> > > > ASUS V6VA 8004P

ASUS V6VA 8004P

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Die Intel-Sonoma-Plattform und ATI Mobility Radeon X700

Intel war in den letzten Jahren, ist es im Moment und wird es vermutlich auch noch eine Weile lang sein, der unangefochtene Favorit im Bereich der mobilen Systemlösungen. Mit einem Komplettpaket namens Centrino konnte sich das Unternehmen hervorragend am Markt positionieren und praktisch dafür sorgen, dass im Moment alle hochwertigen Notebooks auf der eigenen Technologie basieren und damit nahezu konkurrenzlos arbeiten. Die Idee "Kabel ab!" kam bei den Endkunden hervorragend an und die Kombination aus mobilem Prozessor, dazu passendem Chipsatz und einem integrierten Wireless-LAN-Modul setzte sich flächendeckend durch.

Der zweite Schlag nach der Vorstellung der Intel-Centrino-Mobile-Technologie erfolgte Mitte Januar 2005, als mit der Sonoma-Plattform offiziell ein verbessertes Konzept vorgestellt wurde, was dem Pentium M vorallem eine schnellere FrontSideBus-Anbindung mit 533 MHz, aber auch die Option auf DDR2-Einsatz sowie PCI-Express verschaffte. Unumgänglich war dieses Upgrade, zumal der Intel-855-Chipsatz mittlerweile wirklich etwas in die Jahre gekommen war und nicht mehr wirklich up-to-date war. Unmittelbar nach dem Launch lieferten wir bereits einen ausführlichen Technologie-Artikel, sodass wir nun nur noch einmal die wichtigsten Eckpunkte von Prozessor, Chipsatz und der Grafiklösung aus dem Hause ATi ansprechen wollen.

Der Intel Pentium M 770

Der mit glatten 2,13 Gigahertz getaktete Prozessor gehört zur neusten Generation der Pentium-M-CPUs, die auf den mittlerweile etablierten Dothan-Kern setzten. Das Flagschiff der mobilen Prozessoren taktet zwar nur 33 MHz höher als das vorangegangene Top-Modell mit Dothan-Kern, vermag aber dennoch erstaunliches zu leisten. Die 90-nm-Fertigungstechnologie gehört mittlerweile auch zum Standard und sorgt peziell bei Notebooks rund um das Thema möglichst geringer Abwärme für strahlende Gesichter. Mit der neuen Generation der Pentium Ms gab es zwei grundlegende Änderungen: Erstens die schnellere FSB-Anbindung und zweitens den Execute-Disable-Speicherschutz, kurz NX-Bit genannt.

Entscheidend war, dass durch die Erhöhung der Bandbreite von 400 MHz auf 533 MHz auch die FrontSideBus-Anbindung wesentlich komfortabler sein würde. Die alten Pentium Ms konnten daher maximal 3,2 GB/s über den Datenbus schaufeln, die neuen schaffen immerhin schon ein Gigabyte pro Sekunde mehr, im Klartext 4,2 GB/s. Im Vergleich zu aktuellen Desktoplösungen wie der Intel Extreme Edition mit über 8 GB/s ist das natürlich nicht besonders viel, aber im Notebook-Markt kommt es vornehmlich darauf an, den Flaschenhals etwas zu weiten, nicht ihn vollkommen zu sprengen.

Dass die NX-Bit-Technologie erst in diesem Jahr in den Mobilprozessor Einzug hielt, wundert uns nicht. Um überhaupt effektiv arbeiten zu können, braucht NX-Bit die Unterstützung eines angepassten Betriebssystems. Mit dem Release von Microsoft Windows XP ServicePack2 stand dem Einsatz nichts mehr im Weg, da nun entsprechende Routinen zur Nutzung vorhanden sind und funktionieren. Die Execute-Disable-Funktion ist einfach erklärt nichts weiter als eine Routine, die verhindert, dass bestimmte Befehle aus dem Speicherabbild ausgeführt werden. So kann effektiv der Buffer-overflow-Effekt, den zuweilen viele Viren nutzen, wirksam unterdrückt werden. Ein ausführlicher Bericht über die Technologie und insbesondere ihre Verbindung zum Betriebssystem hat Starr Andersen für das Microsoft TechNet verfasst.

Grundsätzlich ist der Pentium M 770 für das V6VA also der ideale Luxusprozessor. Getaktet mit satten 2.13 GHz und einer Front Side Bus Anbindung von 533 MHz ermöglicht er eine maximale Performance. Da der Einsatz eines so leistungsstarken Prozessors auch entsprechend mit einer guten Kühlung verbunden sein muss, ist dem Hersteller klar. Mit einer neuartigen Kühlmethode verspricht ASUS, das Paket aus M 770 und X700 auf Temperatur halten zu können. Zu diesem Thema allerdings später mehr.

