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FSP Aurum PT 1200W im Test

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Seite 2: FSP Aurum PT 1200W - Technik

Die Firma FSP (Fortron Source Power Group) gehört im Bereich der Netzteilfertigung zu den Marken, die mit am längsten im Geschäft sind. Als vor vielen Jahren das PC-Netzteil begann, nicht mehr nur die kleine graue Box im Gehäuse zu sein, war FSP eine der ersten wirklichen "Marken" im Bereich PC-Netzteile. Die eigenen Retail-Modelle sind aber auch heute nur ein kleiner Bereich von FSP, denn neben der Produktion diverser anderer Arten von Netzteilen ist die Auftragsfertigung von PC-Netzteilen für andere bekannte Marken ein wesentliches Standbein von FSP.

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Der Karton des Aurum PT 1200W

Einige der wesentlichen Produktmerkmale wie Effizienz und Garantiedauer hat FSP gleich vorne auf dem Karton vermerkt, welcher aber für asiatische Verhältnisse insgesamt erfreulich schlicht und dennoch "stylisch" daherkommt. Im Inneren ist das Netzteil gut durch Schaumstoffteile geschützt untergebracht. Auf der Rückseite finden sich dann alle weiteren Infos zum Netzteil.

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Das FSP Aurum PT 1200W ist gut verpackt.

Als Beilage legt FSP dem Aurum PT 1200W neben den Anschlusskabeln ein Netzkabel, ein Handbuch, einige Kabelbinder, einen Sticker und einen Schraubensatz bei.

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Der Lieferumfang des FSP Aurum PT 1200W ist vollständig.

Weiterhin ist positiv zu erwähnen, dass FSP auf das Aurum PT 1200W sieben Jahre Herstellergarantie gewährt.

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Die Optik des Aurum PT 1200W entspricht dem der übrigen Aurum-Modelle.

Die Aurum PT entsprechen vom Design her den bisherigen Aurum-Modellen. So ist wie bei den Aurum 92+ das Plastikelement auf dem Deckel, welches das Lüftergitter teilweise umschließt, der Platinum-Effizienz wegen nun "platin"-grau anstelle von "gold"-gelb. Das mit 190 mm für diese Leistungsklasse normal große Gehäuse ist mit einer anthrazit-farbenen Beschichtung versehen, welche eine vergleichsweise raue Oberfläche aufweist. Probleme mit Fingerabdrücken wird man auch bei diesem Aurum nicht haben.

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Das Kabelmanagement ist beim FSP Aurum PT 1200W voll-modular ausgeführt.

Das Aurum PT verfügt über ein voll-modulares Kabelmanagement, welches übersichtlich und gut strukturiert umgesetzt wurde und der Leistungsklasse entsprechend gute Anschlussmöglichkeiten bietet.

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Das Kabelmanagement beim Aurum PT und seine Beschriftung

Das voll-modulare Kabelmanagement beim Aurum PT ist beschriftet und mit einem auffälligen gelben Warnaufkleber versehen, der einen Blick in das Handbuch nahelegt, aber mangels eines Bezugs in selbigem wohl nur ein allgemeiner Hinweis sein soll. Direkt darüber und unterhalb der Buchse für den ATX-Stecker ist eine kleine weiße Buchse mit der Bezeichnung "E-Sync" zu finden. Das entsprechende Gegenstück ist Teil des ATX-Kabels und greift an dessen Mainboard-seitigem Ende die dort tatsächlich anliegenden Spannungen ab. Durch diese "Sensorleitungen" kann das Netzteil den Spannungsabfall kompensieren, der aufgrund des ohmschen Widerstands im Kabel abfällt, und durch Gegensteuern für konstantere Spannungen am Verbraucher sorgen. Andere Hersteller machen dies aber auch, nur etwas weniger auffällig. Seasonic beispielsweise nutzt bei seinen High-End-Modellen zusätzliche Kontakte in den "normalen" Mini-Fit-Jr.-Steckern des ATX-Kabels.

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Die Außenseite des FSP Aurum PT 1200W.

Auch beim Aurum PT 1200W setzt FSP auf eine spezielle Struktur der Gitterflächen z.B. am Luftauslass, deren Luftlöcher nicht wie üblich wabenförmig ausgeführt sind, sondern vielmehr in Form von Pfeilen. Dieses Design hat FSP mit den ersten Aurum eingeführt. FSP verspricht sich davon eine optimierte "natürliche Belüftung" des Netzteils, was aus unserer Sicht aber eher fraglich ist.

Das Aurum PT 1200W ist als Single-Rail-Netzteil ausgeführt, dessen 12V-Schiene bis zu 100 Ampere leisten kann. Somit steht die gesamte Netzteilleistung von 1.200 Watt theoretisch allein auf 12 Volt zur Verfügung. Die Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt sind mit je 25 Ampere belastbar und weisen eine kombinierte Belastbarkeit von 160 Watt auf. Das Aurum PT 1200W bietet hier eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, auch wenn das in der Praxis keinen Vorteil bringt. Da hätten wir uns schon eher etwas mehr als die üblichen 3 Ampere auf 5 Volt Standby gewünscht.

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Die Leistungswerte des FSP Aurum PT 1200W in der Übersicht.

Im Gegensatz zu den schwächeren Aurum 92+ kommt bei den Aurum PT keine Active-Clamp-Topologie zum Einsatz, sondern FSP setzt die in diesem Bereich häufig anzutreffende Full-Bridge-/LLC-Resonanzwandler-Topologie ein, die sekundärseitig von Synchronous Rectification und DC-DC-Spannungswandlern ideal ergänzt wird. Sowohl die Fertigungsqualität als auch die Wahl der Bauteile zeigen, dass im Lastenheft zum Aurum PT auch eine hohe Qualität gefordert wird. Beide Primär-Kondensatoren (je 470 uF, 420V, 105°C) und fast alle Elektrolytkondensatoren im Sekundärbereich stammen von Nippon Chemicon, der kleine Rest wurde von Rubycon produziert.

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Das Innenleben des FSP Aurum PT 1200W der Übersicht.

Im Bereich Schutzschaltungen gibt das FSP Aurum PT 1200W ein sehr gutes Bild ab. Laut FSP greift eine Schutzschaltung bei Über- oder Unterspannung (OVP/UVP) ein, bei zu hohem Strom auf einer Schiene (OCP), bei Kurzschlüssen (SCP) und bei Überlast (OPP). Eine Temperatursicherung soll beim Aurum PT erfreulicherweise vorhanden sein. Die OCP auf den Nebenspannungen konnten wir bei ca. 34 Ampere auf 5 Volt und bei ca. 38 Ampere auf 5 Volt auslösen. Für einen OCP-Test auf 12 Volt reicht die entsprechende Kapazität unserer Teststation nicht, aber bei Single-Rail-Netzteilen erfüllt häufig auch die OPP die Aufgabe eine OCP auf 12 Volt. Bei ungefähr 1350 Watt Gesamtlast erfolgte jedenfalls beim Aurum PT 1200W eine Abschaltung. Erstaunlich und positiv ist, dass selbst im Überlastbereich kurz vor OPP-Eingriff die Ripple-/Noise-Spannungen noch exzellent niedrig waren und kaum höher als bei nominaler Volllast lagen.

Kommen wir auf der nächsten Seite zu Lautstärke und Ausstattung.