> > > > Wieviel Gaming steckt drin? - ASRock G10 WLAN-Router im Test

Wieviel Gaming steckt drin? - ASRock G10 WLAN-Router im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 6: Fazit

ASRock zielt mit dem G10 auf eine ganz bestimmte Nutzergruppe: Den Gamer, der keinerlei Kompromisse eingehen möchte. Die Frames per Second dürfen nicht unter eine bestimmte Schwelle fallen und ist der Ping auch nur eine Millisekunde zu hoch, wird am Netzwerkprotokoll gearbeitet. Entscheidend sind aber oftmals die Vorgaben des Internet Service Providers. Liefert dieser bereits eine DSL-Verbindung mit Fastpath und unter 10 ms, kann das heimische Netzwerk kaum noch etwas falsch machen. Wer hier mit ADSL+ bei 30 bis 40 ms arbeiten muss, kann am eigenen Netzwerk kaum etwas tun, um diesen Nachteil aufzuholen.

Der ASRock G10 liefert, was er verspricht - allerdings auch nicht mehr. Router mit WLAN nach 802.11ac sind bereits seit geraumer Zeit am Markt verfügbar, solche mit 4x4 MU-MIMO sind noch etwas seltener, aber auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Funktionen wie das QoS verrichten nur sehr oberflächlich ihren Dienst. Anhand der manuell eingestellten Übertragungsraten wird ein Maximum festgelegt, welches über eine Prioritätenliste aufgeteilt wird. Eine Dienste-Priorisierung ist nur generell für Streaming-Angebote möglich. Wie die Erkennung allerdings funktionieren soll, erläutert ASRock nicht und so kann ein einziger Download dennoch das komplette Netzwerk ausbremsen. Hier hätten wir uns ein paar Konfigurationsmöglichkeiten mehr gewünscht, die aber vielleicht in zukünftigen Softwareversionen noch implementiert werden.

Etwas vermissen wir auch den Gaming-Gedanken des Routers. Bis auf die Optik von Hard- und Software erschließt sich uns dieser Ansatz nicht ganz. Sicherlich, niedrige Pingzeiten oder eine möglichst hohe Bandbreite sind für den Gamer wichtig, wie ASRock diesen Punkt allerdings dediziert ansprechen möchte, lässt sich nicht auf Anhieb erkennen. QoS gibt es auch bei Business-Routern und entsprechende Ports können auch hier priorisiert werden.

Hinsichtlich der Funktionen bietet der ASRock G10 zunächst einmal all das, was der Nutzer suchen mag. Schaut man aber etwas genauer hin, fehlen in einigen Bereichen dann doch wieder die Einstellmöglichkeiten, die man von der Konkurrenz kennt. Wer einen voll konfigurierbaren Router sucht, der sämtliche Freiheiten bei der Netzwerkkonfiguration lässt, der wird mit dem ASRock G10 nicht glücklich werden. Gerade in Deutschland hat sich AVM hier inzwischen einen Namen gemacht und bietet auch die entsprechende Software-Unterstützung. Neben den Funktionen sollte ASRock auch das Design der Software noch einmal überdenken und dabei weniger das Cliché einer Gamer-Optik im Hinterkopf behalten.

Wenig auszusetzen gibt es bei den Leistungswerten. Wer seine Geräte nur per LAN-Kabel anschließt, bekommt Datenraten geliefert, die dem theoretischen Wert abzüglich des immer vorhandenen Overhead entsprechen. Tests für das WLAN sind nicht immer ganz einfach, da die Umgebungsbedingungen hier einfach eine entscheidende Rolle spielen. Situationen, in denen die Internet-Verbindungen schneller sind als das WLAN, sind allerdings immer häufiger anzutreffen. Der ASRock G10 bietet mit der Unterstützung von WLAN nach 802.11ac den aktuell schnellsten Standard und stellt mit einem 2,4- und 5,0-GHz-Netzwerk auch die notwenige Flexibilität bereit. Das MU-MIMO-Setup der Antennen verspricht für mehrere Geräte im Haushalt eine immer zur Verfügung stehende schnelle Verbindung. Ebenfalls möglich ist die Einrichtung eines Gäste-Netzwerkes, sodass diesen nicht der volle Zugriff auf das heimische Netzwerk gewährt werden muss. Aber auch bei den Einstellungen zu den drahtlosen Netzwerken hätten wir uns ein paar mehr Konfigurationsmöglichkeiten gewünscht.