Der Intel-915PM-Chipsatz

Wie der Name schon vermuten lässt, sind sich der schon längst bekannte Desktop-915-Chipsatz und die mobile Variante davon eigentlich recht ähnlich. Speziell der i915PM wurde dafür konzipiert, in leistungsfähigen Notebooks eingesetzt zu werden, sprich er zielt darauf ab, anstatt auf integrierte Grafiklösungen auf eine externe Möglichkeit der Anbindung mit PCI-Express x16 setzen zu können. Im Chipsatz-Diagramm wird der Zusammenhang recht gut deutlich:

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Speichertechnisch kann man mit diesem Chipsatz im Idealfall auf Dual-Channel DDR2 533 MHz zurückgreifen. ASUS entscheidet sich beim V6VA in Hinblick auf die Performance für mehrere Lösungen. Während das V6VA 8003P sozusagen als kleiner Bruder mit einem DDR2 Riegel mit 512 MB Speicher bestückt wird und damit im Single-Channel-Modus arbeiten muss, setzt man für das 8004P zwei dieser Komponenten ein, erreicht ein Speichervolumen von 1024 MB und damit gleichzeitig die Dual-Channel-Fähigkeit und die daran gebundene Spitzenklasse-Performance. Neben der Alviso-Northbridge, die die thematisierte Speicheraufgabe regelt und im Falle einer integrierten Grafiklösung auch diese steuert, wird als Southbridge die ICH6-M eingesetzt, die genau dieselben Features wie die Desktop-ICH6 liefert, aber mit einigen Stromspartechniken ausgestattet wurde.

Mit High-Definition-Audio im mobilen Bereich werden nun natürlich auch hier vielfältige multimediale Anwendungen möglich, sei es das Abarbeiten von mehreren Audio-Streams gleichzeitig oder aber auch das Verbauen von digitalen Schnittstellen, die auf Grund der leistungsstärkeren Codecs nun auch mehr Sinn machen dürften. Zu den Serial-ATA-Features braucht man sicher auch kaum noch etwas zu sagen. Die Chipsätze arbeiten nun nur noch mit einem ATA/100-Controller, der zwei Ports bearbeiten kann. Einmal also die Festplatte und zum anderen das Laufwerk für DVDs, CDs usw. Ob mehrere Laufwerke in Notebooks Sinn machen bzw. ob es irgendwann einmal eine Raidlösung geben sollte, bleibt fraglich. Interessant wird dieses Diskussion natürlich erst dann, wenn man Desktop-Boards mit diesem Chipsatz anspricht.

Zu guter Letzt noch das Expresscard-Feature des Chipsatzes: Vergleichbar ist dies mit dem gängigen PCMCIA-Slot, welchen die Technik aber noch nicht ablöst, da der i915PM auch weiterhin den PCI-Standard akzeptiert und unterstützt. Kleine Erweiterungskarten für TV oder ähnliche Applikationen sind durchaus denkbar, die dann entweder per PCI-Express oder alternativ auch per USB 2.0 angebunden werden können. Die Entscheidung liegt am Ende beim Hersteller des Moduls. Zu sagen bleibt, dass die Expresscard-Module wesentlich kompakter und kleiner sind als die momentan gängigen PCMCIA-Karten.

Intel bietet mit dem PRO/Wireless 2915ABG nun auch eine 802.11a/b/g-Lösung an, die mit bis zu 54 MBit/s arbeiten kann und nun im TriBand-Bereich auch den a-Standard mit unterstützt, der besonders auf Reisen in die USA und asiatische Länder nützlich sein wird. Um die eigenen Daten wirksam schützen zu können, wurden auch weitere Security-Features implementiert, die dem momentan sehr hohen Standard genügen.

Die ATI Mobility Radeon X700

Auch für Notebooks gibt es nun schon seit fast einem Jahr die Option, Grafikchips mit PCI-Expressanbindung einzugliedern. ASUS entscheidet sich im Fall des V6VA für den ATI-Chip mit dem Codenamen M26 - die Grafiklösung aus dem oberen Mittelklassesegment des Produktspektrums. Die ATI Mobility Radeon X700 taktet GPU und Speicher gleichermaßen mit 350 MHz, wobei der zur Verfügung stehende Speicher, in unserem Fall 128 MB GDDR3 RAM , mit einem 256 Bit breiten Bus angebunden wird.

Grundlegend jedoch ist und bleibt die X700 eine abgespeckte Version des High-End Chips X800. So greift das Modell auf nur 8 Pixelpipelines und 6 Vertex-Shader zurück. Unter anderem bietet die unter dem Codenamen M26 entwickelte Lösung natürlich auch PowerPlay 5.0 als aktuelle Stromspar-Technik mit Features wie Clock Gating, Battery-Modes, Power-on-Demand und einem Dynamic Lane Count Switching (DLCS), bei dem der PCI-Express-Bus von x16 auf x1 heruntergeschaltet werden kann, um bis zu 30% Strom zu sparen. Für Multimedianotebooks weiterhin attraktiv ist ein HDTV-Output und Videodeblocking (Fullsteam) sowie ATIs Videoshader Technology, um Video-Processing zu beschleunigen. ATI bietet in Zusammenhang mit dem Axiom-Modul auch ein Axiom-TV-Modul, um den Theater 550 für Videobearbeitung in ein Notebook zu integrieren.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es ASUS wirklich gelungen ist, mit Rückgriff auf die Techniken von Intel und ATI ein gelungenes Notebook-Paket zu schnüren, um den Aspekt der Performance möglichst gut in Verbindung mit der Mobilität setzen zu können. Nach der technischen Beleuchtung werden wir uns im Folgenden der Ausstattung des V6VA widmen.