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Huawei MateBook im Praxistest

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Seite 3: Fazit

Das MateBook kann eine Alternative sein - muss es aber nicht

Wer häufiger mit einer prallgefüllten Notebook-Tasche unterwegs ist, sucht nach Einsparpotential. Kamera und Wechselobjektiv sind nur bedingt austauschbar, Schreibutensilien und ein USB-Stick spielen aufgrund des geringen Gewichts keine Rolle. Es bleibt also fast nur der mobile Rechner übrig, mit dem sich Gewicht sparen lässt. Allerdings nur dann, wenn es um Ersatz für einen betagten Rechner mit entsprechendem Gewicht geht oder bislang kein reinrassiges Arbeits-Notebook verwendet wurde. Im Testfall würde das MateBook mitsamt Tastatur eine Ersparnis von etwa 200 g bedeuten, im Alltag ein vernachlässigbarer Wert. Doch wie die IFA gezeigt hat, müssen MateDock und Netzteil mitgenommen werden, um die Produktivität nicht deutlich einzuschränken. Aus dem Gewichtsvorteil wird so ein Nachteil.

Die Formel ist einfach: Je besser die Unterlage, desto eher eignet sich das MateBook für unterwegs
Die Formel ist einfach: Je besser die Unterlage, desto eher eignet sich das MateBook für unterwegs.

Davon abgesehen gibt es noch eine ganze Reihe an anderen Punkten, die gegen das MateBook als Gerät für Messen und ähnliches sprechen. Da wären die Probleme beim Einsatz auf nicht festen Unterlagen, der fehlende Kartenleser, das zu kurze Anschlusskabel der Docking-Station sowie die unterdurchschnittlichen Laufzeiten. Entschädigt wird man von der knackigen Tastatur, dem hellen Display sowie dem MatePen, der sich schnell als Helfer entpuppte.

MateDock im Hinter- und MatePen im Vordergrund sich hilfreiche Begleiter, kosten aber extra
MateDock im Hinter- und MatePen im Vordergrund sich hilfreiche Begleiter, kosten aber extra.

Könnte sich der Tester also vorstellen, das klassische Notebook gegen ein MateBook zu tauschen? Die Antwort lautet jein. Solange die Arbeitsbedingungen wie auf einer Messe unbeeinflussbar sind, wiegen die Nachteile die positiven Aspekte mehr als auf. Das liegt in fast allen Kritikpunkten aber nicht am MateBook, sondern der Gerätekategorie. Eine feste Verbindung zwischen Tablet und Tastatur würde die Einschätzung ändern, ist für Huaweis Convertible derzeit aber nicht in Sicht. Anders sähe es aus, wenn Tisch und Steckdose immer verfügbar wären, beispielsweise im Zug oder im Flughafen.

Fazit

Streicht man die Messeeindrücke und beschränkt sich auf die üblichen Werte, sieht das Fazit deutlich positiver aus. Das Gehäuse ist kompakt und hervorragend verarbeitet, der Fingerabdrucksensor arbeitet zuverlässig und ist überzeugend in Hard- und Software integriert und trotz passiver Kühlung bleibt das Convertible kühl. Ebenfalls gut gefallen das helle Display mitsamt der guten Farbdarstellung sowie die Tastatur. Deutlich bemängelt werden müssen hingegen der Verzicht auf einen Kickstand, die zu kurzen Laufzeiten und das Vorhandensein von zu wenigen physischen Schnittstellen. Ein zum Lieferumfang gehörendes Dock würde dies trotz seiner Schwächen ein Stück weit egalisieren, durch den hohen Aufpreis findet sich so aber noch ein zusätzlicher Punkt auf der Contra-Liste wieder. Die Erkennungsprobleme des Touchpads führen wir hingegen auf die fehlende Erfahrung Huaweis zurück.

Nicht nur zusammengepackt wirkt das MateBook edel
Nicht nur zusammengepackt wirkt das MateBook edel.

Uneingeschränkt empfehlenswert ist das MateBook am Ende nicht, unabhängig von der konkreten Konfiguration. Denn die meisten der Kritikpunkte sind bei beiden Versionen vorhanden. Dennoch überrascht Huawei sehr positiv. Beim ersten Versuch hat man vieles richtiggemacht, für Generation 2 dürfen es aber gerne mindestens ein USB-Port mehr und bessere Laufzeiten sein. Am Preis scheitert es am Ende aber nicht. Zwar ist das hier getestete Komplettpaket mit etwa 1.340 Euro alles andere als günstig, die Konkurrenz verlangt aber ähnliche Preise. Das gilt nicht nur für Samsungs Galaxy TabPro S, für das trotz schlechterer Ausstattung knapp 1.000 plus Stylus und Dock gezahlt werden müssen. Auch Lenovos Miix 700 schlägt ohne Dock mit 1.100 Euro zu Buche.

Für ein Erstlingswerk ist das MateBook äußerst gelungen, der (inoffiziell) in Aussicht gestellte Nachfolger muss aber besser werden
Für ein Erstlingswerk ist das MateBook äußerst gelungen, der (inoffiziell) in Aussicht gestellte Nachfolger muss aber besser werden.

Knapp 300 Euro lassen sich jedoch sparen, wenn man zur kleineren der beiden Konfigurationen des MateBook greift. Für 870 Euro erhält man dann einen langsameren Core m3-6Y30, 4 GB Arbeitsspeicher sowie eine nur 128 GB fassende SSD.

Positive Aspekte des Huawei MateBook:

  • kompaktes Gehäuse
  • sehr hohe Verarbeitungsqualität
  • überzeugender Fingerabdrucksensor
  • Tastatur mit hohem Schreibkomfort
  • helles Display
  • geringe Wärmeentwicklung
  • passive Kühlung

Negative Aspekte des Huawei MateBook:

  • Touchpad mit Schwächen
  • zu wenige physische Schnittstellen
  • Display mit nur zwei Neigungswinkeln
  • Prozessor wird gedrosselt
  • teils kurze Laufzeiten
  • unverzichtbares Dock kostet extra