260 Euro sind für einen WLAN-Router ein stolzer Preis. Eine Fritz!Box 7490 von AVM ist bereits für 200 Euro zu haben und bietet zudem auch noch die Möglichkeit die Telefonie des Haushaltes darüber abdecken zu können. Auch im Vorteil ist sie, wenn es um die Software geht. Hinsichtlich der technischen Daten stehen sich beide in nichts nach. ASRock macht mit dem H2R eine nette Dreigabe, die aber nicht für jeden notwenig ist. Nicht jeder ist viel in Hotels unterwegs und einen Google Chromecast oder Amazon FireTV Stick gibt es ebenfalls bereits für ein paar Euro. Hätte ASRock einige Funktionen des Routers wirklich so umgesetzt, wie sie zunächst auf dem Papier klingen (dazu gehört auch die Steuerung per App), dann hätte der G10 eine echte Empfehlung werden können. So fällt es ihm schwer, sich von der Konkurrenz abzuheben. ASRock muss man aber zu Gute halten, das der G10 das erste Netzwerkprodukt ist, welches nun auf den Markt kommt. Fließen die genannten Verbesserungen in zukünftige Produkte ein, könnte sich ASRock zu denkbaren Alternative entwickeln.

Positive Aspekte des ASRock G10:

  • WLAN nach 802.11ac mit MU-MIMO-Antennen und Beamforming
  • Extra H2R-Router für den mobilen Bereich im Lieferumfang
  • 4x Gigabit-Ethernet
  • sehr gute Performance
  • einfache Inbetriebnahme

Negative Aspekte des ASRock G10:

  • Software noch verbesserungswürdig (Design, einige Konfigurationseinstellungen) 
  • geringe Geschwindigkeit bei USB-Netzwerkzugriff
  • hoher Preis (sofern H2R nicht benötigt wird)

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (9)

#1
Registriert seit: 23.09.2007

Gefreiter
Beiträge: 55
ASRock hat es tatsächlich geschafft, alle Vorbehalte, die man mittlerweile gegen Mainboards, Tastaturen und Headsets, die Gaming im Namen tragen, auf ein Stück Netzwerktechnik zu übertragen.
Bitte wie rechtfertigt man 260 € für diesen Router? Das sind 70 mehr als für AVMs Flaggschiff, die 7490. Dabei fehlen dem G10 ein Modem und Telephoniefunktionen. Die USB-Übertragungsraten sind für den Preis enttäuschend. Nur mit dem Chromecast-Ersatz H2R ist der Preis nicht zu rechtfertigen. Bedienung per App? Wer’s braucht …

Wer Durchsatz und/oder niedrigen Ping möchte, meidet seit jeher WLAN wie der Teufel das Weihwasser und setzt auf Kabel. Dazu macht man wie bei Audiokram einen Bogen um alles, was als Verbesserung angepriesen wird und sich als Verschlimmbesserung herausstellt, Stichwort Killer-NICs.

Was bleibt, ist ein unförmiges, überteuertes Monstrum ähnlich wie der Linksys WRT1900AC oder Asus RT-AC3200.
#2
customavatars/avatar5798_1.gif
Registriert seit: 17.05.2003
Augsburg
Admiral
Beiträge: 11136
Zitat
Dazu haben wir ihn in ein privates Netzwerk eingebunden, welches vollständig auf 1.000-GBit-Ethernet zurückgreifen kann.
Das ist mal Speed!
#3
Registriert seit: 19.10.2011
Hannover
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 399
Will ASRcok wirklich in den Deutschen Markt einreiten mit diesem Teil? Ein schöner Test mit vielen Info die mir wieder einmal zeigen das man solch ein Teil einfach nicht benötigt. Da gönne ich mir lieber weiterhin meine häßliche 7490 Box die aber 100mbit schluckt, zwei T-Home-Boxen füttert auf der 3 Sendungen in HD aufgenommen werden ich aber gleichzeit im Netz zocke, dabei Musik-Streame und nebenher noch am FTP saugen bin. Ja das Schafft die häßliche Box made in Germany mit bavour!

