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Qnap TS-451-4G im Test

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Seite 4: Cloud und SSD Cache

Dienstangebot und weitere Features

Gerade für die multimediale Nutzung des TS-451 sind die meisten Dienste bereits ab Werk installiert. Für Bilder und Urlaubsgalerien bietet sich die Photostation an. Dort können zahlreiche Bilder in handlichen Galerien organisiert werden, die darüber hinaus auch mit eigenen Tags zur erleichterten Suche versehen werden können. Optional vorhandene EXIF-Informationen zeigt die Photostation ebenfalls an. Die Music Station ermöglicht nicht nur die Ablage von Audio-Dateien, sondern auch das direkte Abspielen im Browser. Ebenfalls können die Titel per DLNA/TwonkyMedia an Clients im LAN ausgeliefert werden. Gleiches gilt für Videos: hierfür hat Qnap die Video Station geschaffen. Wer nicht unmittelbar das Web-Frontend nutzen möchte, kann seine Multimediadateien auch per FTP o.ä. auf die TS-451 laden und anschließend per automatisiertem Scan der Bibliothek hinzufügen.

Um Zugang zu TV-Anwendungen und erweiterten Multimedia-Bibliotheken zu ermöglichen, wurde vor kurzem die HybridDisk Station als Portallösung vorgestellt. Sie bietet die Möglichkeit, Anwendungen wie XBMC, Chrome, Spotify oder auch YouTube über den HDMI-Port an angeschlossenen Wiedergabegeräten zu betreiben. Bereits aus der Vergangenheit bekannt und selbstredend weiterentwickelt sind die drei Features iTunes Server,  TwonkyMedia und der DLNA-Server. Sie ermöglichen Streaming-Clients die DLNA/UPnP-AV basierte Wiedergabe der Daten.

Um vorhandene Videos "Client-gerecht" ausliefern können, hat Qnap einen Transkodierungsdienst im Angebot. Dieser kann kompatible Videodateien in Echtzeit oder im Hintergrund in einige ausgewählte Quasi-Standardauflösung als H.264 kodierte MP4-Dateien umwandeln. Es stehen dabei fünf unterschiedliche Auflösungen (240p-1080p) zur Auswahl. Im Echtzeit-Modus können bis zu fünf Benutzer gleichzeitig versorgt werden, was natürlich Speicherplatz spart, aber dafür Rechenleistung kostet. Wenn Speicherplatz in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, empfehlen wir die automatische Transkodierung im Hintergrund. Hierbei stößt die Software den Umwandlungsvorgang unmittelbar an, sobald neue Dateien im angegebenen Quellordner abgelegt werden, vergleichbar zur Scan-Funktion von TwonkyMedia. Auf Anfrage konnte uns die PR-Abteilung von Qnap leider keine offizielle Liste der unterstützten AV-Formate zukommen lassen. Unsere spezifische Rückfrage nach der Kompatibilität zum beliebten mkv-Container wurde allerdings bejaht. Sowohl unsere Funktionstests der Echtzeit-Transcodingierung als auch der Batch-Konvertierung verliefen ohne Probleme. Als Wiedergabegeräte haben wir ein iPad, iPhone und Galaxy S3 Mini eingesetzt.

Verwundert waren wir indes über die Speicheranforderung im Virtualisierungsbetrieb: Qnap selbst setzt ein Minimum von 2 GB voraus und empfiehlt den Ausbau auf 4 GB, um die Virtualization Station nutzen zu können. Wer also ein "normales" Exemplar der TS-x51 (ohne G-Erweiterung) mit der Absicht der Virtualisierung kauft, steht ohne Speicherupgrade im Regen. Für genau diesen Einsatzzweck bietet Qnap aber auch die TS-451-4G an, die die empfohlenen vier Gigabyte Speicher direkt ab Werk mitbringt. Passende Virtualisierungsanleitungen für VMwares vSphere, Citrix XenDesktop und Microsofts Hyper-V sind direkt aus dem Administrationsmenü erreichbar. Allen Szenarien gemein ist dabei die Empfehlung eines SSD-Caches sowie ein Upgrade auf 10-Gb-Ethernet. Wichtig zu erwähnen ist ebenfalls, dass bei Einsatz der Virtualisierung einer der beiden Netzwerk-Ports ausschließlich für diesen Einsatz blockiert wird.

Für Replikations- und Backup-Vorgänge stehen die bekannten Funktionen über TimeMaschine, rsync oder NAS-NAS-Replication zur Verfügung, die sehr komfortabel einzurichten sind. Lobenswert sind auch die zuletzt hinzugefügten IP-Sperroptionen, was fehlgeschlagene Login-Vorgänge betrifft. Pro Dienst (SSH, Telnet, HTTP(s), FTP, Samba, AFP) können dabei Zeitfenster und Schwellwert angegeben werden, woraufhin die IP dann für eine festgelegte Anzahl an Minuten gesperrt wird.