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Corsair RM1000i und RM650i im Test

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Seite 2: Corsair RM1000i - Technik

Die neuen RMi halten sich vom Design her erwartungsgemäß an die Linie, die Corsair bei den anderen aktuellen Modellen auch fährt. Ein Detail wird erst wohl wenigen gleich auffallen: Corsair hat sein Logo, das die Segelflächen eines Dreimasters zeigt, überarbeitet, sodass es nun etwas "schnittiger" wirkt. Gewöhnungsbedürftig ist das Farbdesign des Kartons des RM1000i. Das Netzteil selber bzw. seine Aufkleber selbst sind mit Weiß und Schwarz sehr dezent. Der Karton im Farbset "yellow / snow" hingegen mag da nicht so ganz passen, aber das ist eigentlich auch egal, denn normalerweise ist der Karton nur zum Auspacken da.

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Der Karton des Corsair RM1000i

Die wesentlichen Produktdetails hat Corsair auch auf der Kartonrückseite vermerkt. Wie es sich für ein Netzteil der doch schon etwas gehobeneren Klasse gehört, ist das Netzteil im Karton gut in Schaumstoff verpackt.

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Die wesentlichen Daten lassen sich auf der Rückseite finden

Der Lieferumfang ist der Klasse entsprechend vollständig. Neben dem Netzteil und den Anschlusskabeln befinden sich natürlich ein Netzkabel, diverse Kabelbinder und Schrauben im Lieferumfang. Ein Handbuch wird beim Serienmodell sicher auch dabei sein.

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Der Lieferumfang des Corsair RM1000i.

Neu bei den RMi sind jetzt sieben statt fünf Jahren Herstellergarantie, womit es in dieser Disziplin auf dem Niveau von vielen High-End-Netzteilen liegt. Wie bei anderen Herstellern ist es aber auch bei Corsair so, dass die Herstellergarantie nur dem Erstkäufer im autorisierten Handel zusteht und nicht übertragbar ist.

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Das Corsair RM1000i orientiert sich optisch stark am Vorgänger.

Im Vergleich zur Vorgängerserie RM hat Corsair bei den RMi optisch wenig verändert. Die Aufkleber an den Seiten sowie das Logo wurden modernisiert, aber das Gehäuse ist weitestgehend gleich geblieben. Markant sind die abgeschrägten Längskanten und die Gestaltung des Lüftergitters. Die Gehäuselänge beträgt weiterhin 180 mm und auch die Lackierung im dunklen Anthrazit ist altbewährt.

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Die Corsair RMi sind mit einem voll-modularen Kabelmanagement ausgestattet.

Wie die Vorgänger-Generation bringt auch das RM1000i ein voll-modulares Kabelmanagement mit, bei dem sämtliche Kabel für Transport, Aufbewahrung oder Montage abnehmbar sind. Die größeren Modelle (750 Watt bis 1.000 Watt) nutzen dafür Anschlussbuchsen in drei Reihen, das kleinere RM650i kommt aufgrund der geringeren Anschlussmöglichkeiten mit zwei Reihen aus. Das Kabelmanagement selber ist nur knapp beschriftet, aber da PCI-Express- und CPU-Stecker - sowie alle Peripherie-Anschlüsse unter einander auch - jeweils die gleichen Buchsen benutzen, lässt sich bei der Bestückung auch nicht so viel falsch machen. Alle Modelle haben neben den Buchsen noch einen Bereich mit weiteren Elementen.

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Das Anschlussfeld des modularen Kabelmanagements des RM1000i.

Oben links ist eine 4-Pin-IEC-Buchse zu sehen, über den eine Verbindung zu einem alten Link Commander hergestellt werden kann. Darunter dann eine Mini-USB-Buchse, welche mit einem beiliegenden Adapterkabel direkt mit einem USB-Pfostensteckeranschluss auf dem Mainboard verbunden wird, um das Netzteil per Link-Software ansprechen zu können. Die weiteren beiden Elemente sind eine LED, die Funktion und Datenübertragung über Link anzeigt, sowie ein Taster, der bei Druck den Lüfter zu Testzwecken startet. Wer also sein System im Fanless-Lastbereich betreibt, kann damit jederzeit überprüfen, ob der Lüfter noch funktioniert.

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Die Außenseite des Corsair RM1000i.

Laut Featureliste bietet das Corsair RM1000i hervorragende Leistungswerte. Mit 80PLUS Gold ist seine Effizienz zwar nicht überragend, aber zeitgemäß gut und für jeglichen Einsatz abseits eines 24/7-Betriebs auch mehr als ausreichend. Ungewöhnlich für ein Netzteil der Mittelklasse und neu bei den RMi ist die Umschaltmöglichkeit zwischen Multi- und Single-Rail-Betrieb. Das Netzteil startet im Multi-Rail-Betrieb mit mehreren 12V-Schienen, kann aber per Link-Software auf Single-Rail-Betrieb umgestellt werden. Solange das Netzteil nicht komplett vom Strom genommen wird (per Netzschalter oder schaltbarer Steckdosenleiste) behält es diese Einstellung auch. Im Single-Rail-Modus steht die gesamte 12V-Leistung theoretisch an wenigen oder sogar nur einem Anschluss zur Verfügung, was bei extremen Overclocking-Situationen einen entscheidenden Unterschied ausmachen kann.

