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Medion Erazer X7611 im Test

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Seite 3: Display + Fazit

 

Matt, aber etwas zu dunkel

Gerade bei einem prinzipiell recht mobilen Gerät kommt auch dem Display eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Medion setzt auf ein mattes TN-Panel, das mit der FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten daherkommt. Während uns die Kombination aus Diagonale und Auflösung entgegenkommt und in einer angenehmen Darstellungsgröße resultiert, hat die TN-Technik natürlich mit den gewohnten, bauartüblichen Problemen zu kämpfen. Die Farben könnten noch etwas satter wirken und die Blickwinkel etwas größer ausfallen. Solange man aber allein vor dem Rechner sitzt, fällt Letzteres nicht weiter störend auf. Ein klein wenig anders als beim GS70 fällt die Einordnung der Panel-Technik aus. Während das Fehlen eines IPS-Displays bei einem rund 1700 Euro teuren Geräts störend ist, relativiert der deutlich günstigere Preis des X7611 das genutzte TN-Panel etwas, wenn auch nicht vollständig.

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Flach im Profil

Messtechnisch liegen bei unserem Sample Licht und Schatten nah beieinander. Die durchschnittliche maximale Helligkeit liegt bei 250 cd/m2, was in einer normal beleuchteten Umgebung in Kombination mit einem matten Panel mehr als ausreichend ist,  allerdings die nötigen Reserven vermissen lässt, um auch einmal bei ungünstigen Lichtverhältnissen im Freien zu punkten. Noch dazu fallen manche Stellen des Panels auch deutlich dunkler aus (siehe Bild), was den Effekt abermals verstärkt. Deutlich besser gefällt uns da schon das Kontrastverhältnis, denn das liegt auf einem erstklassigen Niveau.

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Vernünftiger, aber nicht unbedingt schlechter

Das Erazer X7611 kann getrost als Vernunftsversion des MSI GS70 angesehen werden. Der Preisunterschied liegt trotz beinahe identischem Barebone bei rund 400 Euro, die im täglichen Leben wirklich merklichen Unterschiede halten sich im Gegenzug aber in Grenzen.

So kommt auch die Medion-Version mit dem bekannten, optisch sehr ansprechendem 17-Zoll-Barebone daher, das mit gutem Gewissen als Gaming-Ultrabook bezeichnet werden kann. Aber nicht nur die Abmessungen, auch das Gewicht kann sich sehen lassen. Der ausgeprägte Leichtbau macht sich allerdings beim Displayrahmen bemerkbar, denn der wirkt recht labil. Trotz des flachen Gehäuses gelingt es den Konstrukteuren aber zahlreiche Anschlüsse zu verstauen, sodass nicht die geringsten Abstriche in dieser Disziplin in Kauf genommen werden müssen. Beinahe wirkt es anders herum: Drei digitale Display-Anschlüsse kommen einem etwas viel vor. Dass aufgrund der Bauform auf ein optisches Laufwerk verzichtet werden muss, kompensiert Medion geschickt, denn es befindet sich ein entsprechendes USB-Laufwerk im Lieferumfang. Dass Medion nicht auf die Steelseries-Tastatur des GS70 setzen kann, macht sich indes nicht direkt negativ bemerkbar, denn die verbaute Tastatur lässt sich gut tippen, besitzt aber leider ein katastrophales Layout.

Durchaus überzeugend fällt die Leistung, insbesondere die Gaming-Leistung des Erazer X7611 vor dem Hintergrund des Formfaktors aus. Medion/MSI bieten eine ordentliche Performance auf kleinstem Raum, die es so vorher noch nicht gab. Das verschleiert aber dennoch nicht, dass bei der nativen FullHD-Auflösung bereits jetzt häufig die Detail-Einstellungen heruntergeschraubt werden sollten, um etwas Puffer bei Framedrops zu haben. Hier darf man auf eine Neuauflage mit Maxwell gespannt sein, denn NVIDIAs neue Architektur ist für ein Gerät wie das Erazer X7611 wie geschaffen. Schnörkellos verhält es sich mit der restlichen Ausstattung, denn sowohl Intels Haswell-Plattform, als auch aktuelle SSDs liefern stets eine überzeugende Leistung ab.

Nimmt man all diese Aspekte zusammen, ist es geradezu faszinierend, dass unser Testkandidat doch über eine überzeugende Kühlung verfügt, denn der 17-Zöller wird weder zu heiß, noch zu laut, noch kommt es zum Throtteling. Anders herum versteht sich aber von selbst, dass es nicht mehr allzu viel Platz für einen Akku gegeben hat, sodass das Erazer nur moderat lang fernab der Steckdose genutzt werden kann.

Etwas mehr hätten wir uns vom Display erwartet, denn die Bauform macht das X7611 zum Mobilisten, genau wie die matte Oberfläche. Leider kann die maximale Leuchtkraft des TN-Panels da nicht mithalten, die zwar ausreichend ist, aber nicht viele Reserven bietet. Der Kontrast wiederum weiß zu überzeugen.

Schlussendlich ist das Medion Erazer X7611 ein überzeugendes Gaming-Notebook im sehr schicken Gewand, dem am Ende aber schlichtweg etwas Leistung fehlt, um wirklich empfehlenswert zu sein. Preislich ist das X7611 dabei aber deutlich attraktiver als das „Original“ von MSI.

Positive Aspekte des Medion Erazer X7611:

  • optisch ansprechendes und flaches Gehäuse
  • gute Anschlussausstattung
  • gute Hardwarezusammenstellung

Negative Aspelte des Medion Erazer X7611:

  • Deckel könnte stabiler sein
  • Tastaturlayout zu wirr
  • Anschlussbuchsen recht weit vorne am Gehäuse