber trotz der vorhandenen technischen Voraussetzungen nur auf USB 3.1 Gen 1 und eben nicht auf Thunderbolt 3 zu setzen, verkommt fast zu einer Randnotiz. Dass das ZenBook 3 schnelles WLAN und gute Eingabegeräte bietet, ist keine ausreichende Entschädigung.

Letztlich dürfte das Notebook für diejenigen die erste Wahl sein, bei denen jedes Gramm zählt und ein macOS-System nicht in Frage kommt. Alle anderen dürften im HP Spectre Pro 13 G1 und HP Spectre 13 für jeweils circa 1.500 Euro oder ASUS ZenBook UX330UA- FC080T für etwa 1.300 Euro den besseren Begleiter finden. Zum Vergleich: Ein - abgesehen vom schwächeren Prozessor - vergleichbar ausgestattetes MacBook schlägt mit 1.799 Euro zu Buche, ein aktuelles MacBook Pro mit 2.299 Euro.

Ein schlechtes Notebook ist das ZenBook 3 nicht. Zum Verhängnis wird ASUS die zu starke Konzentration auf Apple, über die man einige wichtige Punkte vergessen hat.

Positive Aspekte des ASUS ZenBook 3 (UX390UA-GS039T):

  • hohe Verarbeitungsqualität
  • äußerst verwindungssteifes Gehäuse
  • Touchpad fast ohne Schwächen
  • vergleichsweise hohe Office-Leistung
  • helles Display

Negative Aspekte des ASUS ZenBook 3 (UX390UA-GS039T):

  • indiskutable Schnittstellen-Bestückung
  • Drosselung des Prozessors
  • teils kurze Akku-Laufzeiten
 

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Kommentare (6)

#1
Registriert seit: 20.02.2010

Oberbootsmann
Beiträge: 945
3h Akkulaufzeit? Gut dass ich den Rest nicht gelesen habe...
#2
customavatars/avatar60046_1.gif
Registriert seit: 14.03.2007
Au-x-burg
Galionsfigur
Beiträge: 1145
Kein ALternative für mich. Bleibe beim Mac. Schade, ich mochte die ZenBooks schon immer und hätte einen Wechsel in betracht gezogen.
#3
Registriert seit: 18.05.2007

Vizeadmiral
Beiträge: 7626
Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll... Akkulaufzeit inakzeptabel (für diese Hardware), zu wenig Schnittstellen, miese Kühlung (laut).. scheint so als ob ASUS sich mühe gibt Dinge in den Sand zu setzen. Welches Klientel soll das Gerät ansprechen? Für Office und Mobil zu schwache Akkustandzeit und zu laut, für alles andere zu wenig Leistung.
#4
customavatars/avatar29341_1.gif
Registriert seit: 03.11.2005
Jena
Overclocking addicted
Beiträge: 6345
USB-Type C aber kein USB-PD? Sorry ASUS aber wie wärs denn mal damit euch an Standards zu halten wenn ihr schon auf das neue Pferd aufspringen wollt...
#5
Registriert seit: 28.09.2008
Mainz05
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 390
Ich habe ein älteres Zenbook, ohne Sminkspiegel, bei dem Display hier stehen einem ja die Haare zu Berge.
#6
customavatars/avatar58139_1.gif
Registriert seit: 15.02.2007
127.0.0.1
Kapitänleutnant
Beiträge: 1689
Enttäuschend. Mehr muss man nicht sagen. Rundum weder Fisch noch Fleisch.

Zitat thorium;25108151
Ich habe ein älteres Zenbook, ohne Sminkspiegel, bei dem Display hier stehen einem ja die Haare zu Berge.


Das eigene Spiegelbild so schlimm!? :lol:
Sorry nix für ungut
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