Corsair hat das Multi-Rail-Konzept bei den RMi aber so umgesetzt, dass der Single-Rail-Betrieb bestenfalls in wirklichen Ausnahmefällen Sinn macht. Das RM1000i verfügt nämlich über insgesamt acht 12V-Rails, welche jeweils mit 40 Ampere abgesichert sind. Dabei steht jedem der sechs 8-Pin-Anschlussbuchsen (für PCI-Express- & CPU-Kabel) ein eigenes 40A-Rail zur Verfügung. Die beiden letzten 12V-Schienen werden einmal vom 24-Pin-ATX-Kabel und des weiteren von den 6-Pin-Buchsen der Peripherianschlusskabel verwendet. Das klassische Problem von Multi-Rail-Systemen in der Vergangenheit, nämlich dass eine ungleiche Lastverteilung auf zu schwach abgesicherten Rails zu einer vorzeitigen Abschaltung führte, kann also bei Corsairs bei den RMi eingesetzten Variante de facto nicht auftreten.

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Die Leistungswerte des RM1000i in der Übersicht.

Im Single-Rail-Betrieb bzw. im Multi-Rail-Betrieb kombiniert stehen auf 12 Volt nominal 83,3 Ampere zur Verfügung, was einer Leistung von 1.000 Watt entspricht. Die Nebenspannungen 3,3V und 5V sind zusammen mit bis zu 150 Watt belastbar, einzeln jeweils mit bis zu 25 Ampere. Im Gegensatz zur Vorgängerserie können die RMi ihre volle Leistung auch bei erhöhten Umgebungstemperaturen von 50°C dauerhaft erreichen.

Zu einem guten Netzteil gehören heutzutage auch eine Reihe von Schutzschaltungen. Corsair gibt bei den RMi das Vorhandensein von Schutzschaltungen gegen Überspannung (OVP), Unterspannung (UVP), Überlastung (OPP), Überlastung einzelner Rails (OCP, teilweise abschaltbar) und Kurzschluss (SCP) an. Und was positiv anzumerken ist: Auch ein Temperaturschutz (OTP) ist mit an Bord. Im Test konnten wir auf den Nebenspannungen 3,3V und 5V jeweils bei ca. 35 Ampere die OCP auslösen. Im Multi-Rail-Betrieb lag die Auslöseschwelle der OCP auf einer 12V-Schiene bei 41 Ampere, womit wir Corsairs Angabe von 40A pro Rail bestätigen können. Beim Wechsel auf den Single-Rail-Betrieb konnten wir die Last auf 12 Volt bis auf ca. 100 Ampere hochfahren, bevor sich das Netzteil vermutlich wegen der OPP abgeschaltet ist. Das Corsair RM1000i schlägt sich hier also vorbildlich.

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Das Innenleben des Corsair RM1000i in der Übersicht.

Wie eingangs erwähnt, setzt Corsair bei der RMi-Serie die gleiche technische Grundlage wie beim Vorgänger. Die LLC-Resonanzwandler-Topologie wird ergänzt von Synchronous Rectification und DC-DC-Wandlern, womit sich das RMi also moderner und leistungsfähiger Technik bedient, welche im Prinzip auch im High-End-Bereich Verwendung findet. Wobei auch zu sagen ist, dass die verwendete Technologie zwar z.B. einen maßgeblichen Einfluss auf die Effizienz des Netzteils hat, das Endresultat aber letztendlich immer davon abhängt, wie viel Aufwand dann z.B. bei Schaltungsdesign und Materialkosten getrieben wird. Der Vollständigkeit halber bleibt zu erwähnen, dass die RMi - genau wie die HXi und anders als das AXi - klassische "analoge" Netzteile sind, bei denen die Hardware-Monitoring-Features über entsprechende Analog-Digital-Wandler-Elemente für die digitale (USB-)Schnittstelle gewonnen werden.

Insbesondere für den in dieser Hinsicht "kritischen" Markt in Europa, vorweg Deutschland, setzt Corsair bei den RMi nun ausschließlich "japanische Kondensatoren" ein. Beim RM1000i sind dies im Primärbereich zwei Elkos von Nippon Chemicon mit 680 uF bzw. 470 uF, die jeweils mit 400 Volt Spannungsfestigkeit und 105 °C spezifiert sind. Sekundärseitig lassen sich neben Feststoffkondensatoren durchweg 105°C-Elkos von Nippon Chemicon finden.

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Im Mittelpunkt der Haupttransformer, hinten das modulare Anschlussfeld.

Von der Technik her scheint Corsair hier wieder eine gute Wahl getroffen zu haben. Kommen wir auf der nächsten Seite zu Lautstärke und Ausstattung des RM1000i.