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Enermax DigiFanless 550W im Test

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Seite 3: Enermax Digifanless 550W - Lautstärke, Ausstattung & Software

Da das Digifanless ein Passivnetzteil ist, entfällt mit dem Lüfter der in der Regel entscheidende Einflussfaktor auf die Geräuschentwicklung. Dort im Gehäusedeckel, wo bei anderen Netzteilen ein 120- oder 140-mm-Lüfter verbaut ist, lässt sich beim Digifanless nur ein großes Wabengitter finden. 

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Der Gehäusedeckel des Digifanless von innen betrachtet.

Ohne aktiven Lüfter bleibt also nur die Elektronik selber als mögliche Geräuschquelle. Solche Störgeräusche wie Spulenfiepen oder -surren sind bei Passiv-Netzteilen besonders auffällig, da hier kein Lüfter vorhanden ist, der diese mit seinen eigenen Geräuschen überdecken kann. Beim Enermax Digifanless 550W können wir aber - zumindest für unser Testsample - klar Entwarnung geben. Im Betrieb war es lautlos, nur unter Volllast war eventuell ein sehr leises Geräusch vorhanden, was aber durch die Lautstärke unserer Teststation nicht eindeutig zu identifizieren war.

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Das Enermax Digifanless 550W im vollbestückten Zustand.

Das Digifanless bringt, wie bereits beschrieben, ein voll-modulares Kabelmanagementsystem mit, welches gute Anschlussmöglichkeiten mitbringt. Die der Leistungsklasse angemessene Ausstattung mit vier PCI-Express-, acht SATA- und vier Molex-Steckern hatten wir bereits erwähnt. Von den drei Peripherie-Anschlusskabeln sind zwei mit je vier SATA-Abgriffen ausgestattet. Das dritte Kabel trägt dann die vier Molex-Anschlüsse.

 

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Die Anschlussleitungen des Digifanless sind einzeln gesleeved.

Weiterhin steht noch das ZPDMS-Interface auf der Ausstattungsliste, welches sich über das mitgelieferte Kabel mit einem USB-Anschluss auf dem Mainboard verbinden lässt. Vor dem Kauf sollte man idealerweise also einmal nachschauen, ob das eigene Mainboard noch einen freien Steckplatz für USB-2.0-Anschlüsse mitbringt bzw. ob man diesen freimachen kann. Das Anschlusskabel belegt, obwohl es nur einen USB-Port verwendet, einen kompletten Pfostenstecker-Block, welcher eigentlich zwei USB-2.0-Ports zur Verfügung stellt.

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Die Kabel des Digifanless in der Nahaufnahme.

Die Länge der Anschlussleitungen des Digifanless ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Eine Besonderheit des Digifanless ist, dass die Adern sämtlicher Kabel einzeln mit einem Netzsleeve versehen sind. Mittlerweile gibt es für etliche Netzteile derartige Nachrüstsets, aber das Digifanless ist das erste Netzteil, wo diese ab Werk dabei sind. Über den Nutzen lässt sich natürlich vortrefflich streiten, aber die Kabel des Digifanless fühlen sich angenehm an und sind auch relativ flexibel. 

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Das DigiFanlass 500W mit seinen modularen Anschlusskabeln

Wie bereits erwähnt, hat Enermax dem Digifanless eine Technologie mit zungenbrecherischem Namen verpasst: Zero Delay Power Monitoring System, kurz ZDPMS. Dahinter verbirgt sich eine Softwareschnittstelle, über die einige Betriebsparameter des Netzteils ausgelesen bzw. beeinflusst werden können. So lassen sich beispielsweise Ein- und Ausgangswerte für Leistungen, Ströme und Spannungen anzeigen. Eine Log-Funktion war zum jetzigen frühen Zeitpunkt allerdings nicht vorhanden.

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Die ZPDMS-Software gibt einen guten Überblick über die Daten des Netzteils.

Enermax hat seine ZDPMS-Software recht übersichtlich strukturiert. In einem großen Fenster werden alle Informationen und Einstellungsmöglichkeiten präsentiert. Im oberen Bereich zeigen drei großen Skalen die Messwerte für momentane Ausgangsleistung, Wirkungsgrad und Temperatur des Netzteils. Die wesentlichen Werte lassen sich also schnell erkennen. Im Bereich links unten werden die auf den Rails gemessenen Stromstärken angezeigt. Über den visualisierten Schalter lässt sich im laufenden Betrieb zwischen Single- und Multi-Rail-Betrieb umschalten. Auch lassen sich hier die Schwellen anpassen, anhand derer ZPDMS vor einer Überlastung warnt. Die OCP-Schwellen selber lassen sich, anders als teilweise bei Modellen von Corsair, nicht anpassen. Im rechten unteren Bereich werden die gemessenen Ausgangsspannungen angezeigt, mit der Option, die 12V-Ausgangsspannung um ca. +/- 5 % anzupassen und auch hier Warnschwellen zu setzen. Die hier falsch gesetzten Dezimaltrennzeichen sollen bis Marktstart korrigiert sein. Zu guter Letzt sind unten die Messwerte für den Netzeingang des Netzteils zu finden.

Bei allen Netzteilen mit Monitoring-Funktion ist es immer interessant zu sehen, wie genau die Messwerte wirklich sind. Manch andere Software-Lösung wollte uns in der Vergangenheit schon glauben lassen, dass wir mit über 100 % Wirkungsgrad ein Perpetuum Mobile im Rechner hätten. Das ZPDMS-System von Enermax schlägt sich in Sachen Messgenauigkeit aber erfreulich gut:

Der Wirkungsgrad, welcher mit den in ZPDMS angezeigten Eingangs- und Ausgangsleistungen berechnet wurde, liegt ca. ein Prozentpunkt unter dem, der von uns durch unser Testequipment ermittelt wurde. Die absoluten Messwerte für Ein- und Ausgangsleistung unterscheiden sich teilweise um einige Watt von denen der Chroma, aber die Abweichungen liegen zwischen 6-7 Prozentpunkten bei 10 % Last und 0,5-1 Prozentpunkt bei hohen Lasten. Da die beiden Messwerte jeweils ungefähr den gleichen relativen Offset bezogen auf die Chroma-Werte haben, ergibt sich daher beim Wirkungsgrad auch nur die geringe Abweichung von ca. 1%. Die absoluten Werte sind bei hohen Lasten also recht genau, bei geringen Lasten bestenfalls eine Näherung.

Insgesamt also eine gute Performance, welche Enermax´ ZPDMS-System zeigen kann.