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Test: Intel Core i7-4700MQ - Haswell im Notebook

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Seite 7: Fazit

Nachdem Intel im vergangenen Jahr eine Verkleinerung der Fertigungsstruktur auf 22 nm vollzogen hat, ist in diesem Jahr also die neue Architektur mit dem Codenamen „Haswell“ dran. Die vierte Intel Generation zeigt dabei recht deutlich, dass die Zeiten der großen Leistungssprünge endgültig vorbei sind und vielmehr von Detailoptimierung gesprochen werden kann. Noch dazu fällt es nun nicht mehr ganz so leicht so manchen Fortschritt mit einem klassischen Benchmark aufzuzeigen – aber jetzt erst mal der Reihe nach.

Intel Core i7-4700QM

Modell-technisch startet Intel die vierte Haswell-Generation ähnlich breit aufgestellt, wie es bei Ivy-Bridge der Fall war, bislang dürfen wir aber ausschließlich über die Quadcore-Modelle sprechen. Auf den ersten Blick ist hier der größte Unterschied, dass Intel das bekannte Namenschema der XM-Prozessoren (Extreme-Edition) und QM-CPUs (normale 4-Kerner) um eine dritte Reihe, die HM-Prozessoren erweitert. Bei diesen Modellen wird die neue Iris-Grafikeinheit verbaut. Ebenso fällt auf, dass sich Intel von seinen gewohnten TDP-Stufen verabschiedet und diese nun sogar 2 Watt höher ansetzt. Takttechnisch hat sich bei Haswell kaum etwas getan, denn die GHz-Zahlen der neuen Prozessoren entsprechen 1:1 ihren direkten Vorgänger-Modellen – bereits hier zeichnet sich also ab, dass leistungstechnisch kein allzu großer Unterschied zu erwarten ist, wenn es bei der Architektur keine riesigen Fortschritte zu verzeichnen gibt.

Besonders interessant sind langfristig gesehen auf jeden Fall Intels neue BGA-Lösungen, bei denen künftig CPU und Chipsatz gemeinsam auf einem Package sitzen, was weitere Watt sparen kann. Im Performance-Segment werden wir die Lösung aber vermutlich kaum sehen, dafür aber sicherlich bei zahlreichen Ultrabooks der neuen Generation, denn neben dem Vorteil des geringeren Stromverbrauchs können diese auch von der reduzierten Baugröße profitieren. Hier darf man gespannt sein, inwieweit es den Herstellern gelingt, diese neuen Möglichkeiten wirklich umsetzen – auf der Computex werden wir sicherlich schon die ein oder andere Interpretation sehen.

Wie bereits angedeutet: Exorbitante Leistungssprünge dürfen gerade CPU-seitig nicht erwartet werden. Im Mittel kann sich die vierte Generation rund 8 Prozent von ihren jeweiligen Vorgänger-Modellen absetzen – für Besitzer eines Ivy-Bridge-Geräts wird das allein nicht ausreichen, um ein Upgrade zu rechtfertigen. Etwas größere Fortschritte sind – auch hier verhält es sich analog zum Wechsel von Sandy- auf Ivy-Bridge – bei der Leistung der integrierten GPU zu suchen. Messergebnisse von Iris-GPUs können wir aufgrund fehlender CPUs noch nicht liefern, aber auch die neue HD4600 setzt sich von der bisherigen HD4000-Lösung ab. Ob das aber für die klassischen Nutzer einer 4-Kern-CPU von Belang ist, darf bezweifelt werden, denn solch leistungsstarke Prozessoren werden in der Regel mit einer dedizierten GPU kombiniert.

Deutliche Fortschritte möchte Intel bei der Energie-Effizienz gemacht haben – und hier wird es für uns recht schwierig. Unsere Messungen zeigen, dass es im Leerlauf-Betrieb kaum nennenswerte Unterschiede gibt, während unter Last rund 10 Watt gespart werden. In Kombination mit der um rund neun Prozent höheren Leistung konnte Intel also durchaus Fortschritte machen. Noch deutlicher wird der Unterschied vermutlich in der Praxis ausfallen, denn Intel hat beispielsweise die Umschaltgeschwindigkeiten zwischen den verschiedenen Energiesparmodi deutlich beschleunigt. Im täglichen Einsatz führt das dazu, dass das Notebook wesentlich häufiger in sparsameren Modi verweilen kann. Hier ist es nun an uns, unser Messverfahren in den kommenden Monaten umzustellen.

Alles in allem ist Haswell vielleicht nicht der bahnbrechende Fortschritt, den sich mancher Anwender erhofft hat, es zeigt sich aber, dass sich Intels Detailoptimierung durch die Bank bezahlt macht. Eine deutlich höhere CPU-Leistung als sie von der dritten Core-Generation geboten wird, benötigen ohnehin nur die wenigsten Nutzer. Intels neue integrierte GPU ist zwar wieder einmal schneller geworden, bei aktuellen Games (die nun auch auch wieder anspruchsvoller als noch vor einem Jahr sind) wird die Luft bei hohen Auflösungen aber noch immer schnell eng. Für Casual-Games reicht das Gebotene aber problemlos aus. Deutlich sinnvoller ist es da an der Effizienz zu arbeiten – und das ist Intel durchaus gelungen.

Spannend sind die Effizienz-Entwicklungen gerade für den ultramobilen Bereich und die damit verbunden 2-Kerner, zu denen es in einigen Tagen mehr Informationen geben wird. Im Segment der Gaming-Notebooks sind die Fortschritte entsprechend weniger ausgeprägt, denn es kommen ohnehin dedizierte GPUs zum Einsatz und auch die Akkulaufzeit ist nur von untergeordneter Bedeutung.