> > > > Acer Aspire R11 im Test

Acer Aspire R11 im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Tastatur, Gehäuse, Laufzeit, Fazit

Groß und gut

Insgesamt gut gefallen die Eingabegeräte. Vor allem, da Acer hinsichtlich der Größe keine falschen Kompromisse eingegangen ist. So hat man es geschafft, trotz des kleinen Gehäuses alle wichtigen Tasten ausreichend zu dimensionieren. Die sonst bei vielen anderen Geräten dieser Klasse nötige Umgewöhnung entfällt damit. Einzig die obere Reihe mit den Funktionstasten fällt sehr klein aus – ein Kritikpunkt, der aber auch bei vielen größeren Notebooks anzutreffen ist. Störender ist da schon der zu knapp bemessene Hub. Denn durch den sehr kurzen Weg entsteht ein unnötig hartes Tippgefühl, dass der gute und vor allem gleichmäßige Druckpunkt nicht völlig ausgleichen kann. Aber auch bei längeren Texten ist dies kein größeres Hindernis. Alle Tasten sind klar und eindeutig beschriftet, eine Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht.

Trotz kleinem Gehäuse fallen Tastatur und Touchpad angenehm groß aus
Trotz kleinem Gehäuse fallen Tastatur und Touchpad angenehm groß aus

Ebenfalls ausreichend groß fällt das Touchpad aus. Die Erkennungsrate von Gesten überzeugt, gleiches gilt für Hub und Druckpunkt der beiden integrierten Tasten. Leider hat Acer jedoch auf eine optische Unterteilung verzichtet.

Schlicht überzeugt

Aus der Tatsache, dass das Aspire R11 keine Design-Preise gewinnen soll, macht man kein Geheimnis. Denn das 298,0 x 211,0 x 21,0 mm große Gehäuse fällt alles andere als kompakt oder anmutig gestaltet aus – hier hatte die Funktion ganz klar die höchste Priorität. Ein Nachteil ist das nicht, im Gegenteil. Denn Acer verpasst dem Notebook mit einem knalligen Blau eine auffällige Farbe, die aus dem Einheitsschwarz oder -silber erfrischend hervorsticht. Dass man beim Display-Rahmen und im Innenraum dann aber doch wieder auf Schwarz zurückgreift, sorgt für einen guten Kontrast. Abgesehen von der Farbe bietet das Aspire R11 keine weiteren optischen Auffälligkeiten.

Das Aspire R11 fällt auf
Das Aspire R11 fällt auf

Wichtiger ist, dass dies auch für die Verarbeitung gilt. So gibt es keine unterschiedlichen Spaltmaße oder Grate und auch die Verwindungssteife überzeugt. Die beiden 360-Grad-Scharniere halten das Display in allen Positionen sicher fest, dennoch ist das Öffnen des Geräts mit nur einer Hand problemlos möglich. Grundsätzlich sind aufgrund der Konstruktion vier Nutzungsmodi vorhanden: Klassisch als Notebook oder Tablet sowie im Tab- oder Tent-Modus. In der Praxis dürften viele Nutzer mit den ersten beiden Möglichkeiten auskommen, auf der Couch dürfte man sich aber ein geringeres Gewicht wünschen. Denn mit 1,6 kg ist das Aspire R11 beileibe kein Leichtgewicht, selbst das größere Aspire R13 bringt weniger auf die Waage. Für den schnellen Wechsel zwischen Notebook und Tablet eignet sich das Gerät aber allemal eher als die Konkurrenz mit Docking-Lösungen.

Lautlos fast ungebremst

Ein wenig Obacht sollte aber angesagt sein, wenn das Notebook auf dem Schoß genutzt wird. Denn unter voller Last erreichen die Gehäusetemperaturen bis zu knapp 49 °C und bleiben damit nur knapp unter der kritischen Grenze. Allerdings bleibt man im eher alltäglichen Einsatz ein gutes Stück davon entfernt, bei geringen Anforderungen bleibt es bei maximal etwa 32 °C. Unabhängig von der Last bleibt das Gerät jedoch geräuschlos. Denn der Vorteil des Braswell-Celeron die ist Möglichkeit des passiven Kühlens. Wie überflüssig ein Lüfter im Aspire R11 ist, zeigt die Temperaturentwicklung des Chips: Mehr als 69 °C konnten nicht gemessen werden.