Wie heisst es so schön bei den Games? Eine tolle Grafik macht noch kein gutes Spiel aus!
#4
customavatars/avatar172385_1.gif
Registriert seit: 01.04.2012
Bergneustadt
Stabsgefreiter
Beiträge: 289
Und ich muss bei meinem Speedport bleiben weil ich 200Mbit Glasfaser hab :D
#5
Registriert seit: 23.09.2007

Gefreiter
Beiträge: 55
Zitat Index Eureka;24066161
Und ich muss bei meinem Speedport bleiben weil ich 200Mbit Glasfaser hab :D


Der W912V Fiber? Müssen nicht. Du kannst dahinter jeden beliebigen Router klemmen, der die Komfortfunktionen beherrscht, die dir beim Speedport fehlen.
#6
Registriert seit: 23.10.2005
Sachsen
Admiral
Beiträge: 10222
Die Angabe 5,0 Ghz Band ist sowieso falsch. Die Mittelfrequenzen für 802.11a und ac liegen zwischen 5180 und 5700 Mhz.
#7
customavatars/avatar199369_1.gif
Registriert seit: 30.11.2013
Berlin
Oberbootsmann
Beiträge: 826
haessliche, schlecht verarbeitet, teuer. wer braucht sowas?
#8
Registriert seit: 19.10.2011
Hannover
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 399
Zitat Index Eureka;24066161
Und ich muss bei meinem Speedport bleiben weil ich 200Mbit Glasfaser hab :D


Naja seid ca 1 Monat ist unser Dorf halt auch im 21 Jahrhundert angekommen aber mehr als 100mbit sind halt nicht drin, mir reicht das völlig aus.
#9
Registriert seit: 25.09.2013

Matrose
Beiträge: 2
Laut http://wlan-router-tests.de/ ist es immer wieder ein Problem, dass die ländlichen Regionen nicht so schnell erschlossen werden, wie eigentlich von der Bundesnetzagentur vorgesehen.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Synology DS216j im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/SYNOLOGY_DS216J_TEASER

Synology hat mit der DiskStation DS216j vor kurzem den Nachfolger der sehr erfolgreichen Einsteiger-NAS DS215j vorgestellt. Die DS216j ist ein kompaktes NAS-System für zwei Festplatten, welches dank aktuellem Betriebssystem DiskStation Manager 6.0 mit umfangreichen Funktionen aufwarten kann. Im... [mehr]

Synology DS216play im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/SYNOLOGY_DS216PLAY_TEASER

Die im letzten Jahr vorgestellte Synology Diskstation DS216play ist ein 2-Bay-NAS, welches besonders durch seine Transkodierungsfähigkeiten hervorstechen soll und somit auf den Multimedia-Bereich zielt. Das DS216play soll dank eines leistungsfähigen ARM-SoCs auch hochauflösende 4K-Videos... [mehr]

Ausprobiert: Synology Diskstation Manager 6.0 Beta 2

Logo von SYNOLOGY

Der DiskStation Manager als Betriebssystem der NAS-Systeme von Synology ist sicher der entscheidene Faktor, warum Synology im NAS-Markt so erfolgreich ist. Das Userinterface, was mit seinem Desktop-Look einen einfachen Einstieg ermöglicht, bietet ebenso einen leichten Zugriff auf die Vielzahl an... [mehr]

AVM FRITZ!Box 7580 mit MU-MIMO im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/FRITZBOX7580/FRITZBOX-7580-LOGO

Bereits seit Monaten rührt AVM fleißig die Werbetrommel für die FRITZ!Box 7580, die als vorläufiges High-End-Produkt aus Berlin schnelles WLAN mit den aktuellen DSL-Standards verbindet. MU-MIMO ist dabei das Stichwort und soll die WLAN-Leistung der FRITZ!Box wieder an die Spitze bringen. Das... [mehr]

Synology DS116 und DS916+: Neues Einsteiger- und High-End-NAS

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2013/SYNOLOGY

Synology hat am Donnerstag zwei neue NAS-Geräte vorgestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die Synology DiskStation DS116 sich eher an preisbewusste und weniger anspruchsvolle Käufer richtet, ist die DiskStation DS916+ deutlich leistungsfähiger und natürlich teurer. Sie... [mehr]

Netgear AC1750 und Synology RT1900ac im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/SYNOLOGY-RT1900AC/SYNOLOGY-RT1900AC-LOGO

Von Jahr zu Jahr finden sich mehr WLAN-fähige Geräte in deutschen Haushalten. Deren immer größerer Bedarf an möglichst schneller WLAN-Versorgung bringt die von den Internetanbietern zur Verfügung gestellten Router schnell an ihre Grenzen - diese vertrauen zu einem Großteil auf die... [mehr]