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Netgear ReadyNAS 214 im Test - Storage-Features im Fokus

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Seite 6: Fazit

Mit dem ReadyNAS 214 hat Netgear sein Produktportfolio um ein leistungsstarkes 4-Bay-NAS-System erweitert, welches gut mit den Modellen im Midrange-Bereich der namhaften Konkurrenz mithalten bzw. in einigen Bereichen sich sogar von ihnen absetzen kann. Gegenüber dem ReadyNAS 204 profitiert die RN214 von der Quadcore-CPU, welche insgesamt mehr Performance und Zusatzfeatures wie Transkodierung von 1080p-Material ermöglicht.

Herausragendes Merkmal der ReadyNAS-210-Serie ist - wie bereits bei den ReadyNAS 200 - der Fokus auf das Kernthema "Storage" bzw. der Datensicherheit. Die ReadyNAS-Modelle nutzen als einige der wenigen "Consumer-NAS" das btrfs-Dateisystem, welches der Nachfolger des üblicherweise bei NAS-Systemen zum Einsatz kommende ext4-Format ist und verschiedene Vorteile im Bereich Verwaltung, Sicherheit und Usability mit sich bringt. Vereinzelt kommt btrfs auch bei anderen NAS-Herstellern im Consumer/SOHO-Bereich zum Einsatz, aber nur Netgear geht den konsequenten Weg und bietet neben Copy-on-Write auch eine Korrektur von Bitrot-Fehlern und nicht nur deren Erkennung an. Kritische Stimmen mögen vielleicht anführen, dass sich bei btrfs trotz langjähriger Entwicklung immer noch über darüber gestritten wird, ob es wirklich als "stable" angesehen werden kann, aber als Kunde sollte man davon ausgehen, dass Netgears Umsetzung in seinem relativ überschaubaren Umfeld "NAS" stabil läuft und die Vorteile von btrfs auch umsetzen kann. Einen zur Überprüfung nötigen komplexen und intensiven Langzeittest müssen zumindest wir an dieser Stelle schuldig bleiben, aber im Test zeigte sich das ReadyNAS 214 souverän.

Im Test-Betrieb hat uns die Umsetzung jedenfalls gut gefallen, was bei den praktischen Feature anfängt, jederzeit und fast sofort ein Snapshot des Volumes zu speichern. In Sachen Geschwindigkeit erreichte das ReadyNAS 214 beim Lesen und Schreiben auf unverschlüsselte Volumes fast immer vollen Gigabit-Speed. Die Unterschiede zwischen den RAID-Modi machten sich hier vergleichsweise wenig bemerkbar, was sicher an der zur Verfügung stehenden CPU-Leistung liegen wird. Aber auch bei verschlüsselten Volumes ist die Geschwindigkeit angenehm hoch. So werden beim Schreiben auf ein verschlüsseltes RAID 5 immer noch fast 80 MB/s erreicht. Die Geschwindigkeitseinbuße durch die Aktivierung von Copy-on-Write stellte sich im Test als nur gering heraus. Hier ist die klare Empfehlung, lieber auf fünf bis maximal zehn Prozent Schreibleistung zu verzichten, und dafür die bessere Datensicherheit mitzunehmen.

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Bezüglich Lautstärke und Leistungsaufnahme präsentiert sich das ReadyNAS 214 durchschnittlich. Das System ist insgesamt angenehm leise und gehört vom Stromverbrauch her noch zu den etwas sparsameren Modellen in dieser Klasse, auch wenn hier keine neuen Bestmarken gesetzt werden. Setzt man die Leistungsaufnahme in Relation zur Leistungsfähigkeit, dann überwiegt aber eindeutig das positive Bild. In Sachen Performance und "Storage" kann die ReadyNAS 214 also voll überzeugen und bietet insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz ein ausgesprochen gutes Bild. Auch die Verarbeitung kann zusammen mit den Vorzügen des Frontdisplays überzeugen, sofern die tendenziell eher hakeligen Einschübe nicht überbewertet werden.

Wo Netgear mit seinem ReadyNAS OS den Marktführern Synology und QNAP etwas hinterhinkt, ist die Benutzeroberfläche sowie die Anzahl der nachinstallierbaren Zusatzprogramme. Synology und QNAP setzen zur Bedienung eine Desktop-Oberfläche mit flexiblen Fenstern ein, was die meisten User schon von "ihrem Windows" kennen und welches manche gewohnten Strukturen wie z.B. die Systemsteuerung kopiert hat. Netgear hingegen benutzt ein eher schliches Webinterface, welches zumindest in Sachen Bedienung kein Multitasking bietet und deren Aufbau sich der User erst aneignen muss. Da der Aufbau von ReadyNAS OS aber insgesamt recht durchdacht ist, stellt dies aber kein großes Problem dar. Bezüglich der Vielfalt an nachinstallierbaren Programmen ist Netgears Appstore auch im Rückstand. Die meisten wichtigen Programme sind aber vorhanden, wobei sich der User für "sein" NAS die grundsätzliche Frage stellen sollte, ob er primär einen Datenspeicher mit hoher Sicherheit und Performance sucht, oder ob sein Interesse eher in Richtung Multimediazentrale mit Datenspeicher- und Serverfunktion geht.

Positiv ist aber, dass Netgear für die ReadyNAS-RN2xx-Familie mittlerweile eine für deren ARM-CPUs angepasste Version von Plex Media Server zur Verfügung stellt, welche auch die Transkodierungsfähigkeiten der RN214 nutzen kann. Anzumerken ist hier nur, dass als Ausgabeformat der Transkodierung (auch von 1080p-Material) immer nur 480p möglich ist, was wohl eher den Fokus auf die mobile Anwendung liegt.

Vom Preis her ist das Netgear ReadyNAS 214 mit seinem Straßenpreis von ca. 420 Euro recht attraktiv aufgestellt und liegt damit ungefähr auf dem Niveau einer Synology Diskstation DS416, wobei die ReadyNAS 214 dann zumindest bei Performance und Datensicherheitfeatures die Nase vorne hat.

Positive Aspekte des Netgear ReadyNAS 214:

  • Modernes Dateisystem (btrfs) mit Bitrot-Schutz und Snapshot-Funktionen
  • Sehr gute Leistung, auch mit Verschlüsselung
  • Niedriger Stromverbrauch und leise Kühlung
  • Hot-Swap-Fähigkeit
  • Drei USB-3.0-Ports, einer als Front-USB ausgeführt
  • Hardwarebeschleunigte Videotranskodierung (1080p) für mobile Anwendungen mit Plex Media Server

Negative Aspekte des Netgear ReadyNAS 214:

  • Videotranskodierung nur auf maximal 480p möglich
  • Im Vergleich zur Konkurrenz weniger komfortable Bedienoberfläche und weniger Zusatzprogramme
  • Laufwerkseinschübe haken gegelentlich
  • kein Ressourcenmonitoring (z.B. CPU-Auslastung, Bandbreiten, Prozesse) möglich