Auch beim Tablet-Einsatz profitiert man von der passiven Kühlung
Auch beim Tablet-Einsatz profitiert man von der passiven Kühlung

Dass es dennoch eine minimale Drosselung gibt, dürfte deshalb eher anderen Gründen geschuldet sein. Bei Volllast wird der CPU-Part auf 1,5 GHz gebremst – 100 MHz unterhalb des von Intel versprochenen Grundtakts.

Läuft lange, lädt schnell

Der geringe Energiebedarf des Celeron N3050 hat aber nicht nur Vorteile in Sachen Temperaturentwicklung. Auch in puncto Laufzeit profitiert man von ihm. So kommt das Aspire R11 im Leerlauf mit rund 5 W aus, unter voller Last werden gerade einmal 12,3 W benötigt. In Kombination mit dem 49,7 Wh fassenden Akku sorgt dies für sehr gute Laufzeiten, die sich je nach Szenario zwischen etwa sieben und 13 Stunden bewegen. Damit lassen sich nicht nur ganze Arbeits- oder Uni-Tage überbrücken, sondern auch Langstreckenflüge.

Mit sehr guten Laufzeiten empfiehlt sich das Aspire R11 als mobiler Begleiter
Mit sehr guten Laufzeiten empfiehlt sich das Aspire R11 als mobiler Begleiter

Muss dann doch irgendwann geladen werden, überrascht das mitgelieferte Netzteil. Dieses liefert mit gut 45 W weitaus mehr als viele Konkurrenten.

Fazit

Das R täuscht: Denn während Acer mit dem Aspire R7 und Aspire R13 eher ungewöhnliche Verwandlungskünstler bietet, präsentiert man mit dem Aspire R11 ein vergleichsweise traditionelles Gerät. Die Möglichkeit, per 360-Grad-Scharnier schnell zwischen Notebook und Tablet wechseln zu können, kennt man bereits seit geraumer Zeit von anderen Herstellern. Den Bonus des Einfallsreichtums verdient man dementsprechend nicht. Dafür gelingt es den Taiwanern aber, in weitaus wichtigeren Kategorien zu punkten. Beispielsweise in Sachen Akkulaufzeit, bei der man eindeutig zur Spitzengruppe zählt. Aber auch Tastatur und Touchpad sowie die Verarbeitungsqualität gefallen, ebenso die passive Kühlung.

Im Gegenzug muss an so manchem Punkt aber auch negative Kritik geäußert werden. Beim Display hat man zu sehr auf die Kostenbremse getreten, die Platzierung des Speicherkarten-Slots kann als klarer Design-Fehler bezeichnet werden. Dass der Celeron N3050 kein Leistungswunder ist, sollte vor dem Kauf hingegen klar sein – für die einfachen Dinge reicht das Gebotene mehr als aus.

Gut verarbeitet und mit großer Ausdauer, aber schwaches Display und wenig Leistung
Gut verarbeitet und mit großer Ausdauer, aber schwaches Display und wenig Leistung

Wer sich entsprechend für das Aspire R11 als täglichen Begleiter entscheidet, sollte sich über das Gewicht im Klaren sein – mit 1,6 kg fällt das Notebook für seine Größe vergleichsweise schwer aus. Zudem dürfte die Version NX.G0YEG.001 für etwa 399 Euro die bessere Wahl sein. Hier versprechen 4 GB RAM sowie eine 500 GB fassende Festplatte mehr Leistung und Komfort.

Direkte Konkurrenten gibt es nur zwei: HPs Pavilion 11 (Pentium N3540, 4 GB RAM, 500 GB HDD) für circa 370 Euro sowie Lenovos Yoga 2 11 (Pentium N3540, 4 GB RAM, 500 GB SSHD) für 399 Euro.

Positive Aspekte des Acer Aspire R11 (NX.G10EV.001):

  • passive Kühlung
  • sehr gute Laufzeiten
  • gute Eingabegeräte
  • hohe Verarbeitungsqualität

Negative Aspekte des Acer Aspire R11 (NX.G10EV.001):

  • geringe Leistung
  • Display mit Schwächen
  • Speicherkarten-Slot ungünstig platziert
  • CPU wird leicht gedrosselt