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Lenovo IdeaPad Y510P im Test

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Seite 3: Display + Fazit

Das Display

Lenovo setzt beim IdeaPad Y510P auf ein 15,6 Zoll großes Panel, das mit der FullHD-Auflösung daherkommt. Dass diese Kombination auch ohne Interpolation eine ansprechende Darstellungsgröße liefert, haben wir bereits mehrfach beschrieben. Es wird eine ganze Menge Platz auf dem Desktop geboten. Natürlich wird die Gaming-Hardware durch die Pixeldichte ordentlich gefordert, die beiden GPUs haben die rund zwei Megapixel aber meist gut im Griff. Bei der Technik müssen allerdings Abstriche akzeptiert werden, denn Lenovo setzt auf ein TN-Panel. Das kann aus Gaming-Sicht zwar mit ansprechenden Reaktionszeiten aufwarten, dafür fallen die Betrachtungswinkel aber recht klein und die Farbraumabdeckung unvollständig aus. Ersteres stört aber nicht,  solange man allein vor dem Gerät sitzt.

lenovo y510 11

Lenovo setzt beim Y510P auf ein mattes Panel, das maximal 353 cd/m2 hell ist und damit genügend Reserven bietet, um auch in hellen Umgebungen vergleichsweise problemlos nutzbar zu sein. An der dunkelsten Stelle ist das Panel noch 289 cd/m2 hell, was zu einer Homogenität der Ausleuchtung von 81,87 Prozent führt. Nicht allzu berauschend fällt wiederum der Kontrast aus, der es gerade einmal auf einen Wert von 573:1 bringt. Deutlich besser sieht es da schon bei der Farbdarstellung aus, denn mit durchschnittlich 6438 Kelvin liegt das Panel recht nah am Wunschwert von 6500 Kelvin. Damit können sich Hobby-Fotografen den Griff zum Colorimeter sparen.

bench display

Fazit

Lenovo geht mit seinem Y510P bewusst einen anderen Weg. Dem Gehäuse ist die Gaming-Performance nicht auf den ersten Blick anzusehen und auch die Hardware-Konfiguration weicht in großen Teilen vom aktuellen Gaming-Mainstream ab.

Das Gehäuse wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Multimedia-Modell, denn Eyecatcher sucht man zumindest im geschlossenen Zustand vergebens und auch bei geöffnetem Deckel gibt sich das Y510P recht zurückhaltend – ein bisschen Rot musste dann aber doch sein. Das Gehäuse besteht größtenteils aus Aluminium und ist ordentlich verarbeitet, gerade der Übergang zwischen Handballenauflage und Bodeneinheit könnte aber noch präziser sein. Auch die Eingabegeräte hinterlassen einen ansprechenden Eindruck, denn die Tastatur lässt sich hervorragend tippen und besitzt eine ausgewogene Hintergrundbeleuchtung. Das Touchpad arbeitet präzise, eine Gaming-Maus wird aber wohl dennoch in den meisten Fällen genutzt werden. Nicht gänzlich überzeugen können die Anschlussmöglichkeiten des Y510P. Zwar sind die Schnittstellen in ausreichender Anzahl vorhanden, sitzen aber recht weit vorne auf den Seitenteilen, sodass Kabelchaos vorprogrammiert ist.

Bei der Hardwarezusammenstellung gibt es teils Besonderheiten. Wenige Worte müssen wir zum Core i7-4700MQ verlieren, denn der 4-Kerner ist altbekannt und bietet stets eine ansprechende Leistung. Etwas andere Wege geht Lenovo bei der Grafik-Sektion, denn hier wird der 15-Zöller modular gestaltet. Zu der fest gesetzten GeForce GT 755M kann sich, wie es bei unserem Modell der Fall ist, eine zweite GPU dazugesellen. Das hat den Vorteil, dass die Frameraten für die Preisklasse recht überzeugend ausfallen, man aber mit den bekannten Nachteilen von Multi-GPU-Lösungen zu kämpfen hat. Abstriche müssen beim Massenspeicher in Kauf genommen werden, denn Lenovo setzt lediglich auf einen Flash-Cache-Lösung, die aber nicht an eine reine SSD-Konfiguration heranreicht.

Beim Kühlsystem liegen Licht und Schatten nah beieinander. Auf der einen Seite ist das Y510P für ein Gaming-Gerät ausgesprochen leise. Auf der anderen Seite wird der Prozessor unter Volllast gethrottelt, was zeigt, dass der 15-Zöller mit der potenten Hardware bereits am Limit läuft.  Die Wärmeentwicklung an der Oberfläche hält sich dafür aber, bis auf einige wenige Bereiche, in Grenzen.  Ebenso müssen Abstriche bei der Akkulaufzeit akzeptiert werden, da aufgrund der SLI-Konfiguration auf Optimus verzichtet werden muss. Entsprechend sollte unterwegs stets berücksichtigt werden, dass der Akku nachgeladen werden muss.

Das verbaute TN-Panel kann mit seiner matten Oberfläche, seiner angemessenen Auflösung und einer ansprechenden Helligkeit punkten. Ebenso wird ein recht neutraler Weißpunkt geboten. Abstriche müssen somit nur bei der Blickwinkelstabilität und dem Kontrastumfang akzeptiert werden. Damit sollte in den meisten Fällen aber problemlos auszukommen sein.

Alles in allem ist das Lenovo IdeaPad Y510P ein Gaming-Notebook, das so manches anders macht. Das muss nicht immer richtig sein, kann aber aufgrund der gebotenen Flexibilität für manche Anwender durchaus interessant sein. Wer ohnehin direkt mit zwei GPUs liebäugelt, sollte direkt zu einem Gerät mit einer starken GPU greifen, denn so können die üblichen Multi-GPU-Einschränkungen umgangen werden.

Positive Aspekte des Lenovo IdeaPad Y510P:

  • gute Gaming-Leistung
  • schlichtes Gehäuse
  • gute Eingabegeräte

Negative Aspekte des Lenovo IdeaPad Y510P:

  • Multi-GPU-Nachteile
  • kurze Akkulaufzeit + hoher Stromverbrauch
  • Verarbeitung könnte teils hochwertiger sein