> > > > Acer TravelMate P645-MG im Test

Acer TravelMate P645-MG im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Leistung, Laufzeit und Kühlung

Wer sich für das TravelMate P645-MG entscheidet, hat in Deutschland derzeit nur eine Konfiguration zur Auswahl, erst der Verzicht auf die diskrete Grafiklösung sowie das Mobilfunkmodem offenbart mehr Auswahl - diese Modelle verzichten auf das „G“ im Namen.

Viel Grafik-, aber zu wenig CPU-Leistung

So viel Leistung wie im Testmodell bieten diese aber nicht, denn hier setzt Acer auf einen Core i7-4500U im Zusammenspiel mit AMDs Radeon HD 8750M. Die CPU ist die derzeit viertstärkste, die Intel für den Einsatz in einem Ultrabook vorgesehen hat. Auf ihren Einsatz warten zwei Kerne, die in der Regel mit 1,8 GHz takten, zumindest einer kann bei Bedarf und ausreichendem thermischen Budget bis zu 3,0 GHz erreichen. Dank Hyper-Threading können bis zu vier Threads parallel ausgeführt werden, mit einer TDP von 15 Watt fällt die maximale Verlustleistung des in 22 nm gefertigten „Haswell“-Chips niedrig aus.

Die TDP teilt sich der Prozessor ebenso mit der integrierten Grafikeinheit wie den 4 MB großen Level-3-Cache. Die HD 4400 taktet mit 200 bis 1.100 MHz, kommt im Idealfall aber nur bei wenig fordernden Programmen zum Einsatz. Denn für alle anderen Aufgaben ist die Radeon HD 8750M mit ihrem 2 GB großen Grafikspeicher (DDR3) vorgesehen. Die 28-nm-GPU erreicht 775 bis 825 MHz, der über ein 128 Bit breites Interface angebundene Speicher 900 MHz. Zur Verfügung stehen dem Mittelklasse-Chip 384 Shader-, 24 Textur- und 8 Render-Einheiten, was in Verbindung mit CPU und dem 8 GB fassenden Arbeitsspeicher auch für das ein oder andere Spiel zwischendurch reicht; das vergleichsweise genügsame „Bioshock Infinite“ erreicht bei verringerter Auflösung und hohem Detailgrad eine ausreichend hohe Bildwiederholrate. Als mittlerweile sehr zuverlässig entpuppte sich im Test AMDs automatische Umschaltung zwischen den beiden GPUs, im Test wurde jeweils die passendere der beiden Lösungen genutzt.

Cinebench 11

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Im Produktiveinsatz kommt zur für ein Ultrabook hohen CPU-Leistung noch die schnelle SSD hinzu, die in der Spitze rund 490 MB pro Sekunde überträgt. Damit erreicht das TravelMate P645-MG im PCMark 7 gute 4.800 Punkte, im PCMark 8 ebenfalls überzeugende 2.400 Punkte. Aber: In anderen Testsystemen erreichte der i7-4500U teils deutlich höhere Leistungen, was ein Blick auf den Cinebench 11 belegt - das Aspire S7 kommt hier auf ein Plus von annähernd 25 Prozent. Der Grund hierfür ist schnell herauszufinden. Denn bei hoher Last wird der Prozessor gebremst, die vollen 2,7 GHz, die beide Kerne gleichzeitig erreichen können, sind in weiter Ferne - mehr dazu weiter unten.

Verschwenderische GPU

Ein klarer Schwachpunkt des TravelMate P645-MG ist die Akkulaufzeit bei geringer Auslastung. In diesem Szenario, das mit Battery Eater im Reader’s-Modus nachgestellt wird, erreichten Ultrabooks mit „Haswell“-CPU schon weit mehr als 11 Stunden. Acers Kandidat hingegen muss bereits nach 4 Stunden und 46 Minuten wieder an das Ladegerät anschlossen werden. Schuld daran ist der hohe Leerlaufverbrauch, der - auch - wegen der HD 8750M in der Spitze bei rund 17 Watt liegt. Etwas besser sieht es bei hoher Last aus: Im Classic Test des Battery Eater erreicht das Notebook 2 Stunden und 53 Minuten. Im Office-nahen PCMark 8 schafft es hingegen je nach Einstellung 3 Stunden und 46 Minuten bis 4 Stunden und 6 Minuten.

Erfreulich: RAM und HDD können problemlos getauscht werden, der Akku hingegen nicht
Erfreulich: RAM und HDD können problemlos getauscht werden, der Akku hingegen nicht

Wer alle Leistungsreserven abruft, wird bereits nach weniger als einer Stunde wieder aufladen müssen. Denn den 55,5 Wh des Akkus steht dann ein Spitzenverbrauch von über 61 Watt entgegen.

Dominanter Lüfter mit Schwächen

Als mitunter störend entpuppt sich das Kühlsystem. Denn auch im Leerlauf arbeitet der Lüfter permanent, wenn auch mit 31,6 dB(A) und aufgrund der tiefen Frequenzen nur wenig dominant. Unter Volllast wird das Arbeitstempo und somit auch die Lautstärke erhöht, erreicht werden dann bis zu 44,7 dB(A), womit annähernd das Niveau so manchen Gaming-Notebooks erreicht wird. Relativierend wirkt aber auch hier die Tonlage. Allerdings zeigt die Temperaturentwicklung, dass es der Kühlung an Effektivität fehlt. Denn CPU und GPU erreichen bis zu 87 und 82 Grad Celsius, was zwar unterhalb der jeweiligen Grenzwerte liegt, im Falle des Intel-Chips jedoch zur bereits erwähnten Drosselung führt.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich das Gehäuse während langer Lastphasen auf der Unterseite an mehreren Punkten auf annähernd 50 Grad Celsius erwärmt. Ein längerer direkter Hautkontakt kann so unter Umständen recht unangenehm sein. Warm wird es aber auch an der Oberseite, hier konnten im Bereich des linken Scharniers und dem linken oberen Bereich der Tastatur gut 46 Grad Celsius gemessen werden. Harmloser fallen die Werte bei geringerer Last aus, hier wurden knapp 40 Grad Celsius an der Ober- und 38 Grad Celsius an der Unterseite ermittelt.